Elmar Neitzert und Stephanie Kreuzhage mit ihrem Hunde vor dem Schild, das sie vom Eisweiher verbannt
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Halten gar nichts von der Regelung: Elmar Neitzert und Stephanie Kreuzhage mit ihrem Hunde vor dem Schild, das sie vom Eisweiher verbannt.

„Man schießt mit Kanonen auf Spatzen“

Streit am Eisweiher: Hundehalter sammelt Unterschriften gegen Gassi-Verbot

  • vonNico Bauer
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Der Streit um das Hundeverbot am Eisweiher in Ismaning schwelt weiter. Ein Halter hat nun Unterschriften gesammelt, um die Regelung zu stürzen. Auch einen Antrag hat er beim Gemeinderat eingereicht.

Ismaning – Auch die staaden Weihnachtsfeiertage haben die Ismaninger Hundebesitzer nicht beruhigt. Noch immer ist der Ärger groß über die neuen Hundeverbots-Schilder am Eisweiher. Elmar Neitzert und Stephanie Kreuzhage haben in den vergangenen Wochen bei ihren Spaziergängen deswegen 139 Unterschriften gesammelt, die sie nun bei Rathaus-Geschäftsführer Andreas Hobmeier abgegeben haben – samt eines Antrags an den Gemeinderat. Das Ziel: Die Aufhebung des Gassi-Verbots; wie schon seit Wochen gefordert. Die beiden Ismaninger sehen darin nämlich eine unrechtmäßige Einschränkung der Bürger.

Die Gemeindeverwaltung hatte im Dezember dem Gemeinderat berichtet, dass die Regelung schon seit vielen Jahren bestehe und nun nur die Beschilderung verbessert wurde. Die Hundebesitzer sehen das anders. Sie behaupten, dass auf dem Verbindungsweg zwischen dem kleinen See und dem Taxet-Wald bislang die Vierbeiner nicht verboten waren.

Elmar Neitzert, so sagt er selbst, kann ein Hundeverbot im Sommer auf den Wiesen mit den Badegästen voll verstehen kann und auch im Bereich der Wege eine Leinenpflicht wäre für ihn erträglich. „Bei dem Komplettverbot schießt man mit Kanonen auf Spatzen“, schimpft er. Die Hunde würden für den Dreck auf dem Gelände verantwortlich gemacht werden, während keiner über die Hinterlassenschaften der Horden an Wasservögeln spreche. Neitzert hatte mit seiner Partnerin zuletzt beim Gassigehen immer Listen dabei – „und jeder hat nur gefragt, wo er unterschreiben darf“. Der Ismaninger hätte auch mehr Unterschriften sammeln können, aber nun hofft er erst einmal darauf, dass der Gemeinderat sich dem Thema annimmt.

Antrag an Gemeinderat

Dazu hat er mit seinem Antrag auch Kontakt zu den Fraktionen aufgenommen, unter anderem zu Peter Aurnhammer von der CSU. Neitzert bezweifelt nämlich, dass die Hunde so sehr stören: „Mich würde schon interessieren, ob sich bei der Gemeinde 139 Leute beschwert haben oder nur zwei mit guten Kontakten.“ Der Ismaninger macht auch deutlich, dass die nun mit dem Antrag eingereichten Unterschriften noch lange nicht das letzte Wort sind. Er erwartet nun die Behandlung im Gemeinderat, „der die Schilder scheinbar ohne große Diskussionen genehmigt hat“. Er kenne sich bei den Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung aus und Neitzert deutet an, dass er sich auch weitere Unterschriftensammlungen für ein Bürgerbegehren oder einen Bürgerentscheid gut vorstellen kann.

Lieber wäre ihm aber, dass die kommunale Politik sich der Sache annimmt und einen Kompromiss findet, mit dem alle Nutzer des Naherholungsgeländes leben können. Im Fall der Hundebesitzer am Eisweiher wäre das die Leinenpflicht auf den ausgewiesenen Wegen.

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