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Gemeinsame Arbeit an einem Herzensprojekt: 

HPCA baut in Hollern: Arbeiten und Wohnen am Geflügelhof

Unterschleißheim - Über „ein Projekt mit Vorbildcharakter“ freuen sich Unterschleißheims Bürgermeister Christoph Böck und sein Amtskollege aus Eching (Landkreis Freising), Sebastian Thaler.

Gemeinsam habe sie den Grundstein gelegt für einen Neubau des Heilpädagogischen Centrum Augustinum (HPCA) am alten Geflügelhof in Hollern. 

Im HPCA an der B 13 sind seit dem Jahr 1954 Kinder mit Behinderung, Jugendliche und Erwachsene eingeladen, ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen. In der freundlich gestalteten Anlage am Geflügelhof 16 sind sie vornehmlich in der Gärtnerei beschäftigt. Der Betrieb beliefert Kunden aus der Wirtschaft. Der voraussichtlich im Juli kommenden Jahres fertiggestellte Neubau bietet den Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, auch im HPCA zu wohnen. Zur Zeit sind die „Hollerner“ auf HPCA-Wohnheime in München und im Norden des Landkreises verteilt. Die Mehrzahl der Menschen wohnt in der HPCA-Anlage an der Sondermeierstraße in Unterföhring. 

Gerdi Seibold etwa ist schon eine Weile mit von der Partie in Hollern. Jetzt freut sie sich auf ein eigenes Zimmer mit Bad. Sie hofft auf viel Platz im neuen Haus, darauf, „Zeit mit Freunden zu verbringen, einem Hobby nachzugehen und im Garten die Sonne zu genießen“.

 Für 6,3 Millionen Euro entstehen in dem Neubau 39 modern eingerichtete Appartements. Jeder Bewohner ist mit seinem Appartement Teil einer sechsköpfigen Wohngruppe. Wie die übrigen Gebäude im Geflügelhof, wird auch der Neubau mit Holz vertäfelt. Das Dach wird begrünt. Die Idee, Wohnen und Arbeit an einem Ort zu verknüpfen, gefällt HPCA-Geschäftsführer Matthias Heidler besonders gut an dem Projekt: „Wo gibt es das sonst noch in unserer arbeitsteiligen, industrialisierten Welt?“ Dabei meint er, sie täglich zu spüren, diese Lust auf ein naturnahes, idyllisches Leben in einer intakten sozialen Gemeinschaft. „Ein Leben, um das uns mit Sicherheit einige großkopferte Schwabinger beneiden werden.“ 

Ähnlich sieht das Jutta Simon. Für die Dienststellen-Leiterin aller HPCA-Wohngruppen bietet der Neubau Bewohnern und Beschäftigten Räume, „in denen Beziehungen intern und extern wachsen werden“. Viel Wert legt sie auf weiterhin gute Kontakte zur Nachbarschaft. Dass seine Anfahrt vom benachbarten Unterschleißheim bei Weitem kürzer war, als der Weg, den der Amtskollege aus Eching zu bewältigen hatte, veranlasste Unterschleißheims Bürgermeister Böck, ein wenig Salz in offene Wunden zu streuen: Er habe ja Bedenken gehabt, überhaupt erscheinen zu dürfen, sagte er spitzbübisch. Schließlich gehöre der Geflügelhof formal zu Eching. Böck weiß ganz genau, dass nicht wenige Bürger des Echinger Ortsteils lieber Unterschleißheimer wären. „Darüber werden wir noch sprechen, lieber Kollege“, kündigte er dem kürzlich zum Echinger Bürgermeister gewählten Sebastian Thaler (SPD) an.

 Als Nachfolger von Josef Riemensberger (CSU) übernimmt Thaler auch Altlasten des Vorgängers. Dazu zählt die Hollern-Debatte. Vorerst ist Thaler „froh und auch etwas stolz, dass das HPCA in Eching ein Gebäude baut“, dem er durchaus eine Vorreiterrolle für ähnliche Projekte zutraut. Demnächst steht für den noch in München lebenden Rathauschef ein Umzug ins Haus. „Ich beneide Sie um diese gepflegte, schöne Einrichtung“, sagte Thaler: „Wenn ich meinen Garten dagegen sehe.“

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