So berichtete der Münchner Merkur über das Thema in der Ausgabe 13. September. 
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Familie Eisenreich aus Ismaning hatte Angst

Flüchtlinge nachts auf dem Hof: Gespräche laufen

  • vonNico Bauer
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Die Familie Eisenreich hatte Angst: Mehrfach standen Flüchtlinge plötzlich nachts ungebeten auf ihrem Hof. Nun hat der Sicherheitsdienst ein Auge aufs Anwesen.

 

Ismaning – Die Situation hat sich ein wenig entspannt: Emanuel Eisenreich ist optimistisch, dass die Angst abebbt und dass sich die alteingesessene Ismaninger Familie im besten Fall bald wieder sicherer fühlt.

Ein Dialog hat begonnen, um den Eisenreichs ihr Sicherheitsgefühl wieder zurückzugeben. „Wir freuen uns, dass unsere Bedenken von vielen Seiten aufgenommen wurden und Lösungen gesucht werden“, sagt Emanuel Eisenreich, 36, der mit seiner Ehefrau Jelena (39) und seinen beiden Kindern (vier und sechs Jahre) auf einem Hof, einsam gelegen an der Mayerbacherstraße, lebt. Für Angst und Sorgen hatten mehrere Vorfälle zwischen April und September bei den Eisenreichs gesorgt. Mehrfach hätten mehrere dunkelhäutige Männer den ein Meter hohen Zaun zum Privatanwesen der Eisenreichs überstiegen und nachts vor der Haustür gestanden, sagt der Familienvater.

Zunächst hatte die Familie den ersten Vorfall im April nicht öffentlich gemacht, „weil wir nicht aus einer bestimmten Ecke kommen“, betont der 36-Jährige, der als Fußballjugendtrainer und auch im Beruf mit vielen Menschen verschiedener Nationalitäten in Kontakt ist. Doch als sich die nächtlichen Besuche wiederholten und am 1. September rund zehn „meist dunkelhäutige Menschen“ auf der Wiese vor dem Wohnhaus standen, wurde es den Ismaningern zu viel. „Die Abstände der Situationen und Belästigungen werden immer kürzer“, sagte Eisenreich damals.

Nachdem diese nun öffentlich wurden, hat sich einiges getan. Das Landratsamt München hat den Dialog mit der Familie gesucht. Emanuel Eisenreich hat bereits Gespräche mit der Behörde geführt. Diese stimmen ihn zuversichtlich. Ihm wurden dort mehrere Kontaktpersonen genannt, an die er sich bei weiteren Vorkommnissen wenden soll. Auch der Sicherheitsdienst der Asylunterkunft ist eingebunden. Denn es wird vermutet, dass die nächtlichen Besucher in der nahe gelegenen Unterkunft mit 200 Plätzen wohnen. Der Sicherheitsdienst, der dort rund um die Uhr tätig ist, wurde sensibilisiert und gebeten, auch ein Auge auf die benachbarten Anwesen wie das der Eisenreichs zu werden. Die Regierung von Oberbayern hatte es abgelehnt, den Sicherheitsdienst weiter zu bezahlen. Daraufhin hatte das Landratsamt erstmal die Bezahlung des Unternehmens übernommen.

Emanuel Eisenreich hatte des Weiteren bereits einen Gesprächstermin bei Bürgermeister Alexander Greulich (SPD). Er bot der Familie an, sich im Falle von weiteren Belästigungen in den Dialog mit dem Landratsamt einzuklinken, das zuständig ist für die Unterbringung der Asylbewerber. Demnächst wird es außerdem ein weiteres Gespräch mit einem Verantwortlichen des Sicherheitsdienstes geben. Eisenreich ist dankbar dafür, dass die Behörden die Ängste seiner Familie ernst nehmen. Er hofft, dass nun ein Weg gefunden wird für ein ruhiges Miteinander an der Mayerbacherstraße.

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