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Klassizistisch gestaltet: Heute befindet sich im Schloss das Rathaus der Gemeinde Ismaning.

200 Jahre nach dem Kauf 

Geheimnisse eines Schlosses

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Ismaning - Eugène de Beauharnais hat das Ismaninger Schloss vor genau 200 Jahren gekauft und zu einem Prunkstück verschönern lassen. Aus diesem Anlass öffnete die Gemeinde am vergangenen Sonntag beide Säle im Rathaus.

Die Gemeinde Ismaning öffnet nur an besonderen Tagen den roten und blauen Saal des Schlosses, eine der beliebtesten Kulissen für heiratswillige Paare in der Region. Das zentrale Element des roten Saales an der Südwand zwischen den beiden Fenstern ist ein Wandgemälde, das ein Bildnis von Auguste Amalia von Bayern zeigt. Die Gattin Eugène de Beauharnais’ und Tochter des späteren Königs Maximilian I. Joseph von Bayern erweist durch das Symbol eines Delfins ihrem Mann die Ehre, durch den sie Vizekönigin von Italien wurde.

Getragen wird das Bild von zwei napoleonischen Adlern. Das erinnert daran, dass Eugène de Beauharnais der Stiefsohn Napoleons war und von diesem später adoptiert wurde. In der Kunst an den Wänden und Decken der beiden Prunksäle des Ismaninger Schlosses finden sich immer wieder Hinweise zu dem Leben Napoleons.

„Unser Ziel ist es, den Gästen der Führungen zu helfen, diese Geschichten zu lesen“, sagt Dr. Christine Heinz, die Leiterin des Schlossmuseums. Sie führte die Besucher durch die Räume und erklärte, welche Geschichten hinter den einzelnen Kunstwerken stecken. Mehr als hundert Gästen erfuhren bei Führungen die Geschichte und Geheimnisse des Hauses. Als Besonderheit der Führungen zum 200. Jahrestag des Schlosskaufes hatte sich die Historikerin ein besonderes Format ausgedacht. Die Führung wurde untermalt von „Blumes klassischer Harmoniemusik“, eine Art von Musik, die vor 200 Jahren populär war. Die Teilnehmer konnten innehalten, um die Kunst auf sich wirken zu lassen. 

Die Geschichte der Schlosssäle ist zwar gut erforscht, aber alle Geheimnisse der Vergangenheit lassen sich nicht bis ins Detail aufklären. Ob zum Beispiel auch Eugène de Beauharnais und Auguste Amalia damals bei romantischen Stunden in ihren Ismaninger Prunksälen „Blumes klassische Harmoniemusik“ hörten, ist nicht überliefert.

Sonderausstellung 

Zum 200. Jahrestages des Ismaninger Schlosskaufs von Eugène de Beauharnais stehen die beiden Prunksäle in vielen Formen im Mittelpunkt von Veranstaltungen und der aktuellen Sonderausstellung des Schlossmuseums. Mit dem Kalender „Ismaninger Motive 2017“ können sich die Bürger nun einen Teil des Schlosses nach Hause holen. Der Kalender für das nächste Jahr zeigt wegen des aktuellen Jubiläums Motive aus dem roten und blauen Saal des Ismaninger Schlosses. Erhältlich ist der Kalender im DinA4-Format mit den Aufnahmen des Architekturfotografen Robert Sprang für zehn Euro im Schlossmuseum.

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