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High-Tech-Bürogebäude: Die Allianz AG in Unterföhring. Im Innenhof des Firmen-Areals sieht es allerdings bald ganz anders aus.

Hüttenzauber auf dem Allianz-Campus

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Unterföhring - Keine Problem mit einem krassen Stilbruch hat die Allianz Deutschland AG in Unterföhring. 

Der Versicherungskonzern baut auf seinem hochmodernen Campus gerade ein weiteres Gebäude, das aber ist von ganz anderer Art: Als Treffpunkt für Mitarbeiter und Gäste entsteht vor fünfstöckigen Bürogebäuden eine kleine Almhütte.

Eigentlich gehört eine Alm ja in luftige Höhen. In Unterföhring aber entsteht die Hütte am Zentraleingang der Allianz Deutschland AG, gleich gegenüber vom S-Bahnhof. Klein und urig wird die Hütte aus echtem Altholz wirken, und vielleicht etwas verloren neben kantigen Bürobauten mit Fassaden aus Stahl und Glas. 

In einer Hütte wie dieser können bald die Mitarbeiter der Allianz AG in Unterföhring sitzen.

Der Bauausschuss des Unterföhringer Gemeinderats hat die Almhütte einstimmig genehmigt: 93 Quadratmeter groß, 4,80 Meter hoch und komplett aus Holz, zunächst befristet für fünf Jahre. Der Innenraum mit 60 Sitzplätzen wird mit Vorhängen und Dekoration gemütlich gestaltet. Die Hütte soll Ende Oktober fertig sein und dann Mitarbeitern und Gästen als Konferenz- und Partyraum dienen. Maximal 30 Veranstaltungen sollen hier pro Jahr stattfinden, heißt es von Seiten der Allianz. Es wird keine Freischankfläche und keinen Wasseranschluss geben. Das Essen wird mit Wärme-Wägen von der Allianz-Kantine in den Raum geschoben. Die befindet sich im jüngst eröffneten Neubau, den das renommierte Architekturbüros Auer und Weber geplant hat. Bis zum Jahresende sollen alle Ableger der Allianz und damit rund 8000 Mitarbeiter auf dem Campus in Unterföhring vereint sein, denn die Zusammenlegung fördert die Kommunikation und garantiert kurze Wege.

 Und darum geht es auch bei der Hütte: „Die Almhütte ist ein weiteres Angebot für unsere Mitarbeiter“, sagt Pressesprecherin Denise Cordes: „Das gastronomische Angebot in Unterföhring ist beschränkt. Darüber hinaus wohnen unsere Mitarbeiter teilweise weit entfernt und ein Feierabend-Treffen in der Stadt ist für viele mit Umwegen verbunden.“ Mitte Oktober ziehen mit dem Vertrieb die letzten Einheiten an den Campus. „In der Campus-Alm können sich die Kollegen in entspannter Atmosphäre auch abteilungsübergreifend vernetzen und nach der Arbeit gemeinsam etwas unternehmen“, sagt Cordes: „Wir haben das Angebot letztes Jahr getestet und es kam sehr gut an.“ Natürlich, sagt sie: „Ja, mit ihrem rustikalen Ambiente ist die Hütte ein echter Kontrast zu den modernen Arbeitsräumen, sie fällt aber dadurch mit Sicherheit gut ins Auge.“ 

Mit dem Hang zum Alpenländischen folgt die Allianz einem allgemeinen Trend. „Die Nachfrage nach Almhütten ist so groß wie nie zuvor“, sagt Caterina Beck von Peccoz. Ihre Firma mit dem schönen Namen „Von der Alm das Beste“ hat ihren Sitz in Dornach und plant auch die Alm auf dem Allianz-Campus. Bis nach London, Luxemburg, Österreich und in die Schweiz verleiht ihre Firma 30 Hütten. Bei den olympischen Spielen in Sotchi diente eine ihrer Almen als Deutsches Haus. „Das Geschäft läuft sensationell“, sagt die 41-jährige Geschäftsführerin, die die Firma mit ihrem Geschäftspartner Stefan Ermert vor zwei Jahren aus einer Eventagentur ausgegliedert hat: „Und nicht nur im Winter, wenn die Weihnachtsfeiern anstehen, ist die Nachfrage groß, sondern auch im Sommer, dann ist die Alm als Ergänzung im Biergarten sehr beliebt.“ 

Den Trend zum Hüttenzauber erklärt sie so: „Ich glaube, die Leute wollen etwas Ehrliches. Wenn man in eine Holzhütte kommt, spürt man sofort ein sehr bodenständiges Lebensgefühl. Der Vorstand sitzt neben der Sekretärin, das verbindet die Menschen.“

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