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Mit einer Schweigeminute gedenken die Garchinger der Opfer des Flugzeugabsturzes.

Bürgerversammlung

Ideen für das Ortszentrum kommen an

Garching - In einer sehr ruhigen Bürgerversammlung vor nur 170 Besuchern haben die Garchinger ihrem Stadtrat lediglich zwei Anträge an die Hand gegeben. Beide beziehen sich auf einen Dauerbrenner: die darbende Ortsmitte.

Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) hat wohl geahnt, welches Thema bei der späteren Diskussion auf den Tisch kommen wird. Und so betont er in seinem Rechenschaftsbericht bei der Garchinger Bürgerversammlung schon mal provisorisch: „Alle Nachbargemeinden beneiden uns um unser Stadtzentrum.“ Auch, wenn immer wieder behauptet würde, dass es dort „dodelt“, wie der Rathauschef es formuliert. „Wir brauchen die Flächen auch für das Straßenfest und den Bauernmarkt. Jetzt müssen wir schauen, wie wir sie optisch aufwerten können.“ Einen ganzen Katalog an Vorschlägen liefert der Verein „Lebendige Ortsmitte“ im einzigen zuvor schriftlich eingereichten Antrag. Demnach soll das Zentrum neue Übersichtspläne bekommen, die Beleuchtung erneuert und ein Fahrradkonzept inklusive E-Bike-Ladestationen entwickelt werden. Am Rathausplatz fordert der Verein mehr Schatten am Spielplatz und Sitzmöglichkeiten am geplanten Fontänen-Brunnen – wobei beides ohnehin vom Stadtrat angedacht sei, sagt Gruchmann. Ein weiterer Wunsch der „Lebendigen Ortsmitte“ ist ein sogenanntes Aktivitätsfeld mit einem Schachfeld und „einfachen Turngeräten“. Zudem müsse für die „unansehnliche Grube“ zwischen den beiden Kastanien am Bürgerplatz eine Lösung gefunden werden. Hierauf entgegnet der Bürgermeister, dass dies im Stadtrat bereits debattiert wurde. „Wir haben einen Kostenvoranschlag für die Grube beantragt.“ Obwohl die Wurzeln beider Bäume im Wasser stünden und sie daher vom Absterben bedroht seien, habe sich die Mehrheit dafür ausgesprochen, die Kastanien zu erhalten, so Gruchmann. „Dann bauen wir halt ein Gitter drüber und schauen, wie lange die Bäume noch stehen.“ Dem Antrag der „Lebendigen Ortsmitte“ wird mit großer Mehrheit zugestimmt, sodass sich nun der Stadtrat damit befassen muss. Gleiches gilt für den Vorschlag von Ferdinand Stubbe, der die Laternenmasten im Garchinger Ortszentrum mittels Blumenkörben dekorieren will. Denn: „Ich habe das in Tübingen gesehen, und das macht einen wunderbaren Eindruck.“ Diese beiden Punkte bleiben die einzigen Abstimmungen – vielleicht auch, weil sich bloß 170 Besucher im Bürgerhaus einfinden. Ein Grund hierfür sei die mangelhafte Ankündigung im Vorfeld gewesen, kritisiert Ingrid Goebel, die sich ebenfalls zu Wort meldet. „Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, die nichts von der Veranstaltung wussten.“ Obgleich Pressesprecherin Karin Schrödel versichert, man habe die Versammlung genauso angekündigt wie in den Vorjahren, verspricht Gruchmann, der Sache nachzugehen. Denn: „Ich habe mich auch gewundert, dass heute nur so wenige Bürger hier sind.“ Darüber hinaus nimmt der Rathauschef noch zwei Anregungen mit. Zum einen moniert erneut Ingrid Goebel sowohl den Informationsaustausch mit der Gemeinde Ismaning als auch die Busverbindung in den Nachbarort. „Am Abend fährt der Bus nur noch jede Stunde. Dabei gibt es dort gerade von der VHS viele Veranstaltungen“, sagt Goebel. Zum anderen berichtet Elke Endres von überfüllten Schulbussen nach Ismaning. Diesbezüglich räumt der Bürgermeister ein, dass es Probleme gegeben habe. Jedoch gebe es seit der Umstellung der Fahrzeiten keine Beschwerden mehr.

Patrik Stäbler

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