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Auch jenseits seiner bekannten Porträts hat Hans Jürgen Kallmann viele Arbeiten geschaffen, die sehenswert sind. „Bayerischer Dorffriedhof“ heißt dieses Bild aus dem Jahr 1972, das (v.l.) Rasmus Kleine, der Leiter des Kallmann-Museums, Witwe Gerda Haddenhorst-Kallmann und der Vorsitzende der Kallmann-Stiftung, Michael Sedlmair, bei der Vernissage zur jüngsten Ausstellung vorstellen. 

Bilder eines Künstlerlebens

Hans Jürgen Kallmann (1908 bis 1991) hat viel erlebt und ist als Maler vor allem bekannt für seine Porträts. Eine Ausstellung in Ismaning zeigt jetzt Dokumente aus wichtigen Stationen seines Lebens.

von Nico Bauer

Ismaning – Hans Jürgen Kallmann hat dem Museum in Ismaning seinen Namen gegeben. Als Stiftungsmuseum betreut es sein gesamtes Werk. Auch deshalb ist ein Mal im Jahr eine Ausstellung diesem Künstler und seinen Arbeiten gewidmet. In diesem Jahr trägt die Ausstellung den Titel „Stationen“. Sie zeigt Dokumente sowie Fotos aus dem Leben von Hans Jürgen Kallmann und läuft bis 5. Februar.

Ein Großteil der Exponate stammt aus dem Besitz der Witwe des Malers, Gerda Haddenhorst-Kallmann. Den Besuchern werden Einblicke gewährt in das Leben von Kallmann (1908 bis 1991), der während des Nazi-Regimes als entarteter Künstler gegolten hat und entsprechend geächtet worden ist. Die Vitrinen zeigen Kindheitsfotos und Briefe Kallmanns sowie ein Zeitungsporträt vom 15. Februar 1940.

Bei der Vernissage zur Ausstellung erinnerte Gerda Haddenhorst-Kallmann daran, dass ihr Mann einst unter ganz einfachen Bedingungen Kunst geschaffen hatte. In seinen frühen Lebensjahren, um 1930, entstanden drei Bilder, die jetzt zu sehen sind, deren Fläche er mit Reiskohle schwarz färbte und dann das Motiv herausradierte. Die Technik nutzte er aus der Not heraus, weil er sich die Farben nicht leisten konnte. Während dieser Phase malte der vor allem als Porträtmaler berühmt gewordene Kallmann sehr düstere Werke, die nicht nur den Ismaninger Museumsleiter Rasmus Kleine sehr beeindrucken. Die Ausstrahlung der Arbeiten passen zu den damaligen Verhältnissen, in denen Hans Jürgen Kallmann lebte.

Gerda Haddenhorst-Kallmann zeigt in dem Museum im Schlosspark auch Bilder, zu denen es besondere Geschichten gibt. In frühen Jahren hatte Hans Jürgen Kallmann spontan ein schlafendes Kind gemalt, ein Bild, dass seine Frau durch Zufall bei einer Auktion in Bonn entdeckte und dort ersteigerte. „Gerda“ heißt eine andere Arbeit, ein großes Ölgemälde, auf dem Kallmann seine Frau in Liebe verewigt hat. Und natürlich dürfen viele Porträts deutscher Persönlichkeiten nicht fehlen. Zu den „Stationen“ gehört zudem, dass in jedem Museumsraum ein Selbstporträt hängt.

Insgesamt erwartet die Besucher der Ausstellung eine Retrospektive mit Werken aus allen Schaffensphasen von Hans Jürgen Kallmann. Geschaffen mit unterschiedlichsten Techniken, von Kohle-Radierungen über Bleistift- oder Filzstift-Arbeiten bis hin zu Ölgemälden.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung läuft bis 5. Februar. Geöffnet hat das Kallmann-Museum im Schlosspark Ismaning dienstags bis sonntags, von 14.30 Uhr bis 17 Uhr. Öffentliche Führungen gibt es am 29. Dezember, 8. Januar und 5. Februar, jeweils um 15 Uhr. Des Weiteren wird eine Sonderführung mit Kreativworkshop angeboten. Sie richtet sich an Erwachsene und findet statt am 25. Januar, von 19.15 Uhr bis 21.15 Uhr.

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