Einen Monat nach der Fertigstellung der Impfzentren sollen nun die ersten Impfungen hier verabreicht werden. Der Ansturm auf die Online-Terminvergabe ist groß.  Foto: bb/A.
+
Einen Monat nach der Fertigstellung der Impfzentren sollen nun die ersten Impfungen verabreicht werden. Der Ansturm auf die Online-Terminvergabe ist groß.

Weitere Impfdosen erwartet

Impfzentren legen los - mit einem Siebtel der Vollauslastung

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
    schließen

Am Samstag sollen erstmals Bürger in den Impfzentren behandelt werden. In Haar etwa wurden 40 Termine vergeben. Ausgelastet sind die Zentren bei Weiten nicht.

Landkreis – Die drei Impfzentren in Haar, Oberhaching und Unterschleißheim legen nun endlich los: Ab Samstag verabreicht das Impfpersonal erstmals den Covid-Impfstoff an Risikopersonen. Impfungen gibt es zunächst vier Tage lang bis einschließlich Dienstag. In Haar und Unterschleißheim werden je 40 Menschen am Tag behandelt, in Oberhaching sind es 70. Bei Volllast können je Zentrum 350 Menschen am Tag geimpft werden. Landrat Christoph Göbel (CSU) wünscht sich mehr Impfdosen. „Es war aber absehbar, dass wir jetzt wenige Impfstoffe bekommen.“ Nun auf Politiker in Berlin zu schimpfen, ist ihm „zu billig“.

Bereits morgen sollen 1950 Impfdosen in den Landkreis kommen. 20 bis 25 Prozent davon gehen an die Impfzentren im Landkreis. Diese Vakzine sollen über alle drei Zentren gleichmäßig verteilt werden. Am 12. und 15. Januar erwartet das Landratsamt rund 2000 weitere Schutzimpfungen jeweils an beiden Tagen.

Sobald eine Lieferung gesichert ist, schaltet die Kreisverwaltung die Terminvergabe im Internet frei. Die Termine für die kommenden Tage waren nach der Online-Freischaltung am Mittwoch innerhalb weniger Stunden ausgebucht. Bürger, die regelmäßig auf der Website des Landratsamts sind, hätten größere Chancen einen Termin zu ergattern, sagt Landrat Göbel. Die Information über aktuell frei werdende Impftermine gebe es nur auf der Internetseite des Landratsamts.

Infobrief an über 80-Jährige verschickt

Bürger, die nicht internet-affin sind, können nur telefonisch nach einem freien Termin fragen. Sie sollen aber an Informationen kommen, verspricht Göbel. An alle Menschen über 80 Jahren sei ein Schreiben der Kreisverwaltung versandt worden. Darin enthalten sind Beiblätter mit Informationen zu Impfzentren, Kontaktdaten und Adressen. Das Schreiben sei jetzt erst verschickt worden, weil man zunächst ein Schreiben des Freistaats abwarten wollte.

Insgesamt wurden dem Landkreis 2372 Impfdosen geliefert

Der letzte Impftermin war am vergangenen Montag. Seitdem wurde kein Vakzin mehr verabreicht. Insgesamt wurden dem Landkreis bisher 2372 Impfdosen geliefert. 1978 davon wurden in 19 Pflege- und Senioreneinrichtungen verimpft, der Rest wurde Klinikpersonal sowie Beschäftigen im Rettungsdienst und Polizisten injiziert. Negative Impfreaktionen sind dem Landratsamt bisher nicht bekannt. Eine zweite gute Nachricht: Impfstoff musste bisher nicht entsorgt werden, Kühlketten seien stets eingehalten worden, sagt Christoph Göbel.

In Planegg entsteht viertes Impfzentrum

Die Planungen für das vierte Impfzentrum im Landkreis gehen weiter. Das neue Zentrum soll in Planegg entstehen, auf den Parkplätzen an der Bahntrasse. Der Betreiber für das Impfzentrum stehe noch nicht fest, so Göbel. Anfang Februar soll die Einrichtung an den Start gehen.

Dass der harte Lockdown bis Ende Januar verlängert wurde, hat Landrat Göbel bereits erwartet. „Der Inzidenz-Wert ist viel zu hoch für eine Phase, in der wir seit Mitte Dezember Lockdown haben.“ Der Landrat ist sich zudem sicher, dass die neue Coronavirus-Mutation auch im Landkreis angekommen ist. Wegen des Distanzunterrichts, den die Bundesregierung kürzlich beschlossen hat und der ab 11. Januar gilt, bemerke Göbel in der Bevölkerung „Unruhe“. Auch wegen der umstrittenen Software MEBIS. „Das wird für Schwierigkeiten sorgen“, glaubt er. Helfen könne der Landkreis als Sachaufwandsträger nur mit Hardware, die die Kreisverwaltung den Schulen zur Verfügung stelle. Hier sei „alles aktiviert worden“, was möglich ist.

Die 15-Kilometer-Regel betrifft Landkreis vorerst nicht

Die 15-Kilometer-Regel betrifft den Landkreis wegen der 7-Tages-Inzidenz – sie liegt bisher unter 200 – zunächst noch nicht. Erst dann dürfen sich Bürger ab ihrer Gemeindegrenze nur noch in einem Radius von 15 Kilometern bewegen. Damit will man einen Ansturm auf Tagesausflugsziele, wie es in den vergangenen Wochen geschehen ist, verhindern.

So bekommen Sie einen Termin

Nach Bewohnern von Pflegeheimen sollen zunächst Menschen über 80 Jahren geimpft werden. Behandelt werden Bürger in den Impfzentren nur mit Termin. Eine Terminvereinbarung ist telefonisch möglich; es geht aber auch auf der Internetseite des Landratsamts.

  • Die drei Impfzentren im Landkreis bleiben an sieben Tagen von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
    Impfzentrum Haar (Südost- und Ost-Gemeinden): Tel. 089/248 80 66 60; E-Mail: corona-impfzentrum.haar@malteser.org
  • Impfzentrum Unterschleißheim (Würmtal und Nord-Gemeinden): Tel. 089/31 20 344-22; E-Mail: impfzentrum@brk-muenchen.de
  • Impfzentrum Oberhaching (Süd-Gemeinden, Hachinger Tal und Isartal): Tel. 089/248 86 19 60; E-Mail: termin.oberhaching@johanniter.de
  • Link zur Online-Terminvereinbarung: https://landkreis-muenchen.impfzentrum.bayern
  • Zum Impftermin mitzubringen sind Personalausweis, Impfpass (falls vorhanden) sowie wichtige medizinische Unterlagen wie Herzpass, Diabetiker-Ausweis, Medikamentenliste. Die Einwilligungserklärung in die Schutzimpfung gegen Covid-19 kann vorab unterzeichnet werden. Dokumente unter www.stmgp.bayern.de/coronavirus/impfung/

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare