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Lange Schlangen und tausende Anrufe: Apotheker berichtet über Ansturm auf kostenlose Masken

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Von: Nico Bauer

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Vor der Apotheke Aurnhammer warten Kunden auf ihre Masken.
Vor der Apotheke Aurnhammer warten Kunden auf ihre Masken. © Gerald Förtsch

Seit gestern können sich Personen über 60 und besonders Gefährdete für umsonst FFP2-Masken in Apotheken abholen. Peter Aurnhammer aus Ismaning berichtet im Interview über den Ansturm.

Ismaning – Vor der Apotheke Aurnhammer in Ismaning herrschte gestern Ausnahmezustand. In Meter langen Schlangen standen die Kunden an, um ihre kostenlosen FFP2-Masken abzuholen. Der Stress begann für Inhaber Peter Aurnhammer allerdings schon einige Tage vor dem Ausgabestart, direkt nach dem Versprechen der Bundesregierung. Im Interview berichtet er über eine Anruf-Flut und den Vorteil einer Land-Apotheke bei der Ausgabe der Masken.

Herr Aurnhammer, wie viele Dinge in der Pandemie ist auch das Masken-Geschenk sehr kurzfristig gelaufen. Wie anstrengend ist das für ihre Apotheke?

Sehr anstrengend. Die Kommunikation lief sehr schlecht. Letzte Woche hieß es, dass es jetzt Masken gibt. Seither hatten wir mehr als 1000 Anrufe und in der Apotheke stehende Menschen, die ihre Masken holen wollten. Wir mussten immer wieder erklären, dass die Verordnung erst ab 15. Dezember gilt. Die andere Sache war die Logistik. Ich habe sofort bestellt und dann kam die Lieferung auch erst am 15. an. Wir sind jetzt bereit.

Läuft Masken-Verteilung wie der Verkauf der Playstation 5? Da laufen die Verkaufswellen immer rund 15 Minuten, bis wieder alles weg ist.

Ich bin kein Fachmann für die Playstation, aber wir haben genügend Masken vorrätig. Ich werde auch rechtzeitig Nachschub bestellen. Gefühlt werden die Menschen immer gereizter.

Petern Aurnhammer packt einen Karton mit FFP2-Masken aus
Die FFP2-Masken bekamt Peter Aurnhammer gestern erst geliefert, bereits zuvor hatte sich Kunden tausendfach bei ihm erkundigt. © Gerald Förtsch

Wie war in den vergangenen Tagen die Kommunikation bei den Masken-Nachfragen?

Alle haben verständnisvoll reagiert. Wir haben das erklärt und es ist den Leuten bewusst, dass auch die Lieferung etwas dauern kann.

Wie läuft bei Ihnen die Bedarfskontrolle?

Wir können das ja nicht überprüfen. Im ländlichen Raum hat man den Vorteil, dass wir die meisten Kunden und ihre Beschwerden kennen. Wenn jemand Unbekanntes kommt, fragen wir halt nach. Wenn derjenige einigermaßen glaubwürdig versichern, zu einer der Zielgruppen zu gehören, bekommen auch diese Menschen ihre Masken.

Wenn man sich auf dem Land kennt, kann auch nicht jeder dreimal zum Maskenholen kommen?

Das haben schon Leute offensiv angesprochen, dass man jetzt in jeder Apotheke drei Masken holen kann. Wir sagen, dass man das nicht darf und appellieren an die Vernunft, dass sich jeder nur einmal Masken holt.

Befürchten Sie, dass mit der Schließung des Einzelhandels die Masken-Ausgabe ein beliebtes Ziel der Leute wird? Quasi als Shopping-Ersatz.

Wir hatten schon einen Kunden, der heute noch keine Maske mitnehmen wollte. Die holt er morgen und hat dann einen Grund, das Haus verlassen zu dürfen.

Über alle Entwicklungen rund um das Coronavirus im Landkreis München informieren wir in unserem News-Ticker.

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