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Besuch in der „Werft“: Einige Kinder haben in der Werkstatt schon vorbeigeschaut, weitere Schulklassen und Gruppen sollen folgen.

Interessierte können die Werkstatt besuchen

Flüchtling baut ein Boot und schenkt es der Gemeinde: Das steckt dahinter 

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In seiner Heimat, dem Senegal, war Djibril Ndiaye Bootsbauer. In seiner neuen Heimat werkelt er wieder an einem Schiff - ein Geschenk für die Gemeinde. Das ist die Idee dahinter.

Ismaning – Am 19. Juli feiern die Ismaninger das zehnjährige Bestehen des Kulturzentrums Seidlmühle. Zum Jubiläum bekommen sie ein besonderes Geschenk. Der in der Gemeinde gestrandete Flüchtling Djibril Ndiaye baut „Ein Boot für Ismaning“ – und macht aus der Aktion ein Event. Die ersten Schulklassen haben ihn bereits besucht. An diesem Sonntag, 16. Juni, sollen es noch mehr Besucher werden. Ndiaye lädt ein zum Tag der offenen Werkstatt im Allianzgebäude.

Djibril Ndiaye stammt aus dem Senegal. In seiner Heimat hat er den Beruf des Bootsbauers ausgeübt. Er liebt Schiffe in allen Formen., erzählt er. Von großen Fischerbooten für das Meer bis hin zu den kleinen Deko-Booten. „Ich habe meinen Beruf immer gerne ausgeübt“, sagt Ndiaye, „denn Boote verbinden Kontinente, überwinden Grenzen. Sie sind ein Symbol für den Aufbruch.“

Mit dem Boot für Ismaning, an dem Ndiaye mit Spezl Sidy arbeitet, wollen beide ein Zeichen setzen. Ein Zeichen, dass geflüchtete Menschen besondere Talente und Fähigkeiten besitzen. Es soll aber auch den Ismaningern Freude machen. Ndiaye schenkt es der Gemeinde, der Waldkindergarten soll es künftig nutzen.

Die Bootsbauer: Djibril Ndiaya (r.) und Spezl Sidy mit einem Modell. Das Original soll ähnlich bunt bemalt werden.

Die Aktion steht aber auch beispielhaft dafür, welche Probleme talentierten Flüchtlinge bei ihrem Neustart fernab der Heimat haben. Daheim erlernte Berufe können sie hierzulande oft nicht ausüben, weil die Ausbildungen häufig nicht anerkannt werden können. Ndiaye hat seine Arbeiten zwar schon ausgestellt, etwa bei der Langen Nacht der Museen in München, aber als Bootsbauer kann auch er sich keine berufliche Existenz aufbauen.

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In den kommenden Wochen werden Ismaninger Bürger und Gruppen von Kindergärten bis zu Senioren eingeladen, den Bootsbauer in seiner Werkstatt zu besuchen. Die Arbeiten an dem fünf Meter langen und hochseetauglichen Boot werden dokumentiert. An diesem Sonntag sowie noch einmal am Sonntag, 7. Juli, werden die Ismaninger Bürger zu den Tagen der offenen Werkstatt eingeladen. Diese befindet sich im Süden des Ortes im Allianzgebäude und ist vom Eingang in der Krausstraße ausgeschildert. Wenn Besucher dann aus Begeisterung Geld spenden wollen, kommt dem Ismaninger Helferkreises zu Gute.

Das Finale der Aktion wird vom 19. bis 21. Juli beim Festwochenende zum zehnjährigen Bestehen der Seidlmühle sein, wenn Ndiaye der Gemeinde das Geschenk offiziell übergibt und das Boot ausgestellt wird, das Ismaninger Kindern zuvor noch bemalen. Sie treten auch die Jungfernfahrt über den Eisweiher an, bevor das Holzkonstrukt beim Waldkindergarten unterkommt.

Besuch in der Werkstatt

Schulklassen sind in die Boots-Werkstatt eingeladen. Führungen organisiert Ehrenamtskoordinator Adel Youkhanna unter Tel. 0 151/ 25 40 20 03 oder per Mail an Adel.Youkhanna@caritasmuenchen.de.

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