66 000 Infineon-Umzugskartons in 3000 Lkw-Fuhren transportiert

- VON MARTIN BECKER Neubiberg - Zwei junge Männer lassen sich adrett frisieren, im Reisebüro nebenan klingelt pausenlos das Telefon, und vier Etagen höher baumeln Stofftiere an den Flachbildschirmen: Das "Campeon"-Areal in Neubiberg, die neue Zentrale des Mikrochip-Konzerns Infineon, hat sich mit Leben gefüllt. Seit zwei Monaten läuft der Zusammenzug der 6000, bislang auf neun Standorte verteilten Mitarbeiter. Die abschließende Umzugs-Etappe steht an diesem Wochenende an, ein Schwung mit den restlichen etwa 450 Infineon-Leuten lässt seine Kartons nach Neubiberg verladen.<BR>

<P>"Das Feedback in der Mannschaft ist gut", sagt Jürgen Wernig, Nutzer-Vertreter der 1800 Mitarbeiter starken IEM-Sparte. "Bei 90 Prozent der Leute herrscht Zufriedenheit", lobt der Österreicher die neuen Arbeitsbedingungen. "Vor allem die Nähe zu Kollegen und anderen Abteilungen, das Prinzip der kurzen Wege, wird als sehr positiv empfunden." Zwei andere Mitarbeiter zeigen sich zudem von der Aussicht begeistert: "Bei Föhn reicht der Blick vom Wendelstein bis zur Zugspitze."<P>Insgesamt rund 3000 Lkw-Fuhren waren für die Büro-Umzüge notwendig, weitere 500 für technische Gerätschaften. 66 000 Umzugskartons sind gepackt, 5500 Computer neu angeschlossen worden. "Das Logistik-Team war mit bis zu 700 Leuten gleichzeitig im Einsatz, davon allein 150 Transporteure und 200 Mann für die Technik", erläutert Bernhard Heinemann, der fürs Campeon-Projekt verantwortliche Senior-Direktor von Infineon. Besonders in den ersten Umzugs-Wochen habe es an der ein oder anderen Stelle gehakt, "aber richtige Knüppel zwischen die Beine gab es nie."<P>Was den Verkehrsfluss angeht, so wird die in fünf Minuten Fußmarsch erreichbare S-Bahn laut Heinemann "gut angenommen". Trotzdem bleibe es "eng mit den knapp 1900 Parkplätzen", weswegen man wegen weiterer Abstellmöglichkeiten für Pkw "Food Court" erfreut sich großer Beliebtheit verhandele. "Wir wollen schließlich den Anwohnern im Unterhachinger Fasanenpark nicht zumuten, dass zu viele ,Infineons` mit ihren Autos dort auflaufen." Bislang habe es freilich "noch keinerlei Beschwerden gegeben".<P>Erfreulich findet es Heinemann, "dass mehr und mehr die Nachbarschaft reinkommt". Zwischen den Bürokomplexen gehen Unterhachinger und Neubiberger spazieren, Jogger drehen ihre Runden um die zugefrorenen Seen. Öffentlich zugänglich ist auch der so genannte "Food Court". Größter Beliebtheit erfreut sich das kleine Stehcafé der Bäckerei, selbst Heinemann staunt: "Wie das Ding boomt - einfach phantastisch!" Im "Diepold-Store" gibt`s Kulinaria von Feinkost bis zur Leberkässemmel, der "Für-uns-Shop" offeriert die ganze Siemens-Produktpalette - von der Waschmaschine über den Akkubohrer bis zum Espresso-Automat. Blumenshop, Friseur und eine Bank ergänzen das Angebot. Und im Reisebüro sagt Beate Bakos-Ceb: "Von Spanien mit Japan ist alles gefragt - der Infineon-Mitarbeiter ist eben global veranlagt."<P>Auf die speziellen Bedürfnisse hat sich auch das Fitness-Studio eingerichtet, extra große Spinds garantieren nach Feierabend knitterfreien Platz für die Business-Anzüge. Wer sich hier abstrampeln möchte, sollte sich allerdings beeilen: 450 Fitnessfreunde haben sich schon angemeldet, ab 1000 gilt vorerst ein Aufnahmestopp.<P>

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