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Haushalt Hohenbrunn: Pro-Kopf-Verschuldung steigt stark an

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Von: Wolfgang Rotzsche

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Symbolbild - Euro
Die Aufgaben machen eine Kreditaufnahme erforderlich. © Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Die hohe Pro-Kopf-Verschuldung wird in diesem Jahr stark ansteigen. Lag diese 2018 noch bei 399 Euro, wird sie heuer bei 2700 Euro liegen. Das monierte ein Gemeinderat in Hohenbrunn.

Hohenbrunn – Auf 271 Seiten ist nachzulesen, wie sich die Gemeinde Hohenbrunn die Einnahmen und Ausgaben für dieses Jahr vorstellt. Herrin über die Zahlen ist seit Nadja Marx. Die Kämmerin hat bereits im Frühherbst 2021 wieder im Rathaus abgefragt, welche finanziellen Mittel als notwendig angesehen werden. Dann wurden Vorgespräche und Diskussionen geführt, erst im Haus selbst und dann in drei Sitzungen des Finanzausschusses. Schließlich wurde der Haushalt dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt. Er hat ihn fast einstimmig genehmigt.

50 Millionen Euro ist das Haushaltsvolumen groß

Rund 50 Millionen Euro macht der Haushalt in der Gesamtsumme aus. Im Vergleich zum Vorjahr steckt darin ein Plus von 5,5 Millionen Euro. Um den Vermögenshaushalt auszugleichen, hat Marx für dieses Jahr eine Entnahme aus der Rücklage (4,1 Millionen Euro) und Grundstücksveräußerungen (4,5 Millionen Euro) vorgesehen. Auffällig ist beim Haushalt eine Darlehensaufnahme in Höhe von mehr als sieben Millionen Euro. Doch diese ist auch gleich begründet. Der Betrag ist für den Kauf eines Grundstückes westlich der Bahn zum Bau eines weiteren Schulareals geplant.

Das Schulgelände westlich der Bahn

Viel hat sich Hohenbrunn vorgenommen. Das zeigen die Vorjahre, in dem vor allem der Schul- und Sportcampus Riemerling genannt werden darf. Aber auch in Zukunft wird die Kommune nicht müde zu bauen. Da ist zuallererst natürlich das Schulgelände westlich der Bahn zu nennen.

Die mittelfristige Planung für die Jahre bis 2025 zeigt auch noch den barrierefreien Ausbau des Hohenbrunner Bahnhofs, der Grund-/Wohnungserwerb an der Putzbrunner Straße, Arbeiten in der Wasserversorgung und die Neuerrichtung des Feststadels am Bauhof.

Sanierung oder Neubau des „Hauses des Kindes“

Im Vorbericht der Kämmerin ist auch das „Haus des Kindes“ in der Georg-Kerschensteiner-Straße in Riemerling-Ost erwähnt. Die älteste Kinderbetreuungseinrichtung sei in die Jahre gekommen. „Es wird zu überlegen sein, ob hier eine Sanierung oder ein Umbau oder eventuell ein Neubau eine wirtschaftliche Alternative ist, um die Kinderbetreuung auch in Zukunft adäquat und zeitgemäß gewährleisten zu können“, merkt Marx an. Doch in diesen Worten steckt noch viel Spekulation drin, weil die Gemeinde auch heuer erst einmal schauen muss, die anvisierten Ziele zu meistern, stets mit der Hoffnung im Hinterkopf, dass vor allem die Einnahmeseite auch so sein wird, wie erhofft.

Den Finger in die Wunde legte das Bürgerforum, das bei der Haushaltsdebatte monierte, wie hoch die Pro-Kopf-Verschuldung steigen werde. Lag diese 2018 noch bei 399 Euro, so werde sie heuer bei 2700 Euro liegen. Nach Ansicht der Gruppierung werde die Kommune aufgrund des Schulden- und Rücklagenstandes bald kaum mehr große Sprünge machen könnten. Der Haushalt sei „auf Kante genäht“. Sie waren aber mit dieser Meinung alleine im Gemeinderat.

Haushalt in Zahlen

VW-Haushalt: 29,2 Mio.
VM-Haushalt: 20,5 Mio.
Haushalt gesamt: 50 Mio.
Gewerbesteuer: 8,8 Mio.
Grundsteuer: 121 500
Einkommensteuer: 7,7 Mio.
Personalausgaben: 8,5 Mio.
Kreisumlage: 7,8 Mio.
Kreditaufnahme: 7 Mio.
Rücklage: 10,3 Mio.
Entnahme aus Rücklagen: 4,1 Mio.
Schulden zum Jahresende: 14,7 Mio.

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