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Eine der größten Baustellen im Landkreis München während der Sommerferien 2018: der Ausbau der A99, hier an der Anschlussstelle Aschheim/Ismaning.

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Ismaning: Gemeinde baut Lärmschutzwand

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Frohe Botschaft für die Menschen, die im Süden Ismanings wohnen. Bald wird es mehr Stille bei ihnen geben.

Ismaning – Rund 100 Zuhörrer bei einer Gemeinderatssitzung, das gibt es selten in Ismaning. Und sie alle konnten zufrieden nach Hause gehen, weil die Gemeinderäte die Lärmschutzwand entlang der A 99, die sich die Anwohner so sehnlich wünschen, einstimmig beschlossen haben.

Ein erster großer Schritt zwar, aber nicht die endgültige Lösung: Im Rahmen des achtspurigen Ausbaus der A 99 ergibt sich nun für die Gemeinde Ismaning die Möglichkeit, auf eigene Kosten eine maximal sechs Meter hohe Lärmschutzwand zu errichten. Die Autobahndirektion Südbayern hat bereits deutlich gemacht, dass der tägliche Durchschnittswert der Lärmbelastung unter den gesetzlichen Grenzwerten liegt und die Kommune deshalb selbst für die Kosten in Höhe von 5,8 Millionen Euro aufkommen müsste. Der Geschäftsführer der Gemeinde, Andreas Hobmeier, sagte, Ismaning werde die Chance nun nutzen: „Ein späterer Bau der Lärmschutzwand wäre um ein Vielfaches teurer. Entweder man baut jetzt oder jahrzehntelang nicht.“

Auch die vier Fraktionen des Gemeinderates sind sich einig, es wird gebaut. „Die Tür hat sich für uns geöffnet“, sagte Bürgermeister Alexander Greulich (SPD), und Johanna Hagn bejubelte gar „eine historische Gemeinderatssitzung“. Etwas nüchterner hofft CSU-Sprecher Peter Aurnhammer, „dass unser Bauchgefühl recht hat und nicht die Ingenieure“. Das vom Autobahnlärm so gebeutelte Wohngebiet im Ismaninger Süden ist einige Hundert Meter von der Autobahn entfernt und daher bezweifeln manche Experten, dass es überhaupt einen wirksamen Lärmschutz geben kann. Es gibt Rechenmodelle, nach denen der A 99-Lärm gerade aufsteigt und dann, wie auf einer Treppe, heruntersteigt. Die Planer sehen unterdessen für den direkt neben der Autobahn angesiedelten Agrob-Medienpark eine massive Verbesserung.

Den perfekten Schutz der Anlieger möchte Bürgermeister Greulich in Etappen erreichen. Die jetzt beschlossene, einen Kilometer lange Wand, zwischen der Autobahnbrücke über die S-Bahn bis hin zu der ganz großen Brücke über die Isar, soll nur ein erster Schritt sein. Greulich spekuliert darauf, dass in den kommenden Jahren auch die Isarbrücke erneuert werden muss. Dann könnte die dort endende Lärmschutzwand verlängert werden. Mit der Abschirmung zu dieser besonders langen Brücke erwartet Greulich zusätzliche Entlastung für die Anwohner.

Gemeinderätin Silke Levermann (Grüne) brachte ins Gespräch, Tempo 80 auf der Autobahn als Lärmschutz zu fordern. Dies dürfte Utopie sein, aber der Ismaninger Gemeinderat gibt nicht auf, zumindest nächtliche Beschränkungen auf 120 Stundenkilometer immer wieder zu einzufordern. „Wir kämpfen in der Nordallianz Seite an Seite für unsere Bürger“, sagte Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich. Nico Bauer

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