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„Wir wollen einen lebendigen und keinen musealen Platz“,  sagt Lothar Weber, Leiter der Ismaninger Gartenbauabteilung (Mitte). Er hat den Platz gestaltet, und besucht ihn gemeinsam mit der Kulturbeauftragten Christine Heinz und Bürgermeister Alexander Greulich.

Geschwister-Scholl-Platz: Ein Ort für die Freiheit

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Ismaning - Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus im Dritten Reich hat in Ismaning bereits auf vielfältige Weise ein Gedenken bekommen -  mit Straßen, die etwa nach Graf Stauffenberg oder Dietrich Bonhoeffer benannt sind. Nun kommt der neu gestaltete Geschwister-Scholl-Platz dazu.

 Der ist zwar kleiner als der berühmte Platz vor der Münchner Maximilians-Universität, hat aber ebenso eine besondere Bedeutung als Treffpunkt. Der Geschwister-Scholl-Platz wird von keinem Navigationssystem erfasst werden, weil der Platz in der Mitte einer Siedlung liegt, in dem Grünstreifen, den die Gemeinde seit den 1970er-Jahren an dem nordöstlichen Ortsrand wachsen lässt. Der Platz wurde neu gestaltet von Lothar Weber, dem Leiter der Gartenbauabteilung der Gemeinde. Dieser hat den Kampf der Geschwister Scholl für Freiheit und für eine Welt der Vielfalt aufgegriffen mit einer Fläche, auf der Menschen viele Freiheiten haben sollen. Bereits vor Tagen war der Asphaltboden mit Kinderkreide immer wieder bunt bemalt – zumindest bis zum nächsten Regenguss. Größere Kinder spielten Fußball und teilweise trafen sich mehr als 200 Menschen auf der Freifläche mit Bäumen, an denen in ein paar Jahren Maroni und Nüsse geerntet werden können. Perfekt ist die quadratische Asphaltfläche – weitab aller Straßen– auch für die ersten Meter, wenn Buben und Mädchen das Fahrradfahren lernen. „Wir wollten einen lebendigen und keinen musealen Platz“, sagte Lothar Weber. Das Areal liegt direkt neben einem Spielplatz für das Wohngebiet. Schriftzüge an den Sitzbänken erinnern an die Forderungen nach „Freiheit der Rede“ und nach „Freiheit des Bürgers“. Für diese Ziele kämpften Hans und Sophie Scholl, die mit Flugblättern zum Widerstand gegen das Nazi-Regime aufforderten und dafür im Jahr 1943 im Münchner Gefängnis Stadelheim zum Tode verurteilt wurden. „Die weiße Rose“ war der Name der studentischen Widerstandsgruppe, die noch heute für den Kampf gegen Adolf Hitler steht. Die Gemeinde hat am Rande des Platzes zwei weiße Rosen pflanzen lassen, die wachsen sollen, ebenso wie die Zahl der Begnungen auf dem Platz wachsen und gedeihen soll. Für die erste Zeit sind die Rosen eingezäunt, damit sie nicht aus Versehen zerstört werden, etwa wenn Kinder Fußball spielen. Den Blumen soll es nicht ergehen wie einst den Geschwistern Scholl, die ihren Kampf um die Freiheit mit dem Leben bezahlen mussten.

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