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So könnte der neue Gockl aussehen: Dies sind die zwei Neubau-Varianten des Architekturbüros Hall, die der Bauausschuss favorisiert hat. 

Im Gemeinderat

Gereizte Debatte um den Gockl-Neubau

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Noch immer ringt der Unterföhringer Gemeinderat um die weitere Entwicklung des ehemaligen Gasthauses Gockl in der Unterföhringer Ortsmitte. Seit 2011 ist das leer stehende Gebäude an der Münchner Straße im Eigentum der Gemeinde, und es verfällt zunehmend.

Unterföhring– Beschlossen ist bisher, dass das Gebäude abgerissen wird und ein Ersatzbau mit ähnlichem Charakter sowie eine Tiefgarage entstehen. Im Erdgeschoss soll wieder ein Lokal einziehen, in den beiden Obergeschossen sind kleine Wohnungen vorgesehen. Der Metzger, der im Anbau das Ladengeschäft von der Gemeinde pachtet, soll in die Planung einbezogen werden. Das hatte eine Mehrheit im Oktober 2015 auf Antrag der CSU beschlossen.

Auf dieser Grundlage hatte das Architekturbüro Hall dem Bauausschuss im Februar sechs Varianten für einen Neubau vorgestellt, zwei davon wählte der Ausschuss au, damit sie weiterverfolgt werden. In der April-Sitzung des Gemeinderats brachte jetzt aber die CSU überraschend noch eine Variante ein: Bei dem Ersatzbau soll um ein Stockwerk und auf die kostspielige Tiefgarage l verzichtet werden. Dafür könnten laut CSU 33 oberirdische Stellplätze im Kirchenweg und am Gebäude entstehen.

Bürgermeister stöhnt, PWU ist genervt

Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) stöhnte angesichts dieses neuen Antrags: „Damit wird das ganze Paket wieder aufgeschnürt, das wir mehrheitlich beschlossen haben.“ Günther Ernstberger (PWU) nervten „die selbst ernannten Experten von der CSU“, und PWU-Fraktionssprecher Manuel Prieler wunderte, dass die CSU nun wieder ein Stockwerk kappen will: „Wir schreien landauf landab, dass wir Wohnungen brauchen. Jetzt hatten wir Wohnungen beschlossen.“ Auch sei es „töricht“, in der Ortmitte einen Neubau ohne Tiefgarage zu errichten. Doch die neue CSU-Variante erzielte eine Mehrheit und wird weiter untersucht.

Eingehend diskutiert wurde auch ein Änderungsantrag der SPD. Sabine Fister (SPD) plädierte dafür, das Gebäude stehen zu lassen und zu sanieren, das hatte die SPD schon 2015 erfolglos vorgeschlagen. Im Erdgeschoss könnte der Metzger eine Kantine für die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung betreiben. Auch Vereine könnten hier Feste feiern. Im Obergeschoss sollten Räume für die Verwaltung und die Fraktionen entstehen. Diese Umnutzung würde dem Gemeinderat Zeit geben, sich in den nächsten Jahren ein Konzept für das gesamte Areal zu überlegen. Thomas Weingärtner (SPD) fügte an, die Gemeinde habe viel Geld in die Sanierung der Metzgerei gesteckt. „Die Metzgerei würden wir mit dem Neubau beseitigen.“

Bausubstanz zu schlecht

CSU-Sprecher Manfred Axenbeck sieht das anders: „Da muss der Metzger durch, auch in München gibt es Einzelhändler mit Baustellen in der Nähe.“ Für ihn steht fest, dass die Bausubstanz schlecht ist, eine Sanierung sei nicht sinnvoll: Bis auf die Grundmauern müsste alles erneuert werden. PWU und CSU lehnten schließlich den SPD-Vorschlag ab.

Günter Peischl (PWU) warf dann noch eine vierte Variante in die Runde, die ebenfalls aufgenommen wurde: Es soll – wie im CSU-Antrag gefordert – auf ein Stockwerk verzichtet werden, aber dennoch eine Tiefgarage entstehen. Nun sind nach langer Debatte neben den Varianten aus dem Bauausschuss noch zwei weitere im Rennen. 07

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