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Erste Apotheke im Landkreis bietet PCR-Tests an

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Von: Charlotte Borst

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Voll ausgerüstet: Pinar Guendogdu von der Falkenapotheke bedient das neue PCR-Testgerät.
Voll ausgerüstet: Pinar Guendogdu von der Falkenapotheke bedient das neue PCR-Testgerät. © Ulla Baumgart

Die Falken-Apotheke in Ismaning ist seit Montag die erste Apotheke im Landkreis, die PCR-Tests durchführen kann und darf. Schneller und genauso zuverlässig – wirbt Apotheker Michael Wilhelm. Er hat ein Testgerät angeschafft, mit dem er die Auswertung in der Apotheke vornimmt.

Ismaning - Seit Montag können sich Kunden als Selbstzahler online oder telefonisch zum PoC-PCR-Test, einem PCR-Schnelltest, anmelden. Nach dem Abstrich müssen sie nicht lange warten: Nach 20 bis 30 Minuten wissen sie, ob sie positiv oder negativ auf Covid-19 getestet sind. Das Ergebnis erhalten sie per E-Mail, QR-Code und über ein Online-Tool, auch ein schriftliches Testzertifikat auf Deutsch und Englisch ist verfügbar. Allerdings ist der PCR-Test in der Apotheke aktuell immer kostenpflichtig: 65 Euro zahlen Kunden in der Falken-Apotheke, selbst nach einem positiven Antigen-Schnelltest oder Pooling-Test.

Großer Andrang

Das Interesse der Selbstzahler ist dennoch groß. „Zu uns kommen viele Kinder, Schwangere, Leute, die wichtige berufliche Termine wahrnehmen möchten, und Reisende“, berichtet Apotheker Michael Wilhelm. Zwar gibt es den PCR-Test mittlerweile auch wieder kostenlos in den Testzentren in Haar und Unterschleißheim, aber dort muss man mit längeren Wartezeiten rechnen.

„Wir wollen mit unserem kostenpflichtigen Angebot dazu beitragen, die Situation in den Arztpraxen und Testzentren etwas zu entspannen“, sagt Apotheker Michael Wilhelm. Er hat das unternehmerische Risiko nicht gescheut und ein Gerät des amerikanischen Pharmakonzerns Abbot angeschafft, das quasi die Arbeit des Labors übernimmt. Das Gerät basiert auf einer isothermalen Nukleinsäure-Amplifikations-Technik (NAT). Das heißt, es prüft – wie auch beim PCR-Test – auf das Erbgut des Virus und liefert schnell ein zuverlässiges Ergebnis, ob ein Patient infiziert ist. Allerdings wird – anders als im Labor – nicht zusätzlich auch die Virenlast gemessen. Bisher wird das Gerät in Krankenhäusern und Arztpraxen verwendet, nur in Baden-Württemberg gibt es die PCR-Tests aus den Apotheken bereits. Die Falken-Apotheke ist nach Angaben von Michael Wilhelm die erste im Landkreis München, die ihr Angebot auf PCR-Tests ausweitet.

Apotheken dürfen PCR-Tests als Selbstzahlerleistung anbieten

Wilhelm hat für das Gerät einen mittleren vierstelligen Betrag investiert. Doch lange war für ihn unklar, ob er überhaupt PCR-Tests anbieten darf, berichtet Wilhelm. Seit Juli habe er an vielen Stellen nachgefragt, bei Landratsamt, Apothekerverband, Ärztekammer. Inzwischen hat das Landratsamt ihm mitgeteilt, dass keine Beauftragung durch den öffentlichen Gesundheitsdienst nötig sei. „Apotheker dürfen laut Gesundheitsministerium PoC-PCR-Tests als Selbstzahlerleistung anbieten – ohne formelle Beauftragung“, informiert die Pressestelle.

Impfen in Apotheken?

Dass Apotheker künftig auch impfen, hält Wilhelm für ratsam: „Es wäre gut und wichtig, das Impfen wäre für uns kein Problem.“ Eine Ausweitung hält er aber für unwahrscheinlich, „die Ärzte fühlen sich da in ihren Kompetenzen beschnitten.“  

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