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Der Container auf dem Bauernhof.

14 Quadratmeter zu zweit – Mieterschützer entsetzt

Irre Anzeige im Netz: Wohnen in diesem Container für 350 Euro

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München - Auf einem Bauernhof bei Ismaning vermietet ein Spediteur ein Bett in einem Zwei-Mann-Container - für 350 Euro im Monat. Mieterschützer sind entsetzt.

Nein – teuer muss nicht unbedingt luxuriös sein … Vor allem, wenn es um das Thema Wohnen geht … Schauen Sie mal hier: Da vermietet ein Spediteur auf einem ehemaligen Bauernhof bei Ismaning (Kreis München) ein Bett in einem Zwei-Mann-Container für 350 Euro im Monat. Mieterschützer sind entsetzt!

„Unterkunft in neuen klima. 2 Bett-Wohncontainern in Flughafen Nähe Ismaning“: So lautet das Inserat, das bei einer Immobilienbörse im Internet steht. Weiter heißt es: „Einbauküche, WG-geeignet, Wohnfläche ca. 14 m², Bezugsfrei ab 01.11.2016“. Was man vor Ort unter einer „WG“ versteht, klärt sich mit einem Anruf beim Vermieter, einem Spediteur, der die Container aufgestellt hat. „Die Miete ist pro Bett.“ Also werden die 14 Quadratmeter durch zwei Mann geteilt … Insgesamt besteht die Anlage aus acht Zwei-Bett-Containern, die im Ismaninger Ortsteil Fischerhäuser – vier Kilometer von der nächsten S-Bahnstation – stehen. Im Inserat heißt es auch: „Im Grünen aber Auto wäre von Vorteil.“

Wer das Inserat aufmerksam weiter studiert, erfährt, dass man zum Duschen, in die Toi­lette oder den Waschraum erst mal ins Freie muss, auch im tiefsten Winter und bei strömendem Regen.

Die zwei Betten in einem der Zimmer berühren sich an den Fußenden.

Volker Rastätter, Geschäftsführer des Mietervereins, rechnet nach: „Bei sieben Quadratmetern und 350 Euro Miete kommt man, selbst wenn man Gemeinschaftseinrichtungen anteilig anrechnet, auf einen Quadratmeterpreis, der in München für eine Luxuswohnung verlangt wird.“ Maximilian Heisler vom Bündnis bezahlbares Wohnen sagt: „In solchen Unterkünften ziehen meist Arbeiter aus Südosteuropa ein, die nicht viel Geld verdienen. Das grenzt an Ausbeutung.“ Rastätter ergänzt: „Rein rechtlich gilt auch in Ismaning die Mietpreisbremse. Es darf aber bezweifelt werden, dass jemand, der dort einziehen muss, das erstens überhaupt weiß, sich zweitens Hilfe sucht und sich dann drittens dagegen wehrt.“ Der Vermieter findet nicht, dass seine Unterkunft überteuert ist: „Das ist der normale Marktpreis. In einer Pension zahlen Sie mehr. Es gibt dafür auch Strom, Warmwasser, WLAN und Satelliten-TV.“ 

Teures Billig-Wohnen: Eine boomende Branche

Ein „Boardinghaus“ in München.

„Boardinghaus“, „Wohnen auf Zeit“, „Arbeiterunterkunft“: Unter solchen Namen werden in München immer mehr Gewerbe­immobilien oder Containersiedlungen zu horrenden Preisen vermietet – etwa auch an der Sattlerstraße in der Innenstadt. Ein Bett in einem Mehrbettzimmer mit Menschen, die sich gar nicht kennen, ist an der Tagesordnung. Die Preise in solchen Unterkünften liegen zwischen 300 und 400 Euro pro Bett. Tatsächlich kostet eine Wohnung oder ein Hotel mehr, dennoch sind die Preise – auf den Platz umgerechnet – exorbitant. Die Behörden können nicht eingreifen. „Der Nachweis einer Mietpreiserhöhung außerordentlich schwierig“, so Matthias Winter vom Sozialreferat. Mieter sind meist Osteuropäer, die auf dem Bau, der Gastronomie oder der Industrie arbeiten.

Mietrechner: So viel sollten sie wirklich zahlen

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