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Vor einem seiner künftigen Arbeitsplätze , St. Albertus Magnus Ottobrunn, steht Pfarrer Martin Ringhof (links) mit seinem amtierenden Vorgänger Stefan Scheifele (52). Ringhof (43) übernimmt den Pfarrverband Vier Brunnen-Ottobrunn.

Neuer Pfarrer

Der Herr der sieben Kirchen

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Mangel an Gläubigen, Mangel an Priestern: Die Kirche schrumpft. Gleichzeitig nehmen die Aufgaben derer zu, die ihr treu sind. Wie im Riesen-Pfarrverband Vier Brunnen-Ottobrunn. Den leitet bald Martin Ringhof. Als Pfarrer – und als Seelsorge-Manager.

Ottobrunn/Landkreis – Die nackten Zahlen hat der Neue prompt parat: 15 000 Katholiken, sieben Kirchen in sechs Pfarreien, zwei Pfarrverbände, die nun einer sind. Zurückhaltender äußert sich Martin Ringhof, ab November Leiter des Pfarrverbands Vier Brunnen-Ottobrunn darüber, was er mit seinen neuen Schäfchen vorhat. „Ankommen, zuschauen, zuhören“, sagt der 43-jährige Priester nach einer Denkpause. „Nichts über den Haufen werfen.“

Derzeit noch in Ampfing

Seit heute ist es offiziell: Ringhof, derzeit noch Pfarrverbandsleiter in Ampfing (Kreis Mühldorf), folgt auf den Übergangs-Pfarradministrator Stefan Scheifele, den Kardinal Reinhard Marx mit der Errichtung des Pfarrverbands beauftragt hat. Ringhof will keine Übergangslösung sein, sondern „die üblichen zehn bis 15 Jahre“ bleiben. „Länger ist nie gut“, hat er beobachtet.

Doch viel lieber als vom Aufhören spricht der designierte Pfarrverbandsleiter vom Anfangen. Sein Versprechen, an die vielen Gläubigen, die er betreuen wird: „Jede Pfarrei soll das Gefühl haben: Wir gehen nicht unter.“ Am sonntäglichen Gottesdienst vor Ort werde nicht gerüttelt. Vielleicht könne er das Angebot sogar erweitern. In Ampfing habe er gute Erfahrungen mit „Event-Gottesdiensten“ gesammelt, wie Messen bei Kerzenlicht oder Paar-Gottesdiensten zum Valentinstag. „Ich habe viele Ideen.“

Mehr Aufgaben für die Laien

Eins ist jedenfalls klar: Die Laien werden mehr zu tun bekommen, sie sollen die Gemeinden vor Ort zusammenhalten und öfter selbst Wortgottesdienste wie die Maiandacht gestalten – „nicht nur aus Notwendigkeit, sondern weil das etwas sehr Schönes ist“, findet Ringhof. Und schließlich sei jeder Christ aufgerufen, das religiöse Leben in seiner Gemeinde mitzugestalten: „Der Taufschein ist nicht die Kundenkarte für den Servicebetrieb Kirche.“

Pfarrer und Manager

Und doch hat der Pfarrverband Vier Brunnen-Ottobrunn, der seit der Fusion im März zu den größten in der Diözese gehört, etwas von einem Unternehmen – das merkt man an der Wortwahl des baldigen Chefs: „Managen, das Setting liefern, das Team coachen“ – so umreißt Pfarrer Ringhof seine Kernaufgaben. Dazu gehöre, den Pfarreien den „Verbandsgedanken“ zu vermitteln, sagt er – und zieht den Vergleich mit einer Familie, in der der Vater dafür zu sorgen habe, dass sich jedes Kind eigenständig entwickelt, aber auch die Gemeinschaft nicht zu kurz kommt. Und schließlich mache eine Wallfahrt, ein Ausflug oder ein Fronleichnamsgottesdienst mehr Freude, wenn der Bus oder die Kirche voll ist, weil mehrere Pfarreien gemeinsam unterwegs sind.

Verwaltungsleiter als Unterstützung

Ringhof hat nicht von Anfang an als Pfarrmanager gedacht. „Ich bin Priester geworden, um Priester zu werden“, sagt er. Was auf einen solchen an Verwaltungs- und Koordinationsarbeit wartet, „das dämmert einem erst später“. Doch den Pfarrverband Ampfing zu managen, habe ihm zuletzt ähnlich viel Freude bereitet wie das reine Priesterdasein.

Zumal ihm für die profanen Aufgaben ein Verwaltungsleiter beigestellt ist, der sich um Personal- und Gebäudemanagement, Versicherungen oder Brandschutz kümmert. „So muss ich keine Dinge tun, von denen ich zu wenig Ahnung habe“, sagt der künftige Pfarrverbandschef. Damit einher geht wohl, das zeichnet sich in Kirchenkreisen ab, dass der Pfarrverband künftig mit weniger Seelsorger-Stellen auskommen muss. Das können zwar weder Ringhof noch sein Vorgänger Scheifele bestätigen, doch dank des Verwaltungsleiters, da ist sich der neue Chef sicher, bleibt so oder so mehr Zeit für das, was er bei allem Managertum am liebsten macht: Gottesdienste feiern, besonders Hochzeiten und Taufen. Mit Kindern über Gott und die Welt philosophieren. Das seelsorgerische Hauptgeschäft eben. 

Mehr Qualität als Quantität

Zwar seien die Kirchen heute nicht mehr so voll wie früher, doch die Gläubigen kämen dafür eher aus Überzeugung statt wegen des sozialen Drucks. „Da ist mir die Qualität lieber als die Quantität“, sagt Ringhof.

Seine neuen Schäfchen hat der Pfarrer bei den ersten, diskreten Besuchen an der künftigen Wirkungsstätte noch nicht getroffen. Erst am Wochenende hat er in Ampfing seinen bevorstehenden Abschied verkündet, kurz davor wurden die Mitarbeiter der Pfarrverbände informiert. Doch einen ganz privaten Bezug hat Pfarrer Martin Ringhof zum Pfarrverband Vier Brunnen-Ottobrunn bereits: Seine Eltern haben in der Kirche St. Stephanus in Hohenbrunn geheiratet.

Der Pfarrer im Steckbrief

Martin Ringhof (43), künftiger Pfarrverbandsleiter von Vier Brunnen-Ottobrunn, wuchs auf in Laufen an der Salzach im Berchtesgadener Land. Nach Abitur und Wehrdienst riss der Kontakt des ehemaligen Ministranten zur Kirche zunächst ab. Er studierte Mittelalterliche Geschichte in München, bevor ihn „aus heiterem Himmel“, wie er erzählt, die Frage nach dem Sinn des Lebens traf. Er beschäftigte sich privat mit Philosophie und kam darüber schließlich zur Theologie. Am 7. Juni 1997, an das Datum erinnert er sich genau, besuchte er im Alter von 22 Jahren in seiner Heimat Laufen einen Gottesdienst, in dem ihn die Predigt beeindruckte. „Das war jetzt gar nicht so ein Schmarrn“, habe er damals gedacht.

Ein Jahr bei den Jesuiten

Der Gedanke, selber Priester zu werden, ließ ihn daraufhin nicht mehr los. Er liebäugelte mit den Jesuiten, absolvierte ein Jahr Noviziat in Nürnberg, schwenkte dann aber um: Am 11. September 2001, als die Welt in Flammen aufzugehen schien, entschied er sich fürs Münchner Priesterseminar. „Die Terroranschläge habe ich darum gar nicht so wahrgenommen“, erinnert er sich. 2007 wurde er zum Priester geweiht, war drei Jahre lang Kaplan in Teisendorf unweit seiner Heimat. Ein Jahr verbrachte er als Pfarrvikar in Mühldorf. Die Stadtpfarrei ist in ihrer Größe vergleichbar mit dem Pfarrverband Vier Brunnen Ottobrunn. Seit 2011 leitet er den Pfarrverband Ampfing (Kreis Mühldorf) mit sechs Pfarreien und 8000 Katholiken. Privat geht Martin Ringhof joggen, singt und nimmt Gesangsstunden, spielt etwas Gitarre. Er liest Theologisches, Philosophisches, Historisches, gerne die Romane von Robert Harris. Kleine Sünden, die ihn manchmal locken, sind Bier und Schokolade.

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