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Neuanfang in Ismaning: Franziska Laing.

Handball

Erstmals „out of Dachau“

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So lange sie Handball spielte, tat Franziska Laing (27) das in Dachau, beim TSV 1865 und beim ASV. Jetzt wagt sie einen Neuanfang: beim TSV Ismaning.

IsmaningDie Bayernliga-Handballerinnen des TSV Ismaning wollen den nächsten Schritt gehen und peilen in der kommenden Saison einen Platz in der Spitzengruppe an. Bernd Dreckmann hatte angekündigt, den Kader sukzessive und punktuell verstärken zu wollen. Jetzt stehen zwei weitere Neuzugänge fest, und der Trainer bekommt seine „absolute Wunschspielerin“.

Sie hat einen anderen Nachnamen, ist inzwischen Mutter und spielt zum ersten Mal für einen Verein außerhalb Dachaus: Franziska Laing wagt beim TSV Ismaning einen Neubeginn. 2018 erlitt Franziska Spatz einen Kreuzbandriss, 2019 heiratete die Ergotherapeutin Lorenz Narku Laing, Politikwissenschaftler an der LMU München, und feierte mit dem ASV Dachau sowie Trainer Bernd Dreckmann den Aufstieg in die 3. Liga, vor drei Monaten kam dann Sohn Frederick zur Welt.

Bevor sich die Konkurrenz überhaupt des 27-jährigen Energiebündels erinnern konnte, stand Dreckmann bereits auf der Matte. „Bernd hat früh angefragt“, erzählt Franziska Laing, die 2011 vom TSV 1865 Dachau zum ASV gekommen war – wie ihr alter und neuer Coach, der damals von den Männern des TSV Trudering zum damaligen Bayernliga-Absteiger wechselte. Die beiden kennen sich also schon sehr lang und sehr gut, auch wenn Dreckmann zwischenzeitlich mal die zweite Mannschaft betreute und dann 2017 erneut die Erste übernahm.

Und der 60-Jährige war einigermaßen überrascht, dass seine „absolute Wunschspielerin“, wie er sie nennt, tatsächlich zusagte: „Sie bringt uns als Mannschaft wirklich weiter – vorne als Kreisläuferin und hinten im Mittelblock in der Abwehr – und sie passt menschlich super zu uns.“ Die so Gelobte nimmt ihre Rolle als Stabilisator der Abwehr gerne an, als Führungsspielerin sieht sich Franziska Laing (noch) nicht: „Ich muss erst mal wieder mein Fitnesslevel erreichen, dann sehen wir weiter. Klar ist, dass ich mit dem Team im oberen Drittel mitspielen will, dieser Leistungsanspruch ist da.“ Ihre neuen Kolleginnen kennt sie aus diversen direkten Duellen, miteinander trainiert haben sie noch nicht – auch nicht bei der Zoom-Videokonferenz: „Ich habe mich ja erst Anfang Mai endgültig entschieden.“

Auch Sara Ertel (21) schließt sich den Isis an

Auch Sara Ertel muss sich ihren neuen Mitspielerinnen erst noch ausführlich vorstellen: Die 21-Jährige hatte bereits im Januar beim TSV Ismaning angeklopft und wollte im März ein Probetraining absolvieren – doch die Corona-Pandemie verhinderte das. Die Linkshänderin (Rückraum rechts und Rechtsaußen) kommt vom Nord-Landesligisten HC Sulzbach-Rosenberg, schon als Mini war sie für ihren Heimatklub aufgelaufen. „Trainer Dreckmann hat mich mit seinem Konzept und mit dem, was er an Positivem über die Mannschaft gesagt hat, überzeugt“, sagt Sara Ertel, die als Polizistin nach München versetzt wurde und dem ebenfalls interessierten Drittliga-Aufsteiger HSG Würm-Mitte absagte. „Ich denke, dass ich in der Bayernliga und bei einem ambitionierten jungen Team gut aufgehoben bin.“ Derzeit ist sie wegen der Corona-Krise beruflich sehr eingespannt, hofft aber darauf, dass sie bald zumindest in Kleingruppen mit der Mannschaft trainieren kann.

„Wir werden eine ganz andere Vorbereitung erleben als sonst“, glaubt Franziska Laing, „ich denke, es wird Oktober, bis wir wieder starten.“ Mindestens 17 Teams spielen in der nächsten Bayernliga-Saison um Punkte – mit dabei sind Landesliga-Aufsteiger HT München mit der Ex-Ismaningerin Saskia Putzke sowie Drittliga-Absteiger ASV Dachau, dessen Kader dann ein gänzlich anderer sein wird.

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