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Unter einem Dach: Pfarrheim und Rathaus (Haus vorne rechts).

St. Stephanus Hohenbrunn

Pfarrheim soll neu gebaut werden

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Das Pfarrheim von St. Stephanus soll neu gebaut werden. Und zwar so groß, dass auch das Rathaus profitiert. Doch alles hängt amVotum des Gemeinderats.

Hohenbrunn – Es ist eine „historische Möglichkeit“, findet Hohenbrunns Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU). Sollte das Pfarrheim von St. Stephanus nicht von Grund auf saniert, sondern abgerissen und neu gebaut werden, gäbe es deutlich mehr Platz für das Rathaus in dem Gebäude. Doch diesen Plänen muss der Gemeinderat in seiner Sitzung am morgigen Donnerstag erst einmal zustimmen.

Entgegen bisheriger Überlegungen, das Pfarrheim im Kern zu sanieren und umzubauen, steht nunmehr der Abriss und Neubau im Raum. Das habe sich im Gespräch mit der Gemeinde als der bessere Weg abgezeichnet, erklärt Kirchenpfleger Jürgen Blöchinger. „Aufgrund der Gebäudesubstanz rechnet es sich nicht, zu sanieren.“ Da der Hausteil aus den Vorkriegsjahren, in dem die Pfarrei ihre Räume hat, nicht unter Denkmalschutz steht, sei ein größerer Neubau sinnvoller. Der Gebäudeteil, in dem das Rathaus untergebracht ist, steht unter Denkmalschutz und darf nicht abgerissen werden.

Die Pläne im Einzelnen: Im Neubau soll im Erdgeschoss ein großer Saal entstehen. Im ersten Obergeschoss werden Räume der Pfarrei untergebracht, im zweiten Ober- und im Dachgeschoss Büros, die die Gemeinde mietet. Zudem sind ein Treppenhaus (zweiter Fluchtweg fürs Rathaus) und Sanitärräume geplant, die vom Neubau und aus dem alten Gebäudeteil nutzbar sind. Ein Aufzug soll Rathaus und Pfarrhof barrierefrei erschließen.

Die Pfarrei wird als Bauherrin auftreten und erhält vom erzbischöflichen Ordinariat München einen Zuschuss von rund 900 000 Euro. Weiterhin erhält die Pfarrei Unterstützung eines Spenders, der nicht öffentlich in Erscheinung treten will. Dieser wird auch zu einem möglichen Neubau eine halbe Million Euro zusteuern, habe er wissen lassen, sagt Blöchinger. Bis zu 100  000 Euro kann die Kirchenstiftung Sankt Stephanus beisteuern. Und dann gibt es einen Zuschuss der Gemeinde. Bisher hat die Kommune per Ratsvotum 1,2 Millionen Euro zugesichert. Straßmair hofft, dass der Gemeinderat einer Erhöhung dieser Summe auf 1,5 Millionen Euro mitträgt – und morgen absegnet. Er rechnet vor, dass mehr Geld durch konjunkturbedingten Kostensteigerungen und Umplanungen nötig ist. Doch dafür erhalte die Gemeinde die einmalige Chance, fürs Personal mehr Büros im Gebäudetrakt am Pfarrer-Wenk-Platz zu bekommen. „Die Außenstellen können dann aufgelassen werden, das Rathaus wird endlich barrierefrei, und es entsteht ein 120 Quadratmeter großer Pfarr-, Rats- und Bürgersaal in zentraler Lage Hohenbrunns“, schwärmt das Gemeindeoberhaupt. Ein Nutzungsvertrag für 30 Jahre sei schon mit der Pfarrei abgeschlossen.

Im Monat wird die Gemeinde 2000 Euro Miete überweisen. Das sind Kosten, so Straßmair, die anderweitig auch fällig werden. Für die Außenstelle gegenüber vom Rathaus zahlt die Kommune derzeit 1000 Euro Miete. Und die Fachstelle Kindertagesstätten muss die Räume in der Kinderwelt bald verlassen, weil sie von der Kita benötigt werden, erklärt Geschäftsleiter Thomas Wien. Auch für diese Mitarbeiter braucht es Ersatzräume. Kirchenpfleger Blöchinger beurteilt die Kooperation zwischen Pfarrei und Gemeinde als „eine epochale Geschichte“. Beide Seiten würden vom Neubau profitieren.

Der Zeitplan ist straff. Ende 2019 könnte der Neubau fertig sein. „Dann muss aber wirklich alles perfekt laufen“, betont Blöchinger. Deswegen hofft er auf grünes Licht vom Gemeinderat. Die Sitzung am morgigen Donnerstag beginnt um 19.45 Uhr im Lehrsaal der Feuerwehr Hohenbrunn.

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