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Im Wechselspiel agieren die Musiker und Sängerin Julia Schröter im „Alten Wirt“. Mal geht die Musik voraus, dann der Gesang – und bilden doch eine gelungene Symbiose

Im Alten Wirt in Hohenbrunn

Jazz-Konzert: Musik und Gesang bilden ein inspirierendes Miteinander

Hohenbrunn - Obwohl kein Besucher im „Alten Wirt“ bei Eröffnung der Konzertreihe mit Jazz, Latin und Funk fürchten musste, dass sich das als „Legenden des Jazz“ gerühmte Quartett auf seinen Lorbeeren ausruhen würde, beeindruckte die einfühlsame Begleitung einer Sängerin, angekündigt als „Jazz Legends featuring Julia Schröter“.

Werner Riedel (Ventilposaune), Eduard Israelov (E-Piano), Manfred Hartlieb genannt „General“ (Kontrabass) und Thomas Elwenspoek (Schlagzeug) stimmten mit der Sängerin Julia Schröter im Musikalischen überein. In München geboren, besuchte sie das Camerloher-Gymnasium Freising und die Singakademie, fand von der Gitarre zum Jazz-Gesang (Studium in Würzburg) und tritt, teils mit Eigenkompositionen, in verschiedenen Ensembles auf. Die Musiker allein spielten zunächst den zu einem Jazzstandard entwickelten Film-Song „On green dolphin street“. Der Posaunist begann, der Pianist übernahm die Melodie, dann auch der Bassist in Abstimmung mit dem Schlagzeuger. Lustvoll improvisierten sie über Harmonien, so auch bei den vielen Gesangsnummern. Die besondere Sympathie der Sängerin gehört dem Latin Jazz, so bot sich als Einstieg der Bossa Nova „Agua Deb Beber“ von Antonio Carlos Jobim an, einer der Väter der brasilianischen Musik. Schröter brachte den faszinierenden Rhythmus zum Klingen, fantasievoll kostete der Pianist die Melodik aus. Den Swing-Klassiker „Ain’t Misbehavin‘“ gestaltete sie mitsamt dem Ensemble wunderbar beschwingt. Von dem Musical „Betsy“ (1927) überlebte nur der Schlager „Blue Skies“. An dessen lebhaftem Rhythmus, den Schröter intonierte, entzündete sich ein Klaviersolo, dem die Kollegen folgten. Ein feinfühliges Duo des Posaunisten mit der Interpretin schien das fröhliche Motto zu bestätigen: „Bluebirds (of happiness) singing a song – nothing but bluebirds all day long“. Beim Popsong „This Masquerade“ ging der Bläser in Führung, dann entfaltete die Sängerin das Stück launig. Bot der Jazz-Standard „All of Me“ dem Schlagzeuger Gelegenheit für Solo-Bravour, so brachte Julia Schröter bei der Ballade „The Nearness of You“ im Duo mit dem Pianisten einzelne Vokale zum Glühen. Wiederum wurde sie mit sanftem Vorgehen unter anderem dem Song „Autumn leaves“ gerecht und bewahrte so den Charme des Originals, das Chanson „Les feuilles mortes“. Bei der Ballade „You don’t know what love is“, ein Blues, drückte sie Liebeskummer schwermütig und dabei zugleich mit einem Hoffnungsschimmer aus. Wunderbar sorglos gestaltete sie den Song „How high the moon“ aus der Musical-Revue „Two for the show“, den Ella Fitzgeralds improvisiertes Singen von Silben ohne Wortbedeutung (Scat) zum Paradestück lautmalerischer Nachahmung instrumentaler Phrasen gemacht hat. Einem anderen Musical („Babes in arms“ von Richard Rodgers) entnommen überzeugte der Song „The lady is a tramp“ als Parodie auf die New Yorker High Society.

Der anhaltende Applaus drückte die einhellige Zustimmung der Zuhörer zur Premiere einer Konzertreihe aus.

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