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Klare Gegner von Glyphosat sind die Grünen.

Grüne wollen Verbot

Glyphosat vergiftet Stimmung in Ismaning

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Erst beim Bauernverband, jetzt im Gemeinderat: Glyphosat ist ein heißes Thema in Ismaning. Dort endete die Diskussion mit einem kuriosen Vorschlag.

Ismaning – Das Thema Glyphosat erhitzt derzeit in Ismaning die Gemüter. Nachdem Kreisobmann Anton Stürzer bei der Versammlung des Bauernverbands seine Befürchtungen kundtat, dass im Falle einerschwarz-grünen Koalition nach der Landtagswahl die Grünen ein zusammengelegtes Umwelt- und Landwirtschaftsministerium übernehmen und sich für ein striktes Glyphosat-Verbot einsetzen, waren es nun die Grünen selbst, die im Gemeinderat eine Glyphosat-Diskussion anzettelten – und den Unmut der Landwirte auf sich zogen.

Bereits am 30. November hatte die Fraktion eine Anfrage bei der Gemeindeverwaltung zur Verwendung von Mitteln zur Unkrautvernichtung und Schädlingsbekämpfung gestellt. Darauf antwortete die Verwaltung nun, dass die Gemeindegärtnerei und der Bauhof sowie von der Gemeinde beauftragte Dienstleister keine Herbizide verwenden.

Pestizide werden dagegen punktuell verwendet, um etwa Ameisen zu bekämpfen. Diese werden aber nur angewendet, wenn keine anderen Möglichkeiten mehr greifen. Die Grünen erweiterten nun ihre Anfrage um den Antrag, Glyphosat auf gemeindlichen Flächen in Ismaning grundsätzlich zu verbieten. Auch von der Kommune beauftragte Firmen müssen den Verzicht dann vertraglich unterschreiben. Gemeinderätin Silke Levermann referierte ausführlich über die Gefahren von Glyphosat, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Damit rief sie die Ismaninger Landwirte auf den Plan, die harsch reagierten. „Auf der Liste mit krebsverdächtigen Objekten stehen auch Elektrosmog, Fernbedienungen von Fernsehgeräten und das Telefonieren mit dem Handy“, sagte Luis Eisenreich (CSU) und betonte, dass auch für die Landwirte nur eine sehr dosierte, punktuelle Nutzung von Glyphosat Sinn ergebe. Denn: „Wenn ich das Mittel auf ein ganzes Feld mit Kraut sprühe, dann ist die ganze Ernte kaputt.“ Gegenüber den Antragstellern n konnte er sich den Seitenhieb nicht verkneifen, „dass die Grünen nach der Abschaltung der Atomkraftwerke jetzt ein anderes Steckenpferd brauchen“.

Auch Nikolaus Kraus (FWG) konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen und meinte: „100 Menschen sprechen über Pestizide. 97 davon kennen sich aus – und die anderen drei sind Landwirte.“ Er lud die Ratsmitglieder zudem zum Selbstversuch ein. Er würde eine Teilfläche seiner Felder zur Verfügung stellen, um in den nächsten Wochen einen Praxisversuch mit Glyphosat zu starten, damit sich alle Kommunalpolitiker vor Ort die Wirkung der Unkrautbekämpfungsmittel ansehen können.

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