Hymnus an geheimnisvolle Natur

- Ausstellung in Burg Schwaneck

Pullach - Ein ganzes Orchester aus Farben muss Katarzyna Prusik in ihrer Palette versteckt haben. Entsprechend vielgestaltig präsentieren sich auch die Sujets der erst 18-jährigen polnischen Malerin beim Kreisjugendring München-Land auf der Burg Schwaneck: Aktstudie, Stillleben neben verwunschenem Landschaftsbild. Der Besucher nimmt somit Teil am Entstehen des Prusik-Kosmos. Manches "Frühwerk" besitzt noch Werkstattcharakter, aber ein unendliches Fließen und Sich-Verändern im kreativen Prozess gibt dieser Ausstellung einer Mal-Novizin, der hier und da schon Meisterliches gelingt, ihr charmantes, oft rührendes Flair.

Wichtiger noch, die Werke geben Auskunft über eine neue Epoche in Polen und deren Künstler-Avantgarde. Die bereits mit zahlreichen Auszeichnungen dekorierte Abiturientin, die später an der Akademie in Krakau studieren will, gehört schon jetzt einer Gruppe an, die sich vom Oberflächenrealismus abkehrt und in ihren Bildern oft einer Neoromantik huldigt. Farbstark sind ihre Landschaftsvisionen, ohne je die ungestüme Wildheit der Expressionisten zu kopieren. Sanfte Nebelschleier, wie in einem Aktzeichnungen voller Glamour und Ausdruck Chopin-Nocturne, breiten sich aus, Zauberwälder aus den slawischen Märchen öffnen sich dem Betrachter und bewahren doch ihr magisches Geheimnis. Diesem Hymnus an eine mitternächtliche Natur folgen markante Schwarz-Weißbilder. Insbesondere die Porträts polnischer Jugendlicher, "so wie ich sie kenne", wirken lebhaft und präsent. Der Strich der Aktzeichnungen ist schier vollendet. Ihre nackten Männerporträts besitzen weitab aller Oberflächlichkeit Glamour, sind voller Bewegung und Ausdruck.

Dann wieder ein verspieltes Lächeln: Kaspar oder Harlekin formieren sich in tänzerischer Leichtigkeit. Die Stillleben verweisen auf den Einfluss der Impressionisten, ohne in fade Nachahmung zu verfallen. Sicher, da muss eine blutjunge Künstlerin ihren Weg noch finden, experimentieren, suchen und kommt doch bereits jetzt zu faszinierenden Ergebnissen. Vielfältig auch die Technik in Öl, Acryl, Kreide oder Bleistift.

Möglich war diese Bilderschau durch ein Zusammenwirken des Landratsamtes München mit dem KJR in Sachen Deutsch-Polnischen Jugendaustauschs. Insbesondere fühlt man sich dem Landkreis Krakau verbunden, und so wurde bereits ein Schüleraustausch eingeleitet, Fahrten unternommen und auch der künstlerische Aspekt mit der ersten Kunstausstellung Krakau/Pullach erfolgreich ins Auge gefasst. Ein kleiner Wermutstropfen: Die Bilder des Jungtalents werden nicht verkauft.sta

Geöffnet: Noch bis Ende Februar, täglich von 9 bis 17 Uhr.

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