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Draufsicht auf das Muna-Gelände: Rot ist der Verwaltungsteil (der heute ganz anders aussieht) blau der gefährliche Abschnitt.

Flächennutzung

Muna bald ein Park wie in Kanada?

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Das Gelände der Muna in Hohenbrunn ist zum Teil für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Das soll sich jetzt ändern.

Hohenbrunn – Von den 80 Bunkern auf dem Gelände des Munitionsdepots in Hohenbrunn ragen die Eingänge wie Schlupflöcher heraus, so gut getarnt wie heute waren sie noch nie. Die Natur holt sich ihr Gebiet zurück, während die Öffentlichkeit das Gelände nicht betreten darf. Jetzt aber verständigte sich der Gemeinderat darauf, Voraussetzungen zu schaffen, um den gefährlichen Bereich des ehemaligen Munitionsdepots für jedermann zu öffnen. Die Mandatsträger folgten damit einem Antrag der Grünen-Fraktion. Martina Kreder-Strugalla betonte, es müsse endlich etwas geschehen: „Wir brauchen eine genaue To-do-Liste.“

Wichtig ist dabei, ein Einvernehmen mit der Nachbargemeinde zu erzielen, da die bisher eingezäunte Fläche sowohl auf Hohenbrunner als auch auf Siegertsbrunner Flur liegt. Nur immer Miteinander sei diese Öffnung sinnvoll. Für die Grünen ist klar, dass die Öffentlichkeit Zugang zu dem Gelände haben muss. Dies sei auch in der Gesetzgebung so verankert, schließlich handele es sich hier größtenteils um Wald. Eines der Kaufargumente des Geländes sei seinerzeit gewesen, ein Naherholungsgebiet zu haben. „Im Ballungsraum München wird das immer wichtiger“, sagte Martina Kreder-Strugalla (Grüne). Sie fügte hinzu: „Wir sollten uns nicht jedes Wochenende in Karawanen zum Tegernsee in Cabrios bewegen.“

Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) wollte sich einer Öffnung des Muna-Geländes nicht verweigern. Strittig sei eher die Frage, welcher Zeithorizont realistisch sei. Viele Belange müssten geklärt werden, bevor der Zugang gefahrlos gewährleistet werden könne.

Stückweise nähert sich die Gemeinde ihrem Ziel an. So wurden bereits Gebäude abgerissen und eine Zisterne aufgemacht. Flächen für den Naturschutz kamen hinzu. Als besonders heikel gelten die Bunker. Anton Fritzmaier (CSU) merkte an, dass ja noch offen sei, ob die Bunker gesichert, gesprengt oder deren Eingänge mit Kies verschlossen werden sollen. Zudem gebe es 20 verborgene Luftschutzkeller. Die Sicherung koste Geld, worüber geredet werden müsse. „Wir brauchen erst ein Konzept, dann können wir über eine Zeitschiene sprechen.“ Karlheinz Vogelsang (ÜWG-FW) wollte die Ideen aus der Bevölkerung einfließen lassen. „Es könnte ein Park werden wie in Kanada. Die geteerten Wege könnten belassen werden, weil sie für ältere Menschen besser begehbar sind.“ Peter Berger (ebenfalls ÜWG-FW) erinnerte daran, dass die Gemeinde die Fläche günstiger erworben hat, um dann das Sondergebiet wieder ordnungsgemäß zurückzubauen. Hier habe Hohenbrunn eine Pflicht zu erfüllen.

Das weitere Vorgehen sieht so aus: Zuerst will Hohenbrunn das Gespräch mit Höhenkirchen-Siegertsbrunn suchen und herausfinden, wie es sich die Nachbargemeinde vorstellt. Dann könnte eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden.

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