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Klare Verhältnisse an der Bahnhofstraße: Dort gibt‘s bald ein Halteverbot.

Halteverbot an der Bahnhofstraße

Resoluter Kampf gegen Parkchaos

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Die seichte Tour hat nichts gebracht, nun werden die Bandagen härter:  Hohenbrunn verhängt entlang der Bahnhofstraße ein Halteverbot. 

Hohenbrunn – Die Probleme östlich des Bahnhofes in Hohenbrunn sind massiv: Auf dem Park-and-Ride-Platz funktioniert das Parken. Aber südlich davon wurden oftmals Anhänger, Transporter, Wohnwagen und andere Gefährte abgestellt. Zudem erschweren geparkte Autos die Durchfahrt an der Bahnhofstraße, vor allem für Busse. Fußgänger und Radfahrer haben es auch nicht leichter.

Abhilfe sollte zunächst geschaffen werden, indem eine Kiesfläche so umgebaut wird, dass ein Abstellen dort nicht mehr möglich ist, unter anderem mit Zäunen, Steinen und einem Erd-Schottergemisch. Zwar wurde die Parksituation besser, aber immer noch standen wild parkende Autos entlang der Bahnhofstraße. Um mehr Sicherheit zu schaffen, schlug die Rathausverwaltung nun als zweiten Schritt die Einführung eines Halteverbots vor.

Diese Idee kommt nicht bei allen Anwohnern der nahe gelegenen Kirchstockacher Straße an. Sie haben in ihrem Wohnquartier zu wenig Parkplätze und nutzen die Bahnhofstraße, vor allem für die Zweitautos. Denn der Bebauungsplan aus den 1980er Jahren forderte für jede Wohneinheit nur einen Stellplatz. Aus heutiger Sicht zu wenig.

Es gab deswegen Gespräche mit Anwohnern und einen Ortstermin. Vorgeschlagen wurde, am Halteverbot festzuhalten, aber im Park-and-Ride-Bereich Ausnahmeregelungen für die Anwohner zuzulassen.

Das missfiel der Dritten Bürgermeisterin Regina Wenzel (SPD). Sie regte an, die alte Kiesfläche einfach wieder zu öffnen. Ein Schild soll darauf aufmerksam machen, dass dort auf gemeindlichem Privatgrund jederzeit widerruflich Autos abgestellt werden könnten. Winterdienst und Haftungen sollen aber ausgeschlossen werden. Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) konnte sich damit nicht anfreunden: „Wenn wir eine Gefahr eröffnen, dann hängen wir mit drin.“ Will heißen, aus der Haftung wird die Kommune wohl nicht sein. Er befürchtet auch, dass die Probleme nur verschoben werden: „Dann sitzen wir in einem Jahr wieder da.“ Trotzdem fand sich eine Mehrheit für Wenzels Vorstoß.

Somit gibt es nun aber keine Ausnahmeregelungen für die Anwohner der Kirchstockacher Straße an der Bahnhofstraße. Diese sah Anton Fritzmaier (CSU) sowieso kritisch: „Wir könnten damit Begehrlichkeiten oder sogar einen Präzedenzfall wecken.“ Einig war sich der Ausschuss, das Halteverbot anzuordnen. Auch soll geprüft werden, ob ein Gehweg möglich ist, um es für Fußgänger sicherer zu machen. Wolfgang Schmidhuber (Grüne) mahnte, alle Maßnahmen zu begrenzen. „Wir haben immer noch die Neugestaltung des Bahnhofsareals im Blick.“ Deswegen sollte seiner Meinung nach kein zu großer und teurer Aufwand betrieben werden.

Franz Braun (CSU) brachte für die Bahnhofstraße zudem eine Geschwindigkeitsbeschränkung ins Spiel. Derzeit ist sie eine Tempo-30-Zone. Hier sei Luft nach unten. Braun dachte über 10 km/h oder eine „Spielstraße“ nach. Abwegig erscheint der Vorschlag nicht. Straßmair sagte, dass dort immer wieder Tempomessungen durchgeführt und geahndet werden: „Führerscheine wurden deswegen schon entzogen.“  

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