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Ironie im Advent: Günter Maria Halmer.

Von Valentin bis Polt

Ironische Adventslesung mit Günter Maria Halmer

Oberschleißheim - Eine Weihnachtslesung der anderen Art hat im Oberschleißheimer Bürgerzentrum für Begeisterung gesorgt. Allein schon die Ankündigung, dass es der Schauspieler Günther Maria Halmer sein würde, der hier „Fröhliche Weihnachten“ liest, hat gut 300 Zuhörer in den Saal gelockt.

Die musikalische Begleitung gab es vom „Kerschbaam Terzett“, das mit zwei hundert Jahre alten Zithern und einer Kontragitarre wunderbar mit Stücken aufspielte, die von Volksmusik bis zu virtuosen Kompositionen reichten. Wer allerdings romantisch-beschauliche oder gar besinnliche Texte und Gedichte rund ums Weihnachtsfest erwartete, wurde vermutlich enttäuscht. Diejenigen aber, und das war dem Applaus nach zu urteilen eindeutig die Großzahl der Besucher, die den Trubel um das heilige Fest nicht ganz so ernst nahmen, kamen voll auf ihre Kosten.

In seiner immer leicht amüsierten und oft lakonischen Art trug der bekannte Schauspieler Anekdoten und Erzählungen von Peter Frankenfeld, Axel Hacke, Karl Valentin, Gerhard Polt, Erich Kästner und Somerset Maugham vor.

Und die hatten es in sich. Denn schon vom ersten Text an war klar, hier stand nicht die heile Welt mit Christkindel, Engelein und leuchtenden Kinderaugen im Fokus. Vielmehr avancierte das heilige Fest in Halmers Lesung zum stets wiederkehrenden, scheinträchtigen Spektakel.

Offenbar war schon zu Karl Valentins Zeiten bekannt, dass das Fest der Liebe in vielen Häusern statt zu heimeligem Frieden eher zu Kummer und Harm führt. Diese bittere Erkenntnis wurde dann aber von Halmer humorig versüßt. So gab es gleich zu Beginn tosendes Gelächter, als er die Geschichte „Der Baum“ von Peter Frankenfeld zum Besten gab.

 Den berühmten Entertainer der 70er Jahre bezeichnete Günther Maria Halmer als jemanden, „der zu meiner Zeit so wie Gottschalk war“. In der kleinen Geschichte drehte sich alles um die Beschaffung des Christbaumes für den Heiligen Abend. So ging der Ehemann mit seinen Freunden zum Weihnachtsbaumverkäufer, um den von der Frau gewünschten großen Baum auszusuchen. Allerdings büßte der große Baum mit jedem Schnapserl ein Stück an seiner Stattlichkeit ein, bis am Ende nur noch das oberste Drittel eines sehr kleinen Bäumchens übrigblieb.

Passend zur aktuellen Zeit war auch der „Schüleraufsatz Apfent“. Die Geschichte von dem Jungen, der die Krippentiere längst gegen Donald Duck und Co ausgetauscht und das Christkindl versehentlich am Kaminfeuer versengt hat, sorgte für außerordentliche Heiterkeit im Publikum. 

Höhepunkt der Lesung war dann aber die Geschichte „vom Christbaum ohne Brettl“ von Karl Valentin. Denn hier trug Halmer nicht vor, sondern er spielte den Text geradezu, indem er in köstlicher Weise die einzelnen Rollen unterschiedlich sprechen ließ. Nicht umsonst ist der Schauspieler Günther Maria Halmer schon seit Jahren ein Liebling des deutschen Fernsehpublikums. Jutta Oesmann

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