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Inklusionsstück "Schamo reloades": Menschen mit und ohne Behinderung stehen gemeinsam auf der Bühne.

Inklusionstheater im Kleinen Theater Haar

Hier findet jeder seine Rolle

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Haar - Acht Schauspieler agieren bei dem Stück „Schamo reloaded: alle bekommen neue Karten“ auf der Bühne. Vier davon mit Behinderung, vier ohne. Sie alle sind Mitglieder des Ensembles der „Freien Bühne München e.V.“ (FBM), die im Kleinen Theater Haar gastierte.

 In ihren Grußworten machten sich Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer, Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) und Theaterleiter Matthias Riedel sehr persönlich für inklusive Kunst stark. „Es ist ein schönes Ergebnis“, freute sich der Hausherr des Kleinen Theaters, Bezirkstagspräsident Josef Mederer. „Was wir hier sehen ist verwirklichte, gleichberechtigte Teilhabe. Gerade die Kultur birgt große Aufgaben und Chancen, Ziel ist es, dass irgendwann nicht mehr über inklusive Kultur als etwas Besonderes gesprochen wird, diese vielmehr selbstverständlich wird.“ In „Schamo reloaded“, einer Traumfabrik kurz vor dem Bankrott, treffen acht Schicksale aufeinander: eine Künstleragentin, ein enttäuschtes Schlagersternchen, hoffnungsvolle Traumtänzer und ein Autor, den Träume so gar nichts scheren. Für das Ensemble war der Auftritt im Vorfeld eine echte Zitterpartie: Schauspielerin Antonia Peters war plötzlich erkrankt. Ariane Erdelt sprang kurzfristig ein, und meisterte ihre Rolle bravourös. In zweimonatiger Probenarbeit hat Regisseur Jan Meyer das Stück gemeinsam mit seinem Ensemble entwickelt und zu einem spannenden Theaterabend verdichtet. Die Behinderung spielt dabei nur eine kleine Rolle. Zwei Schauspieler haben Down-Syndrom, die übrigen sechs scheinen ohne offensichtliche Beeinträchtigung. Erst der Blick ins Programmheft zeigt, dass zwei von den „Gesunden“, Stefan Rünz und Melanie Mrosk, eine Behinderung in Folge eines Schädel-Hirn-Traumas haben. Meyer hat sie alle zu einem Ensemble zusammengeführt, in dem sie auf Augenhöhe miteinander agieren. Von Anfang an werden alle als vollwertige, gleichberechtigte Künstler akzeptiert, nichts wirkt aufgesetzt, keiner ist überfordert. „Lampenfieber? Ich doch nicht“, sagt Dennis Hernandes (25) und lacht. Er spielt schon lange mit Leidenschaft, seit 2014 an der FBM. Sein Down-Syndrom hindert ihn daran genauso wenig wie Luisa Wöllisch, die ebenfalls seit gut einem Jahr festes Ensemble-Mitglied ist. Sie ist sich sicher: „Meine Zukunft ist die Bühne.“ Dass es sich bei dem Projekt nicht um ein „bloßes Projekt“, sondern um richtige Bühnenarbeit handelt, bestätigt auch Regisseur Meyer. „Ich muss deutlicher erklären und vielleicht auch mal öfter. Ansonsten unterscheidet sich die Probenarbeit in nichts von der mit anderen Schauspielern.“ Sie sind auf der Bühne einfach so wie sie sind: Menschen mit Charme und Tiefgang, mit Fantasie und Ausdruckskraft, mit und ohne Beeinträchtigung.

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