Hat Angst, dass die Moosach zu warm wird: Forellenzüchter Anton Kurz einigt sich mit e-shelter auf einen Vergleich. F: MM

Interview mit Forellenzüchter Anton Kurz: Fische mögen’s lieber kühl

Unterschleißheim/ Eching - Aus Angst um seine Fische hat sich Anton Kurz, der mit seiner Frau Brigitte den Forellenhof Nadler bei Eching betreibt, vor dem Verwaltungsgericht mit dem Branchenriesen E-Shelter angelegt.

Dieser will auf Unterschleißheimer Grund, rund drei Kilometer entfernt, ein Rechenzentrum errichten. Das Problem ist die geplante, stromsparende Grundwasserkühlung der Rechner. Durch diese Maßnahme würde das benutzte Wasser erwärmt zurückfließen - auch in die Moosach, die die Fischteiche mit Wasser versorgt.

-Was genau ist denn so schlimm daran, wenn das Wasser ein paar Grad wärmer werden würde?

Je wärmer das Wasser wird, desto schlechter geht’s den Fischen. Da treten dann auch Probleme mit Parasiten auf. Optimal sind Wassertemperaturen bis zu 14 Grad. Wenn man davon ausgeht, dass das Grundwasser mit 8 bis 13 Grad in das Rechenzentrum geschleust und mit fünf, sechs Grad mehr wieder abgegeben wird, kann das auf Dauer ein Problem werden. Die Bestände würden bei erhöhten Temperaturen zurückgehen. Meine Existenz wäre gefährdet.

-Sie kämpfen ja schon seit geraumer Zeit gegen diese Planungen, oder?

Seit 2009, um genau zu sein. Zunächst war eine auf acht Millionen Kubikmeter Grundwasser pro Jahr ausgelegte Anlage geplant, nach meinen ersten Beschwerden wurde der Umfang auf vier Millionen Kubikmeter reduziert und auch genehmigt. Das hat mir aber nicht gereicht, weshalb ich vor dem Verwaltungsgericht München Klage eingereicht habe.

-. . . die Sie im Verlauf des Prozesses am Dienstag aber wieder zurückgezogen haben.

Das stimmt. Aber immerhin konnten wir uns auf einen Vergleich einigen: Insgesamt werden zehn Wassermesstellen eingerichtet - drei davon in unserem Bach - wo die Temperaturen unter Beteiligung des Wasserwirtschaftsamts intensiv kontrolliert werden. Ich bin in die Messungen miteingebunden. Sollten die Werte nicht der Normalität entsprechen und ein Gutachten nötig sein, wird dieses von E-Shelter bezuschusst.

Das Gespräch führte

Bastian Amann.

Auch interessant

Kommentare