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Eingespieltes Team über und unter Wasser: Claudio Zimmermann (l.) und Roman Ponsa von der Freiwilligen Feuerwehr Unterschleißheim.

Unsere Serie zur Sommer-Hitze

Die coolsten Arbeitsplätze im Landkreis - Abtauchen, wenn andere schwitzen

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  • Josef Ametsbichler
    Josef Ametsbichler
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Die Sonne brütet über dem Landkreis. Wohl dem, der einen kühlen Arbeitsplatz hat. Jeden Tag stellen wir einen dieser coolen Jobs vor. Claudio Zimmermann taucht der Hitze einfach davon.

Abtauchen, wenn andere schwitzen

Donnerstag, 27. Juni:

Unterschleißheim – Claudio Zimmermann findet es großartig, wenn er bei dieser Hitze in einen See eintaucht und und das kalte Wasser langsam in seinen Neoprenanzug läuft. „Wenn es draußen heiß ist, ist das natürlich super“, sagt der 27-Jährige aus Unterschleißheim. Claudio Zimmermann ist Berufsfeuerwehrmann und bei der Freiwilligen Feuerwehr in seiner Heimatstadt auch einer der Ausbilder in der Taucherstaffel. Manchmal kann es ganz schön in die Tiefe gehen, etwa im Regatta See in Oberschleißheim, der laut Zimmermann ungefähr 19 Meter misst.

Claudio Zimmermann von der Freiwilligen Feuerwehr Unterschleißheim.

Der 27-Jährige und die Taucher der Freiwilligen Feuerwehr Unterschleißheim absolvieren regelmäßige Übungen bei diversen Tauchgängen in den benachbarten Seen, zum Beispiel im Mallertshofer oder Unterschleißheimer See. Und so tauchen die Ehrenamtlichen in 16 bis 18 Grad warmem Wasser. Zimmermann trägt dann einen Neoprenanzug und darüber einen fünf Millimeter dicken „Shorty“, einen kurzen Neoprenanzug. Im vergangenen Jahr, als die Sommerhitze Bayern fest im Griff hatte, trug der 27-Jährige beim Tauchen oft nur diesen Shorty. „Das war warm genug.“ Und könnte heuer durchaus wieder vorkommen. Neben den Übungen, die bei Außentemperaturen von weit über 30 Grad für Abkühlung sorgen, wird es bei Einsätzen ernst: Dann, wenn die Rettungstaucher Menschen bergen müssen, die untergegangen sind. Zu etwa 15 Einsätzen seien die Unterschleißheimer Taucher im vergangenen Jahr gerufen worden, so Zimmermann, drei Menschen hätten sie 2018 „heraustauchen“ müssen. Sie waren ertrunken. 

Der Kaltmacher

Mittwoch, 26. Juni:

Hohenbrunn – Die Maschine schnauft, zittert und spuckt: Alle paar Sekunden prasselt aus der Mündung weißes Granulat – kalt genug, um sich die 

In den Trockeneis-Regen darf Christian Höckenreiner nicht zu lange greifen: Die Pellets sind minus 78 Grad kalt. Aber auch eine angenehme Kühlung.

Finger zu verbrennen. „Nur locker anfassen, nicht zu lange festhalten!“, warnt Christian Höckenreiner. Der Chef der Firma Puretexx aus Hohenbrunn-Riemerling hat einen Arbeitsplatz, um den ihn dieser heißen Tage viele beneiden dürften: Er produziert in seiner Werkshalle minus 78 Grad kaltes Trockeneis – bis zu zwei Tonnen am Tag. Trockeneis ist gefrorenes CO2, das als Abfallprodukt zum Beispiel in Heizkraftwerken anfällt – und in Eisform noch einen Nutzen hat.

Höckenreiners Firma verkauft den aus der Abluft gefilterten Stoff als Kühlmittel – zum Beispiel zum Transport von Spender-Organen oder für die Lagerung empfindlicher Lebensmittel – oder setzt das Trockeneis zum rückstandsfreien Hochdruckreinigen ein, bevor es endgültig in die Atmosphäre verdampft. „Klimaneutral!“, wie der 36-jährige Chef betont.

In den Trockeneis-Regen darf Christian Höckenreiner nicht zu lange greifen: Die Pellets sind minus 78 Grad kalt. Aber auch eine angenehme Kühlung.

Aber auch für ihn und seine Mitarbeiter hat das Produkt so seine Vorzüge: Der weiße Nebel, der beim Strahlern oder bei der Herstellung durch die Halle wabert, verschafft ihnen bei den aktuellen Temperaturen eine angenehme Abkühlung. „Im Sommer ist das eine herrliche Sache“, sagt Höckenreiner. Und: Getränke, die man in die weißen Pellets legt, sind in Minutenschnelle eisgekühlt. Während der Arbeitszeit gibt’s Wasser und Apfelschorle, versteht sich. Und pünktlich zum Feierabend steht das Bier kalt.

ja/hei

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