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Wütend: Als Sprecher der Ismaninger Landwirte tritt Hans Lupperger auf.

Auftaktveranstaltung in der Hainhalle 

Bauernaufstand

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Die Landwirte in Ismaning sind stinksauer. Die „Natura 2000“-Plänen für mehr Schutz von Pflanzen und Tieren gefährden ihre Existenz, sagen sie. Und protestieren scharf.

Ismaning – „Managementplan“ und „Natura 2000“: Diese beiden Begriffe bringen das Blut vieler Landwirte in Wallung. Das Vorhaben, Gebiete mit besonders schützenswerten Pflanzen und Tieren auszuweisen und in Plänen festzuschreiben, sehen sie als große Gefahr für ihre wirtschaftliche Existenz. Ganz besonders steigt die Zornesröte den Ismaningern Bauern ins Gesicht.

Thomas Eberherr hat als Leiter von „Natura 2000“ etliche Veranstaltungen moderiert, als Auftakt zur Erstellung von Managementplänen. Meistens hätte er sich mehr Interesse von Grundstücksbesitzern und Öffentlichkeit gewünscht. Ganz anders in Ismaning. „Das war Rekord, die Anzahl und die Ausdauer der Teilnehmer“, sagte Eberherr. Er lernte kennen, was passiert, wenn die Ismaninger Landwirte um ihre Heimat und um ihre Existenz kämpfen. Sie haben große Angst, dass sie für den Schutz von Pflanzen und Tieren Einschränkungen und Einbußen erleiden. Eberherr und seine Mitarbeiterin Anne Meyer machten zwar deutlich, dass die Umsetzung wünschenswerter Maßnahmen freiwillig sei, sprachen aber auch vom Verschlechterungsgebot. Bei der Bewirtschaftung von Feldern darf also nichts passieren, was die Situation für Pflanzen und Tiere verschlechtere.

Als Sprecher der Ismaninger Landwirte trat Hans Lupperger auf, der wiederholt die schwammigen Zielsetzungen kritisierte. Aussagen wie das „Verschlechterungsgebot“ könnten zu Problemen führen: „Schwammige Formulierungen haben permanente Diskussionen mit der Unteren Naturschutzbehörde zur Folge. Und unser Verhältnis zu dieser Behörde ist nachhaltig gestört.“ Wie Lupperger sagte, wollen die Landwirte bei Feld-Begehungen der „Natura 2000“-Experten dabei sein. Und sie fordern einen zweiten Gutachter neben dem Biologen Albert Lang. Dieser bat die Landwirte um ihre Mithilfe. Alles, was ihm die Grundstücksbesitzer mitteilten, fließe in die Beurteilungen ein. Doch die Ismaninger Bauern sind misstrauisch. Als von der Regierung von Oberbayern eingesetzter Gutachter könne er nicht neutral urteilen, warfen sie ihm vor.

Das Grabensystem nördlich des Speichersees war bereits im Jahr 2004 zu einem Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) ernannt worden. Etliche der über 200 Besucher in der Hainhalle hatten bereits damals Stellungnahmen abgegeben und nur einheitliche Standardantworten bekommen. „Jeder bekam das Gleiche, nur mit einer anderen Flurnummer“, schimpfte Lupperger.

Die rund 70 Landwirte im Krautdorf befürchten, durch neue Naturschutzziele zusätzliche Probleme zu bekommen. „Die erwarteten vier Millionen Einwohner Münchens sind auch vier Millionen Konsumenten“, sagte Ludwig Soller. Landwirte müssten nun an zwei Fronten kämpfen: „Von vorne kommt der hohe Siedlungsdruck der Region und von hinten kommt das Biotop herein. Ich pfeife auf 200 Euro Förderung, zahle meine Steuern und will meine Ruhe haben bei der Bewirtschaftung meiner Flächen.“ Ein konkretes Beispiel für behördliche Eingriffe brachte Michael Wagner auf den Tisch. Für sein Feld in der Nähe des Schörgenbachs habe er einen Brunnen gegraben, der nun vom Landratsamt verboten werden könnte. „Für mich ist das eine Enteignung“, schimpfte er. Walter Schuster sagte als Vertreter des Landratsamtes zu dem konkreten Fall, es sei noch keine Entscheidung gefallen. Der Brunnen könne nicht genehmigt werden, wenn dieser eine Austrocknung des Bachgrabens zur Folge hätte.

Schon der Ismaninger Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) hatte im Grußwort Klartext gesprochen: „Wir lehnen neue Schutzgebiete ab, die eine landwirtschaftliche Nutzung ausschließen. Der Verkauf ab Hof ist bei uns in Ismaning kein Trend, sondern seit jeher geübte Praxis.“ Er machte deutlich, dass die Natur im Moos nördlich von Ismaning die Gemeinde sachlich, personell und finanziell sehr beschäftige.

Eberherr bekam von der Gemeinde und den Landwirten deutlich gemacht, dass ihn der Managementplan DE7736-371 „Gräben und Niedermoorreste im Erdinger Moos“ noch lange beschäftigen wird, mit harten Diskussionen aus Ismaning.

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