Übergriff auf Flüchtling

Aus Fremdenhass: 28-jähriger Deutscher tritt brutal auf Eritreer (21) ein

Erst fielen Schimpfwörter, dann riss ein 28-Jähriger aus dem Landkreis München einen Eritreer (21) zu Boden und trat auf ihn ein. Die Polizei von einem „fremdenfeindlichen Hintergrund“ und sucht Zeugen.

Ismaning - Wie die Polizei erst jetzt berichtet, ereignete sich der Vorfall am Freitag, 15. Juni, gegen 21.45 Uhr. Aus bislang unbekanntem Grund kam es in einer S-Bahn Richtung Johanneskirchen zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen zwei 28-jährigen Deutschen sowie einer Gruppe Eritreer.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei äußerten sich die zwei 28-Jährigen, die aus dem Landkreis München beziehungsweise dem Landkreis Ebersberg kommen, abfällig über die Eritreer. Als sämtliche Beteiligte am S-Bahnhof Ismaning ausstiegen, riss der 28-Jährige, der im Landkreis München wohnt, einen 21-jährigen Eritreer zu Boden und trat auf ihn ein. Dabei verlor der 21-Jährige das Bewusstsein. Die Polizei München spricht von einem „fremdenfeindlichen Hintergrund“.

Ob der 21-Jährige durch den Aufprall auf den Boden oder durch die Tritte bewusstlos wurde, ist nach Angaben eines Polizei-Sprechers nicht klar. Der Eritreer wurde jedenfalls aufgrund seiner Verletzungen mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, wo er eine Nacht zur Beobachtung blieb.

Unbeteiligte Zeugen gaben an, dass es nach dem Übergriff noch zu  Faustschlägen zwischen den beiden 28-Jährigen und den anderen Eritreern gekommen sei. Die Ermittlungen dazu dauern an. Die beiden Tatverdächtigen wurden wegen gefährlicher Körperverletzung sowie Beleidigung angezeigt, auch gegen einen der Eritreer wird laut Polizei ermittelt.

Zeugen, die die Auseinandersetzung am Bahnhofsgelände beobachtet haben und sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 44, Tel. 809/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini

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