+
Zu hoch liegt das  Haus an der Hohenadelstraße.

Haus in Ismaning liegt zu hoch

Baustopp: Rohbau droht Ruine zu werden

  • schließen

Ismaning - Nichts geht mehr beim Rohbau an der Hohenadelstraße: Das haus liegt zu hoch, es gilt ein Baustopp.  Wenn sich der Besitzer nicht mit seinem Nachbarn einigt, muss er zurückbauen.

Schon seit einem Jahr steht der Rohbau eines Hauses an der Hohenadelstraße in Ismaning. Doch die Baustelle ist still gelegt und beschäftigt nun das Verwaltungsgericht. Das Landratsamt hatte den Bau gestoppt. Zwar war das Haus so gebaut worden wie geplant und genehmigt.  

Allerdings hieß es in den ursprünglichen Planungen, dass der Niveauunterschied zu den benachbarten Grundstücken maximal zehn Zentimeter betrage. Tatsächlich stellte die Abordnung des Verwaltungsgerichts aber nun nach „einem Verhau von Höhenangaben“, wie Richterin Cornelia Dürig-Friedl es nannte, vor Ort fest, dass die Gärten des nordöstlichen und des nördlichen Nachbarn zwischen 40 und 70 Zentimetern tiefer liegen. 

Darum hatte das Landratsamt den Bauantrag als falsch bewertet und einen Baustopp verhängt. Das Gericht bestätigt nun beim Augenschein-Termin in Ismaning die Haltung von Kreisbaumeister Walter Schuster. „Der Plan hat nicht der Realität entsprochen“, sagte die Richterin.

 Durch das höhere Grundstücksniveau ist das im Rohbau komplett fertig gestellte Haus nach den rechtlich vorgeschriebenen Abstandsgrenzen zum nördlichen Nachbarn zu hoch. Und dieser betroffene Nachbar zeigte sich bei dem Ortstermin nicht verhandlungsbereit für einen Kompromiss. 

Seitens des Gerichts wird nun vorerst der Baustopp, der bereits ein Jahr dauert, bestätigt. Um doch noch eine Einigung – und schließlich die Fertigstellung des Hauses – zu erzielen, riet die Richterin den Bauherren, doch noch mit dem Nachbarn einen, womöglich finanziellen, Kompromiss zu finden, um das Haus in seiner aktuellen Form lassen zu können. 

Gibt es keine Einigung, droht dem Bauherrn viel Ärger und Arbeit: Denn dann müssten das Dach wieder abgenommen und die Wände um 50 Zentimeter abgetragen werden. Der Hausbesitzer bestritt jedoch, dass sein gekaufter Grund im Laufe der Jahre erhöht wurde. Doch das Landratsamt und das Gericht waren sich einig, dass die ehemaligen Höhenunterschiede der Grundstücke nicht mehr eindeutig festgestellt werden können. Deshalb zählt nun der Ist-Zustand.

Lange hatte Richterin Cornelia Dürig-Friedl mit Engelszungen auf beide Parteien eingeredet und versucht, einen Kompromiss herbeizuführen. Doch schließlich schickte sie eine unmissverständliche Warnung an den Bauherrn: „Wenn Sie weiter Nein zu allem sagen, bleibt die Baueinstellung bestehen, bis die Ruine irgendwann ganz weg muss."

Nico Bauer

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Gereizte Debatte um den Gockl-Neubau
Noch immer ringt der Unterföhringer Gemeinderat um die weitere Entwicklung des ehemaligen Gasthauses Gockl in der Unterföhringer Ortsmitte. Seit 2011 ist das leer …
Gereizte Debatte um den Gockl-Neubau
Junge Helden gesucht
Die Feuerwehren Brunnthal und Hofolding bemühen sich mit einer aufwändigen Plakat-Serie und zwei Aktionstagen um Nachwuchs.
Junge Helden gesucht
„Das Fliegen hat mich geerdet“
Ein Banker und ein Schreinermeister eröffnen eine Gleitflugschule – bei der Suche nach dem Standort landen sie in Sauerlach.
„Das Fliegen hat mich geerdet“
Mehr Kohle für die Jagd nach dem Feuerteufel
Auch wenn der Feuerteufel seit rund einer Woche nicht mehr zugeschlagen hat: Die Polizei sucht fieberhaft nach dem Unbekannten, der seit Anfang April ein Dutzend Wald- …
Mehr Kohle für die Jagd nach dem Feuerteufel

Kommentare