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Ein Schloss im eigenen Wohnzimmer? Geht. Wenn man eins aus Lego baut. Wie die Nebls aus Oberschleißheim.

In zwei Jahren zum eigenen Prachtbau

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Ein Schloss im eigenen Wohnzimmer? Geht. Wenn man eins aus Lego baut. Wie die Nebls aus Oberschleißheim

Oberschleißheim– So ein Schloss baut sich nicht von heute auf morgen. Das hat wohl auch Kurfürst Max Emmanuel gewusst, als er seinen Hofarchitekten Henrico Zucalli im Jahr 1685 beauftragte, das Jagd- und Gartenschlösschen Lustheim zu errichten. Und auch heute ist so ein Bauwerk kein Kinderspiel, wie zwei Oberschleißheimer festgestellt haben.

Anlass für den Schlossbau im 17. Jahrhundert war des Hoheits Hochzeit mit der österreichischen Kaisertocher Maria Antonia. Zwar stand der Ziegelrohbau auf der Schleißheimer Schlossanlage recht schnell. Doch Innen- und Außenarbeiten samt prunkvoller Verzierungen zogen sich über einige Jahre hin.

Auch Jonas (15) und seine Mutter Adele Nebl (50) aus Oberschleißheim taten sich schwer, die Fassade zu gestalten. Sie haben Schloss Lustheim nachgebaut – aus Lego, Maßstab 1:40. Das Miniatur-Schloss misst eine Länge von 115 Zentimetern, eine Breite von 77 Zentimetern und ist 50 Zentimeter hoch. Insgesamt 13 000 Legosteine haben die Nebls verbaut. Die Bauarbeiten dauerten zwei Jahre.

„Wir haben schnell gemerkt, dass das gar nicht so einfach ist“, sagt Adele Nebl. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Das Lego-Schloss sei schöner als das Original, sagt Jonas und lacht. Die Nebls haben den Nachbau zuletzt auf der „Bricking Bavaria“ präsentiert, einer Lego-Hobby-Ausstellung in München. Im Zuge dessen ist auch die Bayerische Schlösserverwaltung auf das Lego-Kunstwerk aufmerksam geworden. Man sei begeistert und ermutige alle Lego-Bauer zu weiteren tollen Projekten, schreibt die Behörde in ihrem Newsletter. „Es warten noch 44 weitere Schlösser, Burgen und Denkmäler in Bayern darauf, in Lego verewigt zu werden.“

Jonas Nebl hat die Lego-Leidenschaft mit drei Jahren gepackt. Seitdem erschafft er alles Mögliche aus den kleinen Steinen. Gebäude, Züge, Landschaften. „Es fasziniert mich, dass man große, aber auch kleine Sachen nachbauen kann“, sagt der Schüler des Unterschleißheimer Carl-Orff-Gymnasiums.

Es heißt ja, Lego sei nur was für Kinder. Von wegen: Die Idee, das Schloss zu kopieren, hatte Adele Nebl. „Wir wohnen ja in Oberschleißheim und mögen die Schlösser“, sagt sie. Zuerst habe sie es alleine versucht, aber schnell gemerkt, dass ihr Sohn helfen müsse. Es wurde ein zweijähriges Mutter-Sohn-Projekt. Die beiden haben sich das Original ganz genau angesehen und es fotografiert. Wichtig seien die Details, sagt Jonas. „Der Gesamteindruck muss passen.“ Immer wieder mussten die Nebls spezielle Steine im Internet nachbestellen. Schwierig zu gestalten seien vor allem die Fenster, das Eingangsportal und die Fassade gewesen. Auch der Maßstab bereitete Probleme. Die Nebls mussten das Schloss umbauen und es um zwei Steine erhöhen. „Der Charakter des Schlosses muss stimmen“, sagt Adele Nebl.

Nach zwei Jahren Bauzeit war das Lego-Schloss fertig. Nun steht es bei der Familie im Wohnzimmer. Abbauen wollen sie es nicht, sagen beide. Mutter und Sohn sind mit der Verwaltung des Schloss Lustheim in Kontakt. Eventuell dürfen sie ihre Lego-Kopie ausstellen: als Schloss im Schloss.

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