Badefreuden im Isartal: Braucht es dazu eine Ausweisung als Naturschutzgebiet? Foto: Archiv bro

Isartal als Naturschutzgebiet?

Schäftlarn - Der Schäftlarner Gemeinderat lehnt ein Naturschutzgebiet im südlichen Isartal ab. Die Kommunalpolitiker befürchten, dass strengere Regeln Landwirte und die Gemeindewerke einschränken könnten.

„Südliches Isartal und Hangwälder“ soll das Naturschutzgebiet heißen, wenn es nach den Grünen im Kreistag geht. Die Fraktion will, dass der Landkreis München bei der Regierung von Oberbayern die Ausweisung eines entsprechenden Gebiets beantragt.

Die ersten Reaktionen aus den betroffenen Gemeinden fallen gemischt aus. Aus Baierbrunn kommt ein positives Signal. Die Gemeinde Straßlach-Dingharting hält die bestehenden Regeln dagegen für ausreichend.

Ein Argument, dass jetzt auch im Schäftlarner Rathaus zu hören war. Der Gemeinderat stimmte gegen ein Naturschutzgebiet und folgte damit dem Vorschlag der Verwaltung. Die Mehrheit der Schäftlarner Gemeinderäte hielt strengere Regeln für überflüssig. „Der vorhandene Schutz ist völlig ausreichend“, sagte Christian Fürst (CSU). Das Isartal ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Daneben besteht das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet „Oberes Isartal“.

Auch wurden im Schäftlarner Rathaus Bedenken laut, dass ein strengerer Naturschutz die Landwirtschaft sowie die Gemeindewerke einschränken könnte. „Wir sollten auch Rücksicht auf Grundeigentümer nehmen“, sagte Fürst. Denn für bewirtschaftete Flächen sei ein Naturschutzgebiet nicht sinnvoll, stellte Bürgermeister Matthias Ruhdorfer (CSU) fest.

Die Benediktinerabtei des Klosters Schäftlarn hat sich entschieden gegen den Antrag der Kreistags-Grünen ausgesprochen. Auch der Leiter der Schäftlarner Gemeindewerke, Wolfgng Sacher, äußerte Bedenken. Inwiefern Bauvorhaben noch möglich sind und wie es um die Kläranlage beim Kloster Schäftlarn bestellt wäre, sind für Sacher offene Fragen.

Was die Ausweisung eines Naturschutzgebiets für Landwirte bedeutet, darüber herrschte im Gemeinderat Ratlosigkeit. Denn konkrete Regelungen sind noch nicht in der Diskussion. Auch Informationen über mögliche Grenzen des Gebietes liegen den Gemeinden noch nicht vor. Das Landratsamt München will lediglich ein erstes Stimmungsbild abfragen, bevor der Antrag auf Kreisebene behandelt wird.

Daher taten sich die Schäftlarner Gemeinderäte mit einer Entscheidung schwer. Ein Antrag von Maria Kötzner-Schmidt (GU), das Thema zu vertagen, scheiterte aber. Vielmehr stimmte die Mehrheit gegen ein Naturschutzgebiet. Die Grünen-Fraktion war anderer Meinung. Gerd Zattler sieht keinen Grund, weshalb die Isar südlich der Dürnsteiner Brücke ein Naturschutzgebiet sei, weiter nördlich aber nicht. Zudem sei auch mit strengeren Regeln eine ordnungsgemäße Landwirtschaft weiterhin möglich. Für Zattler ist ein Naturschutzgebiet im südlichen Isartal dringend nötig: „Wir brauchen ein Mittel, um dem erhöhten Siedlungs- und Erholungsdruck zu begegnen.“

Florian Unger

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