+
Für Hobby-Schiffer auf der Isar gelten ab jetzt strengere Regeln.

Nach zahlreichen Unfällen

Isar-Schlauchboote: Neue Regeln ab sofort - bei Missachtung drohen drastische Strafen

  • schließen

Promillegrenze, keine Glasflaschen, Musikverbot: Zwischen Schäftlarn und Pullach wird es für Schlauchbootfahrer auf der Isar ernst.

  • Der Landkreis München erlässt strengere Regeln für Schlauchbootfahrer auf der Isar.
  • Wer sich nicht daran hält, den kann das ein hohes Bußgeld kosten.
  • Eine bestimmte Gruppe von Bootsfahrern ist von der neuen Regelung nicht betroffen.

München – Neun Monate haben die Mitarbeiter des Münchner Landratsamtes die Entwicklung im Nachbarlandkreis Bad Tölz-Wolfratshausen beobachtet. Nun zieht der Kreis München nach. Ab morgen gelten auch für den Isarabschnitt von Schäftlarn bis Pullach strengere Regeln für Bootsfahrer. „Ich bin zuversichtlich, dass die Regelungen dazu beitragen, das Bootfahren auf der Isar sicherer zu machen“, betont Landrat Christoph Göbel (CSU).

In der Vergangenheit war es immer wieder zu Unfällen auf der Isar gekommen. Feuerwehren und Rettungsdienste mussten regelmäßig in Not geratene Bootsfahrer aus dem Wasser retten. Deshalb darf die Isar im Kreis München künftig nur noch mit Kanus, Schlauchbooten und Stand-up-Paddling-Boards befahren werden. Schlauchboote müssen eine vorgegebene DIN-Norm erfüllen, zudem dürfen keine Beiboote mehr angehängt werden – etwa um darin die Bierversorgung zu sichern. Es gilt eine Alkoholgrenze von 0,5 Promille, Glasflaschen sind verboten. Kinder und Nichtschwimmer müssen außerdem Rettungswesten tragen. Und um die Lärmbelastung einzudämmen, sind künftig während des Bootsfahrens Tonwiedergabegeräte tabu. Diese Regeln gelten schon ab dem heutigen Samstag (25.1.).

Strengere Schlauchboot-Regeln auf der Isar - Vorbild ist Bad Tölz-Wolfratshausen

Damit folgt der Kreis München dem Nachbarlandkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, der bereits im April des vergangenen Jahres eine strenge Bootsfahrverordnung erlassen hatte. Auch dort gelten etwa Promillegrenze und Glasflaschenverbot. Doch im Gegensatz zum Nachbarlandkreis gibt es in bestimmten Abschnitten im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen auch saisonale Fahrverbote im Frühjahr. Während der Landkreis im Herbst eine positive Bilanz über den ersten Sommer mit den neuen Regeln zog, sind die Kanu-Fahrer so verärgert, dass der Bayerische Kanu-Verband gegen die Verordnung geklagt hat. Der sogenannte Antrag auf Normenkontrolle ist bereits eingereicht, der Gerichtstermin steht noch nicht fest. Die Kanuten berufen sich dabei auf das freie Betretungsrecht der Natur.

Bei der neuen Verordnung aus dem Kreis München haben sie dagegen weniger Bedenken. „Für den Verbandssport ist das kein Problem, weil es keine generellen Fahrverbote gibt“, sagt Stefan Schmidt vom Bayerischen Kanu-Verband. Allerdings sieht er eine verpasste Chance, um bessere Weichen für den Naturschutz zu stellen. „Da wäre eine allgemeine Schwimmwestenpflicht gut gewesen, um die Massen an Partytouristen etwas zu minimieren.“

Regeln für Schlauchboote - bei Verstoß droht hohes Bußgeld

Eine besondere Zielgruppe ist von der neuen Bootsfahrverordnung übrigens nicht betroffen: die Flößer. Ihre Fahrten – teils mit Live-Musik und Partystimmung – bleiben weiterhin erlaubt, sofern sie die gesonderte Genehmigung des Landratsamtes erhalten.

Wenn sich Schlauchbootfahrer den neuen Regeln widersetzen, droht ihnen ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro. So weit soll es nach dem Wunsch des Landratsamtes aber gar nicht erst kommen. „Wir wollen die Bootsfahrer im Vorfeld durch Aufklärung von Sinn und Zweck der Verordnung überzeugen“, sagt eine Sprecherin.

In der Stadt München gilt nach wie vor eine Bade- und Bootsverordnung aus dem Jahr 1976. Eine Novellierung soll erfolgen, die Vorbereitungen dafür dauern aber noch an, heißt es aus dem zuständigen Referat der Stadt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis München: Mehr als 600 Coronafälle - Wahlhelfer infiziert
Das Coronavirus versetzt den Landkreis München in den Ausnahmezustand. Mittlerweile sind mehrere Menschen gestorben, viele sind infiziert. Alle Infos hier im Ticker.
Coronavirus im Landkreis München: Mehr als 600 Coronafälle - Wahlhelfer infiziert
Kleintransporter überschlägt sich bei Unfall in Garching
Ein Kleintransporter hat sich bei einem Unfall am Montagabend in Garching an der Auffahrt zur A9 überschlagen. Zwei Männer wurden verletzt.
Kleintransporter überschlägt sich bei Unfall in Garching
Ausflugswetter toppt Corona-Angst: Polizei zeigt „Hampelmänner“ an
Trotz der geltenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen zog es am Wochenende viele Menschen im Landkreis München raus in die Sonne. Die Folge: Sie kamen sich zu nahe, …
Ausflugswetter toppt Corona-Angst: Polizei zeigt „Hampelmänner“ an
Schleißheimer Hilfstascherl
Wer in Oberschleißheim zu einer der sogenannten Risikogruppen gehört, kann sich nun das Nötigste nach Hause liefern lassen. Ehrenamtliche und Gemeinden packen …
Schleißheimer Hilfstascherl

Kommentare