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Hier an der Putzbrunner Straße sollen ein Supermarkt, ein Gesundheitshaus und Wohnungen entstehen. 

Hohenbrunner Gemeinderat ist gespalten

Knappe Entscheidung für Bauprojekt an der Putzbrunner Straße

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Ein Supermarkt, ein Gesundheitshaus und Wohnungen sollen an der Putzbrunner Straße in Hohenbrunn entstehen. Über die Bebauung streitet der Hohenbrunner Gemeinderat seit langem. Jetzt gab es eine knappe Entscheidung für den Bebauungsplan. 

Hohenbrunn– Nach über drei Stunden hat der Hohenbrunner Bauausschuss am Donnerstagabend für einen Bebauungsplan an der Putz brunner Straße gestimmt, mit einer knappen Mehrheit von sechs gegen fünf Stimmen. Auch im anschließenden Gemeinderat gab es das positive Votum für die Flächennutzungsplanänderung, ebenfalls nicht einstimmig. Damit ist das Verfahren über das Dauerthema zur Bebauung an der Putzbrunner Straße mit einem Supermarkt, Gesundheitshaus und Wohnungen abgeschlossen.

CSU und SPD dafür, Grüne, Bürgerforum und Freie Wähler dagegen

58 Seiten Stellungnahmen und Abwägungen galt es, im Bauausschuss nochmals zu debattieren. Immer wieder ließ Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) über einzelne Punkte abstimmen, wenn es beispielsweise um Vogelschlagvermeidung oder die Fahrbahnbreite des Grasbrunner Wegs ging. In vielen Fällen war das Abstimmungsergebnis gleich: CSU und Morten Schweigler (SPD) waren die Befürworter, Grüne und das Fraktionsbündnis aus Bürgerforum und Freien Wähler lehnten die vorgeschlagene Antwort der Gemeinde ab. Es war zwar keine Kampfabstimmung, aber ein Stimmungsbild im Gemeinderat.

100 oberirdische Parkplätze

Seit über zweieinhalb Jahren wird über die Bebauung der Flächen östlich der Putzbrunner Straße gesprochen, debattiert und auch gestritten. Hier sollen ein Rewe-Supermarkt, ein Gesundheitshaus und ein umfangreicher Wohnungsbau realisiert werden. Auch ein Kreisverkehr ist auf Höhe der Hubertusstraße geplant. Für den wiederum steht noch eine Sicherheitsuntersuchung aus. Nur ein Grund, so der Wunsch der Gegenstimmenden, nochmals weiter ins Verfahren zu gehen. Erneut auch wieder die Frage nach Parkplätzen vor dem Vollsortimenter. Eine Bürgerinitiative hatte in der Vergangenheit dafür gekämpft, so viele Stellplätze wie möglich in eine Tiefgarage zu packen (wir berichteten). Nun sollen es 100 oberirdische Parkplätze sein. „Es könnten auch weniger sein“, so Gisela Pfaller (Grüne). Dann wäre mehr Platz für Bäume und weniger Versiegelung. Anton Fritzmaier (CSU) erinnerte daran, dass hierzu schon längst ein Beschluss gefallen ist.

Schmidhuber (Grüne): Es ist ein schwerer Fehler hier zu bauen

Wolfgang Schmidhuber (Grüne) wiederholte, dass seiner Ansicht nach die Bebauung keineswegs in Zentrallage erfolge, sondern in Randlage. Es sei ein schwerer Fehler, dort zu bauen. Das werde den Ort auseinanderreißen, die Ortsmitte entvölkern und Probleme für den ansässigen Einzelhandel bedeuten. Pauline Miller (Bürgerforum) vermisste das Thema nachhaltiges Bauen, weswegen sie dem abschließenden Beschluss ein Nein gab. Auch die fehlende Sicherheitsuntersuchung sei ein Grund für ihre Entscheidung.

Morten Schweigler konnte dem Ganzen Positives abgewinnen: „Wir schaffen weiteres Wachstum.“ Stillstand würde einen Rückschritt bedeuten. An die Gegner sagte er: „Es gibt Gruppen, die sind zwar dafür und stimmen dann doch immer dagegen ab.“ Es gibt wohl kein streitbareres Thema in Hohenbrunn als diese Bebauung. Es wird, auch wenn die endgültigen Beschlüsse gefallen sind, sicherlich den Wahlkampf beherrschen.

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