Ein Haufen Geldscheine
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Viel Geld muss Ismaning aus den Rücklagen entnehmen, um die anstehenden Haushalte stemmen zu können.

Großprojekte stehen an

Dickes Sparbuch zahlt sich aus - doch jetzt muss Ismaning ran an die Rücklagen

  • vonNico Bauer
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In den vergangenen Jahren hat Ismaning vorsichtig gewirtschaftet. Das macht sich nun bezahlt. Die Gemeinde zehrt von ihren Rücklagen.

Ismaning – Es ist gute Tradition in Ismaning, beim Haushalt erst einmal mit der Kür zu beginnen. Im Verwaltungsausschuss berieten die Gemeinderäte den Vermögenshaushalt für 2021 vor und es zeigte sich, dass die finanziell gut aufgestellte Kommune zwar etwas weniger Geld ausgeben kann, aber immer noch einen Handlungsspielraum hat, von dem die meisten anderen nur träumen können.

Den Rekord-Vermögenshaushalt verzeichneten die Ismaninger 2016 mit 77,7 Millionen Euro, von denen satte 59,2 Millionen Euro in die allgemeine Rücklage wanderten. Von diesem Geld hat die Gemeinde in den darauffolgenden Jahren gerade einmal sechs Millionen Euro benötigt, obwohl bei den gewohnt vorsichtigen Haushaltsansätzen ganz andere Entnahmen eingeplant waren. Dieses Wirtschaften hilft Ismaning nun, die Corona-Jahre 2020 und 2021 ohne die ganz großen Einschnitte zu überstehen.

Knapp 35 Millionen aus den Rücklagen

Für das laufende Jahr stecken im Vermögenshaushalt 59,9 Millionen Euro. Um das zu finanzieren, muss die Gemeinde 34,8 Millionen Euro aus ihren Rücklagen entnehmen. Dem Ausschuss wurde für den nächsten Haushalt der Ansatz von 34,0 Millionen Euro vorgeschlagen mit einer Rücklagenentnahme von 17,9 Millionen Euro.

Bürgermeister Alexander Greulich betonte allerdings, dass die Gemeinde auch in diesen schweren Zeiten gut dasteht. „Wir dürfen unseren Standort nicht schlechtreden“, sagt er mit Verweis auf dieses Jahr. Mit dem erwarteten Volumen des Vermögenshaushalts von 56 Millionen Euro liege man nicht weit entfernt von den eigentlich angesetzten 65 Millionen Euro. 2020 könnte die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt immer noch stattliche 14,5 Millionen Euro betragen. Für 2021 erwartet man eine Zuführung in Höhe von zehn Millionen Euro. Bei der Vorstellung des Vermögenshaushaltes war die klare Aussage des Bürgermeisters, „dass wir nicht alles auf einmal machen können“.

Investitionen in Schulen

Die Gemeinde hat bei großen Projekten wie der Generalsanierung der Camerloherschule oder dem Neubau von zwei Sporthallen noch die Restzahlungen zu leisten. Bei den Investitionen der nächsten Jahre stehen die Schulen ganz oben. Nach den derzeitigen Prognosen sollte eine dritte Grundschule zum Schuljahr 2023/24 den Betrieb aufnehmen und ein Jahr später ist die Erweiterung des Gymnasiums nötig. Der weitere Bedarf des boomenden Gymnasiums bedeute auch, dass der Gemeinderat noch einmal intensiv über den Standort einer dritten Grundschule reden muss. Diese sollte eigentlich auf dem Gelände des ehemaligen Tagungshotels am Seidl-Kreuz-Weg angesiedelt werden, um mit einem Schulcampus Synergien zu erzeugen. Angesichts der so nicht erwarteten Schülerzahlen braucht man aber möglicherweise diesen Platz für den Gymnasiumsausbau. Die Grundschule könnte in der Nähe der Vierfachturnhalle an der Aschheimer Straße angesiedelt werden.

In der Diskussion über den Vermögenshaushalt gab es überraschenderweise keine Gespräche über das Kallmann Museum, dass sich für Sanierungen und Umbauten im kommenden Jahr schnellstmöglich eine Finanzierungszusage gewünscht hätte. Das Museum ist für die Jahre 2021 und 2022 vorgesehen. Bürgermeister Greulich erwartet hier die finalen Entscheidungen erst, wenn der Haushalt im Februar verabschiedet wird. Das Museum hängt also weiter in der Luft.

Bruno Rimmelspacher (SPD) war nur Gast in der Sitzung, brachte aber den Vorschlag ein, den Vermögenshaushalt wegen der Corona-Unsicherheiten unter Vorbehalt zu beschließen. Dieser Antrag fand aber keine Mehrheit und so wurde der Verwaltungsvorschlag beschlossen.

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