„Nase oder Rachen?“ – Jeder Kunde kann selbst entscheiden, wo der Abstrich gemacht wird. 
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„Nase oder Rachen?“ – Jeder Kunde kann selbst entscheiden, wo der Abstrich gemacht wird. 

Andrang ist groß

Falken Apotheke schafft 150 Schnelltests am Tag

  • Laura Forster
    vonLaura Forster
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Schnelltests, Schnelltests, Schnelltests. Die Falken Apotheke in Ismaning ist ein Vorreiter auf dem Gebiet. Bis zu 150 Test werden täglich in der Apotheke durchgeführt.

Ismaning – Freitag, neun Uhr morgens. Vor der Falken Apotheke in Ismaning hat sich schon ein halbes Dutzend Menschen – mit Sicherheitsabstand – versammelt. Urlauber, Kindergartenkinder oder Berufstätige, alle warten aus dem selben Grund vor der Eingangstür der Apotheke: sie wollen einen Antigen-Schnelltest. Die Falken Apotheke ist ein Vorreiter auf dem Gebiet. Das Team kommt täglich auf bis zu 150 Tests.

„Wir testen schon seit sieben Wochen“, sagt Jessica Wilhelm, der die Apotheke zusammen mit ihrem Mann gehört. Schon als die Schnelltests noch kostenpflichtig waren, hat Wilhelm sie für ihre Kunden angeboten. „Durch die Nähe zum Altenheim und die dort herrschende Testpflicht war der Andrang schon immer groß“, sagt die Apothekerin.

Seit sieben Wochen bietet Apothekerin Jessica Wilhelm Schnelltests in Ismaning an.

Nachdem der Beschluss Anfang März kam, die Tests einmal wöchentlich kostenlos anzubieten, rüstete die Apotheke auf. „Wir haben unser Labor zum Testraum umfunktioniert“, sagt Wilhelm. Außerdem musste ein neuer Computer, eine passende Software und ein Drucker her. „Wir haben auch zwei 450-Euro-Kräfte eingestellt, sonst wäre das nicht machbar“, sagt Wilhelm. Dazu haben die Apotheker und pharmazeutisch-technische Assistenten ihre Stunden aufgestockt.

Mit Erkältungssymptomen oder Fiber kein Test möglich

Ein Fenster neben der Eingangstür wird geöffnet. Eine Frau mit Kittel und Maske misst mit einem Stirnthermometer bei jedem Schnelltest-Kunden die Temperatur, bevor er über den Verkaufsraum in das Labor darf. „Wenn jemand Fieber oder Erkältungssymptome hat, können wir ihn leider nicht testen. Da müssen die Kunden ins Testzentrum oder in die Arztpraxis“, erklärt Wilhelm. Eine Ausnahme: Kinder. „Die haben ja während der kalten Jahreszeit öfters mal einen Schnupfen.“

Die meisten Kunden, die nicht nur aus Ismaning, sondern auch aus den umliegenden Gemeinden und Landkreisen kommen, haben sich schon vor dem Test online angemeldet. „Wir versuchen aber auch Kunden ohne Termin nicht abzuweisen“, sagt Wilhelm. Seit die Apotheke die Online-Software „Terminland“ bei sich eingeführt hat, ist das Team deutlich entspannter. „Davor hat das Telefon ständig geklingelt“, sagt Wilhelm. „Wir hatten einen Terminplaner wie im Friseursalon.“ Jetzt kann man den Termin online buchen, aber auch per Telefon ist es noch möglich.

Vor jedem Test wird die Temperatur gemessen, erst dann dürfen die Kunden in das umfunktionierte Labor.

Im Fünf-Minuten-Takt testet die pharmazeutisch-technische Assistenten Sabine Schindlbeck die Kunden im Testraum. „Nase oder Rachen?“, fragt sie. Den Abstich steckt Schindlbeck in ein Röhrchen, wartet kurz und träufelt die Flüssigkeit auf den Teststreifen. 15 Minuten warten und das Ergebnis ist da. „Es ist vergleichbar mit einem Schwangerschaftstest“, sagt Schindlbeck. Sobald das Ergebnis fest steht, gibt ihre Kollegin die Daten in den Computer ein, der eine Bescheinigung per E-Mail an den Kunden schickt.

„Wenn ein positives Testergebnis rauskommt, klären meine Mitarbeiter den Getesteten über das weitere Vorgehen auf“, sagt Wilhelm. Der Kunde müsse sich in Quarantäne begeben und selbstständig einen PCR-Test organisieren. „Wir geben das Ergebnis an das Gesundheitsamt weiter.“

Den Schnell-Test akzeptieren nicht nur Kitas, Schulen oder Seniorenheime, auch vor Reisen kann man sich in Ismaning testen lassen. Deshalb geht Wilhelm davon aus, dass der Andrang in den Osterferien steigen wird.

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