Was die Arbeiterinnen da polieren: keine Mitra, Holzwanderstock statt Bischofsstab – müssen Weihnachtsmänner sein.
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Was die Arbeiterinnen da polieren: keine Mitra, Holzwanderstock statt Bischofsstab – müssen Weihnachtsmänner sein.
Der echte, bayerische Nikolaus: Ein Heiliger, ein Bischof mit Stab und Mitra. Fesey hält ihn in Ehren. Doch außerhalb Bayerns und Österreichs kann die Kundschaft wenig mit ihm anfangen.
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Der echte, bayerische Nikolaus: Ein Heiliger, ein Bischof mit Stab und Mitra. Fesey hält ihn in Ehren. Doch außerhalb Bayerns und Österreichs kann die Kundschaft wenig mit ihm anfangen.
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Schokoladen-Manufaktur Fesey

Nikolaus steht im Konkurrenzkampf mit dem Weihnachtsmann

Hohenbrunn - Außerhalb Bayerns führt der Heilige Nikolaus nur noch eine Randexistenz; verdrängt vom heidnisch-kommerziellen Weihnachtsmann. Das gilt auch für den Schoko-Sektor – doch die Manufaktur Fesey in Riemerling hält den echten Nikolaus im Bischofsgewand noch in Ehren.

An und für sich ist es ganz einfach. Der Heilige Nikolaus wird als Bischof mit einer Mitra (Mütze), einem Stab und einem Brustkreuz dargestellt. Doch auch in Bayern gibt es in den allermeisten Fällen den Weihnachtsmann käuflich zu erwerben, auch als Süßwarenartikel, vor allem in Schokolade gegossen. Das Riemerlinger Unternehmen „Fesey“ bildet seit einiger Zeit eine Ausnahme. Sie stellen auch echte Nikoläue her. Und das aus Überzeugung, wie der Firmenchef Hugo Seybold (53) versichert. „Schon meine Eltern haben den Nikolaus ins Sortiment genommen. Wir versuchen, in Bayern dem heiligen Mann den Rücken zu stärken.“

Pflege der christlichen Tradition

Einerseits sei Familie Seybold gläubig und pflege christliche Traditionen. Andererseits möchte das Familienunternehmen in der Vielzahl von Weihnachtsmännern auch eine Alternative bieten. Was gut ankommt bei Kunden. Eigentlich habe die Firmengründerin Margarethe Fenchl bereits den ersten Nikolaus in ihrer Feinbäckerei in der Münchner Inneren Wienerstraße gefertigt (1933 gegründet, seit 1946 in Riemerling). Damals wie heute gilt aber, dass der Schoko-Nikolaus nur regional Absatz findet; in Bayern und Österreich. Bei der internationalen Süßwarenmesse werden zwar die ausgestellten Nikolaus-Figuren von der Fachkundschaft mit Interesse begutachtet, aber nicht geordert.

Deswegen muss auch „Fesey“ zweigleisig fahren. Wobei der Nikolaus eher auf dem Nebengleis fährt: Der Anteil der Weihnachtsmänner an der Produktion macht 95 Prozent aus. „Wir haben so viele unterschiedliche Weihnachtsmänner in unserem Angebot und verkaufen diese europaweit“, erklärt Hugo Seybold das. Nikoläuse werden von Confiserien, Ladengeschäften und Kirchen geordert. „Wir haben eine Marktlücke gefunden, die zunimmt“, sagt Seybold. Immer wieder gibt’s auch positive Resonanz, dass der „richtige Nikolaus“ angeboten wird.

Alles in Handarbeit

Bei „Fesey“ werden die Schokoladenprodukte in Handarbeit hergestellt. „Wir arbeiten nach Auftragslage und haben so keine Überproduktion“, sagt Geschäftsführer Seybold. Im Juni sei der erste Nikolaus für dieses Jahr gegossen worden. Bei „Fesey“ gibt’s den Bischof in Zartbitter, Milch- und weißer Schokolade, mal bemalt, mal in Stanniol verpackt. Die kleinste Figur misst sieben Zentimeter und wiegt zwölf Gramm, die größte bringt es auch 65 Zentimeter und stattliche acht Pfund. Insgesamt werden an Weihnachten rund 40 Tonnen Schokolade in Figuren umgewandelt. Genauso viel wie an Ostern. Die als Kuvertüre angelieferte Schokolade wird eingeschmolzen, in die Formen gegossen und geschleudert, damit sich die Schokolade überall schön verteilt. Händisch werden Gesichter in die Formen vorgemalt.

Helga Seybold-Herweg (56) betont, dass in der Familie weiterhin der Nikolaus auch verschenkt wird. Aus Überzeugung. Sie sieht das Familienunternehmen als „Lieferant von Glücksgefühlen“. Schokolade habe eben besondere Auswirkungen auf die Seele des Menschen.

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