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Selbst gebaut und hochgeschleppt: Eine Abordnung aus Kirchheim mit italienischen Freunden auf einem Berg nahe ihrer Partnergemeinde Caramanico Terme; der haben sie ein Gipfelkreuz geschenkt, „als Zeichen der Verbundenheit und Partnerschaft.

Messner-Debatte

Gipfelkreuz gibt Halt und Orientierung

Ismaning - Horst Teschner von den Bergfreunden Ismaning ist kein Freund von Gipfelkreuzen. Über das am Chipinque in Mexiko war er aber heilfroh. Bei starkem Wind hat er sich daran festgehaltem, um nicht in den 1000 Meter tiefen Abgrund gefegt zu werden.

Gipfelkreuze gehören auf einen Berg – so sieht das beispielsweise Hermann Mann, der Schatzmeister der Sektion Otterfing des Deutschen Alpenvereins: „Darüber, dass Messner fordert, dass man die Gipfelkreuze auch entfernen könne ist, glaube ich, jeder empört. Ein Gipfelkreuz gehört einfach auf einen Berg, das ist so Tradition.“

Empörung über Reinhold Messners Kritik

Extrembergsteiger Reinhold Messner sieht das nämlich anders: Er sagte kürzlich, dass er selbst auf Gipfelkreuze verzichten könne. Schließlich sollten die Berge, die doch der ganzen Menschheit gehörten, nicht mit einer bestimmten Weltanschauung verknüpft werden. Eine Aussage, die durchaus für Diskussionen sorgt– und zu der jeder Bergsportler eine persönliche Ansicht hat.

Horst Teschner, Vorsitzender der Bergfreunde Ismaning, stimmt Messner zu: „Diese Diskussion gibt es schon seit Jahren. Ich finde auch, dass es nicht gut ist, die Berge durch ein Gipfelkreuz einer bestimmten Religionsgruppe zuzuordnen. Die Berge sind für alle da. Diejenigen, die jetzt schon da sind, kann man aber natürlich stehen lassen.“ Und natürlich müsse man die Gipfel weiterhin markieren. Das könne man aber beispielsweise durch einen Pfosten oder, wie früher, mit einem Steinhaufen tun, sagt Teschner.

Wobei ein Gipfelkreuz ihm bei einer Tour in Mexiko im März 2012 schon einmal sehr geholfen hat. Auf dem Chipinque in Mexiko habe es auf dem Gipfel sehr stark gewindet. „Ich war froh, mich dort festhalten zu können, denn neben mir ging es ungefähr 1000 Meter hinunter nach Monterrey“, erinnert er sich.

Kirchheimer bauen Kreuz für italienische Partnergemeinde

Und auch Rudi Günter, der ehemalige Abteilungsleiter der Ski- und Bergsportabteilung des Kirchheimer SC, hat einen besonderen Bezug zu Gipfelkreuzen. Er ist seit rund 55 Jahren aktiver Bergsportler, führt Bergtouren, und: Er hat selbst schon einmal eines mitgebaut und aufgestellt. Kirchheim ist die Partnergemeinde der italienischen Gemeinde Caramanico Terme. Dort hat der Kirchheimer SC „als Zeichen der Verbundenheit und Partnerschaft“ im Juni 2005 selbst ein Gipfelkreuz im Gebirgszug Apennin aufgestellt.

Über dieses Kreuz war Horst Teschner froh. Der Ismaninger konnte sich daran bei starkem Wind festhalten - neben einem 1000-Meter-Abgrund.


„Das haben wir damals auch selbst gebaut– mit Blitzableiter und der Halterung für das Gipfelbuch natürlich“, erinnert er sich. Dann hätten sie es nach oben transportiert und „den letzten Kilometer auch selbst geschleppt“. So hat er einen besonderen Bezug zu dieser Markierung am höchsten Punkt eines Berges: „Das Gipfelkreuz ist ein Punkt, an dem man sich orientieren und festhalten kann. Dadurch bekommt der Berg etwas Besonderes. Man sieht es bereits von unten und weiß: Das ist mein Ziel“, sagt er.

Zudem habe das Gipfelkreuz auch eine praktische Bedeutung: „Dort trägt man sich ins Gipfelbuch ein, um zu zeigen, dass man dort war. Viele schreiben auch persönliche Gefühle dort hinein. Ich weiß nicht, ob es das Gipfelbuch auch ohne das Kreuz geben würde. Zudem hat es eine lange Tradition, die man, wie alle Traditionen, bewahren sollte, denke ich. Ohne das Gipfelkreuz würde schon etwas verloren gehen.“





Lukas Krehl sieht keinen großen religiösen Aspekt

Dass etwas fehlen würde, das sieht auch Lukas Krehl so, der Sohn der Vorsitzenden der Sektion Garching des Deutschen Alpenvereins. Er arbeitet als Kletterlehrer und ist selbst viel in den Bergen unterwegs. „Am Gipfelkreuz weiß man, man hat es geschafft. Natürlich kann man mit der Religionsfreiheit argumentieren, aber hier hat das Kreuz in meinen Augen keinen religiösen Aspekt. Es ist eben das Gipfelkreuz“, sagt Lukas Krehl.

Stephanie Albinger





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