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Da ist das Ding! Die Burschen aus Ismaning, Neufinsing und Unterföhring mit ihrer prestigeträchtigen Beute.

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Ismaning klaut Maibaum für Münchner Viktualienmarkt - so lief der Coup

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Den besten Maibaumdieben der Region ist der größte Coup aller Zeiten gelungen. Der Burschenverein Ismaning, die Neufinsinger und Unterföhringer haben den Maibaum in Besitz, der auf dem Münchner Viktualienmarkt aufgestellt wird.

Ismaning – Es ist eine gute Tradition, dass in Ismaning jedes Jahr Maibäume aus der Region unfreiwillig zu Gast sind. Im vergangenen Jahr erfüllte der Burschenverein erst Bürgermeister Alexander Greulich den Wunsch, den Unterföhringer neben dem Ismaninger Maibaum liegen zu sehen. Und jetzt haben sie sogar den Maibaum erbeutet, der auf dem Münchner Viktualienmarkt aufgestellt werden soll. Das Projekt Münchner Maibaum hatte einen Vorlauf von einem halben Jahr, und die Kombination von Burschen aus Ismaning, Unterföhring und Neufinsing hatte nur einen Versuch.

Die Diebe hatten nur einen Versuch

Der schwierigste Teil diesmal war es, den bisher nicht bekannten Lagerort des Münchner Baums herauszufinden. Die Burschen sammelten über beteiligte Personen und Vereine seit November im Internet Informationen und beobachteten einige Menschen. „Bei anderen Vereinen ist der Zielort einfach zu finden, mit einer Burschenhütte oder Maibaumveranstaltungen“, sagt der Ismaninger Maibaumbeauftragte Daniel „Zoze“ Pretzer, „aber hier sollte der Schatz einfach nur im Verborgenen gelagert werden.“

1,8 Tonnen schweres Gewicht blockiert Hallenzugang

Fündig wurden die Ismaninger mit ihren Paten aus Neufinsing und dem Unterföhringer Computerexperten Maximilian Westarb südlich von München auf einem abgelegenen Hof. Dort leben etliche Menschen, und der Baum lag unbewacht in einer schwer zugänglichen Halle. Diese war nur vier Meter breit und vor dem Baum lag ein 1,8 Tonnen schweres Traktorgewicht. „Wenn wir dort erwischt werden, brauchen wir nicht wieder zu kommen“, sagt Pretzer. Allen war klar, dass der erste Schuss sitzen musste. Der Ismaninger Manfred Schwarzbauer schweißte ein Hilfsgestell, um das Gewicht zu bewegen. Zudem stellte die Familie Wittmann das Testgelände, wo der geräuschlose Abtransport geübt wurde. Dieser Ismaninger Hof hat eine ähnlich steile Rampe vor der Halle. Am Sonntag gelang die Mission mit 50 bis 80 Leuten, die den Betonklotz und den knapp vier Tonnen schweren Maibaum händisch bewegten, bis auf den Anhänger. Nach viereinhalb Stunden Fahrt bis Ismaning war der größte Coup der Vereinsgeschichte durch.

Spezialkonstruktion und Probedurchlauf

Daniel Pretzer konnte sich die freche Frage nicht verkneifen, als er Markus Hitzelsperger von den Burschen Hohendilching-Sollach anrief: „Ist das ein wichtiger Baum?“ Vor den Ablöse-Verhandlungen mit den Burschen und dem Verein der Münchner Brauereien gibt er sich gönnerhaft: „Wir wollen nicht ausgschamt sein. Deswegen muss man uns nicht gleich eine ganze Brauerei überschreiben.“ Andreas Bachinger, Vize-Vorsitzender der Ismaninger Burschen, bietet den Münchnern an, dass die Diebe den 36 Meter langen Maibaum gerne von Hand aufstellen würden. Nach dem Diebstahl reichen sie dem großen Nachbarn die Hand zur Freundschaft.

Mittlerweile haben sich die Burschenvereine mit den Brauereien geeinigt.

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