Mit Trillerpfeifen gehen die Ottobrunner auf die Straße, um zu zeigen, dass sie rechte Gewalt unter keinen Umständen hinnehmen wollen. foto: bro

Hunderte Bürger pfeifen nach Angriff auf türkischen Taxifahrer auf Nazis

Ottobrunn - Es herrschten kalte Temperaturen, doch die Stimmung war alles andere als frostig: Mit einem gellenden Pfeifkonzert haben mehrere hundert Bürger nach dem Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Magdalena auf dem Ottobrunner Bahnhofsvorplatz gegen Rechtsradikalismus demonstriert.

Sie reagierten damit auf den Übergriff gegen einen türkischen Taxifahrer, der vor wenigen Tagen in Ottobrunn von einem Nazi zusammengeschlagen worden war (wir berichteten).

Unter dem Motto „Wir pfeifen auf Nazis“ setzten die Kirchen in Ottobrunn im Rahmen einer ökumenischen Aktion zusammen mit den Nachbargemeinden jetzt ein Zeichen: „Wir pfeifen auf Rechtsradikale und auf Neonazismus , hier an diesem Ort und in der ganzen Bundesrepublik“, gab Pfarrer Mathis Steinbauer von der evangelischen Michaelskirche in Ottobrunn das Signal zum Protest. Daraufhin ergriffen alle die gelben Trillerpfeifen und bekundeten zwei Minuten lang ihre Wut über das Ereignis an der Tankstelle. Auch dem Opfer galt ihre Solidarität. „Genau deswegen haben wir diesen Ort gewählt. Bei uns sind alle Menschen willkommen“, sagte Steinbauer mit Blick auf die Taxistände und den von einem türkischen Pächter betriebenen DB-Bahnhofsstore.

Der Ruck ging quer durch alle Ebenen im Gemeindeleben, neben Bürgern waren auch zahlreiche Gemeinderäte und Funktionsträger von Vereinen gekommen. Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) mahnte zur Wachsamkeit: „Wir pfeifen auf eine Haltung des Wegduckens und Wegsehens. Was heute einem Mitbürger passiert, kann morgen jedem von uns passieren.“ Die rund 20-minütige Aktion verlief friedlich.

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