„Wir wollen gesund wachsen“: Bürgermeister Stefan Straßmair.
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„Wir wollen gesund wachsen“: Bürgermeister Stefan Straßmair.

Ideenwerkstatt diesen Samstag

„Schulen Wohnen Hohenbrunn-West“: Klares Bekenntnis für Biotop

Diskussion um Bebauung in Hohenbrunn-West geht weiter. Schulen könnten im Herbst 2026 öffnen, sagt Bürgermeister Stefan Straßmair.

Hohenbrunn – „Schulen Wohnen Hohenbrunn-West“ – ein Reizthema? Nun, es hatte in den vergangenen Wochen sicherlich das Potenzial dazu. Unterschiedliche Meinungen und Informationen prallten aufeinander, ob und wie die Flächen zwischen dem Wasserwerk und der Taufkirchner Straße bebaut werden können. In einer Informationsveranstaltung am Montagabend wurde das Thema im Hohenbrunner Stadl von unterschiedlichen Seiten beleuchtet.

Dabei betonte Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) zum wiederholten Male: „Wir sind im Verfahren sehr, sehr früh.“ Soll heißen: Mit der Planungs- und Genehmigungsphase soll erst Anfang 2023 begonnen werden. Denkbar wäre auch ein Baubeginn ein Jahr später.

60 Personen waren am Infoabend

Vorgesehen sind auf dem Areal der Bau einer staatlichen Realschule sowie einer Montessorischule. Neben Sport- und Freiflächen soll auch Platz für Wohnen geschaffen werden. Letzteres steht übrigens bereits im Flächennutzungsplan aus dem Jahr 1999. Weil die Veränderungen auf den Flächen „tiefgreifend seien“, war es allen Beteiligten so wichtig, „dass die Bürger frühzeitig mitgenommen werden“. Deswegen schon jetzt die Bürgerveranstaltungen, einmal als Infoabend und am kommenden Samstag als Ideenwerkstatt.

60 Personen waren am Montagabend anwesend, mehr erlaubte das Hygienekonzept nicht. Die Anwesenden wurden aus erster Hand informiert. Dann konnten Bürger Fragen stellen, die Stuhlreihen waren zu diesem Zeitpunkt aber schon deutlich geleert.

Thema war wieder die Zahl an Neubürgern, die in Hohenbrunn-West eine neue Heimat bekommen könnten: 1000 Menschen. „Diese Zahl ist völlig unseriös und aus der Luft gegriffen“, sagte Straßmair. „Wir wollen gesund wachsen.“ Pro Jahr ein Prozent mehr Einwohner.

Keine konkrete Planungen

Zumal gebe es noch keine konkreten Planungen zum Areal Hohenbrunn-West, so Straßmair. Bedenken gebe es auch weiterhin gegenüber der Doblinger Gruppe, von der die Gemeinde Grund erwerben muss, um die Schulstandorte neben den Außenflächen realisieren zu können. Die Doblinger Gruppe will im Gegenzug Wohnungen bauen.

Jürgen Blöchinger nannte die Doblinger-Gruppe einen „dominanten Eigentümer“. Bürgermeister Straßmair hielt dagegen, dass die bisherigen „Verhandlungen sehr konstruktiv und professionell“ gewesen seien. Zudem wurde bereits im Bürgerdialog 2018 aus der Bevölkerung eine Ortsentwicklung befürwortet. Das „wie“ sei eben Bestandteil weiterer Planungen.

Solveig Roth hakte nach, ob die Doblinger Gruppe tatsächlich nur Mietwohnungen errichten möchte. Die Unternehmensgruppe habe Ziele, die sie verfolge, so der Bürgermeister. Im Rahmen der weiteren Gespräche und einem städtebaulichen Vertrag ließen sich auch die Wünsche und Vorstellungen beider Seiten regeln.

Thema war zudem das Biotop westlich der Hohenbrunner Straße

Thema war zudem das Biotop westlich der Hohenbrunner Straße. Vizebürgermeisterin Anke Lunemann (Grüne) betonte, dass durch die laufende artenschutzrechtliche Kartierung das Biotop in seiner heutigen Größe wohl gesichert sei. In einer Klausur hatte sich der Gemeinderat schon ernsthafte Gedanken gemacht: „Wir haben entschieden, die ökologisch wertvolle Fläche zu erhalten“, so Lunemann. Der hohe ökologische Wert werde auch in der Gemeinde gesehen und berücksichtigt, versicherte Bauamtsmitarbeiter Martin Strobl.

Vorsichtig optimistisch zeigte sich Straßmair auf die Frage, wann die Schulen fertiggestellt werden. Realistisch sei, sagte er, dass im September 2026 die Schultüren geöffnet werden. „Das Schuljahr 2025/26 halte ich dann eher für ambitioniert.“

VON WOLFGANG J. ROTZSCHE

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