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Gipfeltreffen. Am Stammtisch im Sportlerheim treffen sich die Kandidaten mit einem Bayernfan – und dem österreichischen Kanzler Kurz. 
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Pflichttermin: Der Faschingszug in Ismaning.
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Es kann nur eine/n geben: Der Bürgermeisterwahlkampf war Pflichtthema für die Burschen.
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Auch der Bankumbau war Thema - samt Automatenspielen.

Burschen-Faschingszug

Bürgermeister-Kandidaten derb derbleckt

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Kein Faschingszug ist wie der in Ismaning. Dort spielte auch am Sonntag der Burschenverein auf drei Anhängern lokales Theater und nahm prominente oder illustre Persönlichkeiten aus dem Ort aufs Korn.

Ismaning – Wegen des scharfen Tons sind die Burschen berühmt-berüchtigt für ihre Kultveranstaltung, die an den vier Lokalen „Zur Mühle“, „Ricks Cafe“, „Neuwirt“ und „Gasthaus Soller“ (Rest) spielte.

Kanzlerbesuch am Stammtisch

Eine fünfte Gaststätte des gestrigen Umzugs war das Sportlerheim des FC Ismaning, wo der Stammtisch spielte. Gnadenlos nachgespielt haben die Burschen den rheinischen, manchmal etwas arg schroffen Wirt. Dessen Stammgast ist der Vorstand des Bayern-Fanclubs, der von seinen Auswärtsspielen bei Zwieback Zwickau und Barfuß Jerusalem berichtet. Besuch bekommt er unter anderem von den – ebenfalls von Burschen dargestellten – Bürgermeisterkandidaten Max Kraus und Anette Reiter-Schumann.

„Echte Ismaningerinnen“ schauen anders aus

Letztere betont immer wieder, dass sie, kurz ARS genannt, eine echte Ismaningerin ist, nachdem sie zuvor die halbe Welt als Zuhause hatte. Michi Haller hatte die klare Antwort: „Dass du das selbst echt glaubst. Wenn du Ismaningerin bist, dann bin ich Mickey Mouse.“

Für die ganz große Abrechnung sorgte der österreichische Kanzler Sebastian Kurz, der den schlechten Wahlkampf in Ismaning kritisierte: „Aber ihr Deutschen seid ja sogar zu blöd, eine Maut einzuführen“, legten die Burschen dem Kanzler in den Mund. Er rechnete dann im Sketch ab mit der Kandidatin ARS – „Du glaubst noch an die Weihnachtsgeschichte“ – und dem Ismaninger Kraus, der mitten im Wahlkampf lässig Urlaubsfotos gepostet hatte. „Du saufst im Wahlkampf Pina Colada im Dubai-Urlaub“, hieß das beim „Kanzler Kurz“.

Die Burschen sind unberechenbar

Die Burschen sind so unberechenbar, weil sie ein Jahr lang genau hinschauen. So wählten sie auch den Umbau der lokalen VR-Bank als Thema. Dort kämpft der Vorstandsvorsitzende Herbert Kellner („Viermal die Acht und Bargeld lacht“) am neuen Bankautomat, dem digitalen Berater Renato. Dort richtete sich der Frey Sepp dann auch gleich einen Ruheplatz ein. Hans Paukner berichtete unterdessen, wie er seine Hose auslüften wollte und diese nach dem Sturm Sabine eine Stunde lang suchen musste: „Jetzt ist es eine Windhose.“ Als dann der Chef der örtlichen Pizzeria kommt, wird im Bankautomaten der Mafiamodus aktiviert und der daraus herauskommende Mitarbeiter wandelt sich in den Paten.

Bankautomat mit besonderem Innenleben 

Zur Musik „Lasst das mal den Papa machen“ kommt dann Bürgermeister Alexander Greulich (SPD), der vom Automaten im Bürgermeister-Modus begrüßt wird: „Dürfen wir Sie darauf hinweisen, dass der Bürgermeister-Modus in wenigen Tagen ausläuft…“ So hat auch noch der Amtsträger sein Fett abbekommen und nicht nur die Herausforderer von CSU und Freien Wählern.

Zug ist vor einem Jahr wegen des Schäfflertanzes ausgefallen

Für die Ismaninger war der gestrige Umzug eine Doppelfreude, denn 2019 hatten die Burschen einmal ausgesetzt. Wegen des alle sieben Jahre stattfindenden Schäfflertanzes war der Faschingsumzug im Vorjahr ausgefallen. Vermutlich zur heimlichen Freude einiger potenzieller Derbleck-Opfer.

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