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Im roten Saal des Schlosses: Michael Kerkloh (Mitte), Geschäftsführer der Flughafen München Gesellschaft, mit Bürgermeister Alexander Greulich (l.) und Reiner Knäusl.

Kamingespräch mit Michael Kerkloh

Fluch und Segen des Flughafens

Ismaning - Ist der Flughafen München Fluch oder Segen für die Gemeinde Ismaning? Beim Kamingespräch der SPD Ismaning mit Flughafen-Boss Michael Kerkloh lag der Schwerpunkt eher auf Segen. Wobei Kerkloh ungeahnte Talente offenbarte.

Zum Auftakt gab es Johann Sebastian Bach. Michael Kerkloh, der Chef des Münchner Flughafens, ist begeisterter Klavierspieler und eröffnete das Ismaninger Kamingespräch selbst musikalisch. Nach dem genussvollen Start stellte er sich dann den Fragen von Reiner Knäusl bei dem Gespräch über „Fluch und Segen“ für die Gemeinde Ismaning.

Kerkloh sieht den Airport als Wirtschafts-Lokomotive in der Region. Lob erwartet er keines: „Es gibt viele, viele Menschen, die von uns profitieren. Aber das wird nie jemand sagen.“

Hinter vorgehaltener Hand räumen viele den Nutzen ein

Hinter vorgehaltener Hand sagen durchaus auch Ismaninger Kommunalpolitiker, dass die Gemeinde erheblich vom Flughafen profitiere und nur ein paar wenige das Pech hätten, vom Lärm betroffen zu sein. Kerkloh machte auch deutlich, dass die Flugzeuge bei besonderen Wetterbedingungen wie Gewittern von den festgeschriebenen Flugrouten abweichen müssen. Dann kann es auch für den Ismaninger Ortsteil Fischerhäuser zu Überflügen kommen. Der Flughafenchef machte deutlich, dass die dritte Startbahn aus seiner Sicht kommen muss. Diese Erweiterung sei dann auch eine Verbesserung für die Umwelt und den Fluglärm, weil sich in der Luft dann keine langen Warteschlangen mehr bilden würden. Kerkloh sieht seinen Beitrag für die Anlieger darin, dass die lauten und stinkenden Maschinen für Landungen in München besonders viel Gebühr bezahlen müssen.

Mangelhafte Anbindung an öffentlichen Nahverkehr

In der Anbindung des Flughafens an den öffentlichen Nahverkehr sieht Kerkloh „den einzigen Geburtsfehler“ dieses Flughafens. Noch heute bedauert er auch, dass der Transrapid nicht kam. Nun brauche es weitere Gleise für attraktivere Verbindungen auf den Linien S1 und S8.

Michael Kerkloh ist seit 2002 der Geschäftsführer der Flughafen München Gesellschaft (FMG). Er erinnert sich noch an den Umzug von Hamburg, wo er zuvor Flughafenchef war: „Hamburg ist Bundesliga, aber der Flughafen München ist Champions League.“ Er plauderte über sein staatliches Unternehmen („Jeden Tag sind wir unter dem Brennglas“), den Standort („Ein Nebelloch“) und die Lage zwischen Erding und Freising, „wo zwei Städte durch uns zwangsverheiratet wurden“.

Faktor Sicherheit immer wichtiger

Der Flughafenchef plauderte über den Faktor Sicherheit, der 1992 bei der Eröffnung des Flughafens noch keine so große Rolle gespielt habe. Heute arbeiten 4800 Menschen für die Sicherheit des Airports, Tendenz steigend.

Jedes Weltereignis komme spätestens nach 24 Stunden am Flughafen an, erzählte Kerkloh. „Von der Ankunft des Überlebenden nach einem Tsunami bis zum Champions League Sieg des FC Bayern mit 15 000 bei uns ankommenden Fans.“

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