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Am Bahnhof Ismaning hatten die Täter zugeschlagen.

Angriff am S-Bahnhof

Fremdenfeindliche Schläger verurteilt

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Drei Schläger sind nach einem Angriff am Bahnhof Ismaning auf zwei Afrikaner verurteilt worden. Ihre Opfer lehnten im Gerichtssaal Kuverts mit  Schmerzensgeld ab; wohl aus Stolz.

Ismaning – Unruhig rutschen sie auf der Anklagebank umher, hängende Köpfe, Blick zum Boden. Dann nacheinander die Geständnisse: „Ich bitte um Entschuldigung“, sagt Peter Z. „Es tut mir sehr leid“, sagt Tobias S. „Ich bedauere, was passiert ist“, sagt Gabriel F. Den dreien wurde am Münchner Amtsgericht der Prozess gemacht, weil sie zwei Afrikaner am S-Bahnhof Ismaning zusammengeschlagen hatten.

Schlagzeilen gemacht als fremdenfeindlicher Angriff

Die Tat vom 15. Juni 2018 hatte als fremdenfeindlicher Angriff Schlagzeilen gemacht. Vor Gericht gaben sich die Schläger kleinlaut und räumten nach einem Rechtsgespräch die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ein. Laut Anklage war das Trio gegen 21.45 Uhr in Richtung Flughafen gefahren und in Ismaning ausgestiegen. Am Bahnsteig gerieten sie in Streit mit den beiden Eritreern, die sie übel beleidigt haben soll. Es folgten Schläge und Tritte – selbst, als die beiden Afrikaner zu Boden gingen, sollen die drei Angeklagten sie weiter traktiert haben.

Staatsanwalt: „Beide hätten sterben können!“

Als potenziell lebensgefährlich stufte die Staatsanwaltschaft den Übergriff ein. „Beide hätten sterben können.“ Rechtsgespräche sollen ein Strafverfahren abkürzen: Richter, Staatsanwalt und Verteidiger gehen in ein Hinterzimmer und tüfteln einen Deal aus. Im Gegenzug erhält der Angeklagt eine maximal zu erwartende Strafe, wenn er gesteht und dem Gericht eine umfangreiche Beweisaufnahme erspart. So lief es auch diesmal: Peter Z. kam, ebenso wie Gabriel F., noch mit Bewährung davon. Tobias S. hingegen verurteilte Richter Dr. Carsten Freiherr von Chiari zu 14 Monaten Haft, da S. die Tat begangen hatte, obwohl er noch unter offener Bewährung stand.

Opfer lehnen Schmerzensgeld ab

Kurios wurde es, als die beiden Geschädigten hereingebeten wurden. Aussagen mussten sie aufgrund der genannten Regelung nicht, eine Entschuldigung und einige Hundert Euro Schmerzensgeld wollten ihnen die Angeklagten aber persönlich übergeben. Und so standen die Schläger von der Anklagebank auf, gaben den beiden Männer, die sie am Bahnsteig übel zugerichtet hatten, die Hand - und jeweils einen Umschlag mit Scheinen. Diesen lehnten die beiden Geschädigten aber ab – offensichtlich aus Stolz. Das Geld wird daher an wohltätige Vereine gespendet.

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