Ein Lokal wirbt auf einem Schild für Essen zum Mitnehmen (To Go)
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Essen zum Mitnehmen - das geht auch in Mehrweggeschirr.

Essen to go

500 Euro Zuschuss: Gemeinde will Wirten Mehrweggeschirr schmackhaft machen

  • vonNico Bauer
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Die Lokale haben zu, viele bieten ihr Essen aber zum Mitnehmen an. Die Gemeinde Ismaning will den Gastronomen nun mit einem finanziellen Anreiz Mehrweggeschirr schmackhaft machen.

Ismaning – Deutschland befindet sich im Lockdown, ein Ende ist derzeit nicht in Sicht und die schwer gebeutelte Gastronomie hat noch immer keine Öffnungsperspektive in Sicht. Viele Betriebe brauchen in der existenziellen Krise das Geschäft mit dem Essen zum Abholen, um zumindest einen Teil der Unkosten decken und damit überleben zu können. Doch auch hierbei lässt sich für die Umwelt etwas tun. Die Gemeinde Ismaning bietet ihren Gastronomen nun eine Anschubfinanzierung von 500 Euro für den Kauf von Mehrweggeschirr an.

Das bayernweite Geschäft mit dem Abhol-Essen hat zur Folge, dass mit den Styroporverpackungen deutlich mehr Plastikmüll produziert wird. Dieses Thema bekommt eine zusätzliche Dynamik durch die gesetzliche Änderung, dass Betriebe mit mehr als 80 Quadratmetern eine Mehrweglösung anbieten müssen. In Ismaning liegt bereits seit dem vergangenen Jahr ein Antrag der Grünen auf dem Tisch, den „Ismaning Cup“ einzuführen und damit die Unmengen der Einwegbecher einzudämmen. Hierfür hat sich die Verwaltung schon entsprechende Systeme in München, Dachau oder Günzburg angeschaut. Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) berichtete dem Gemeinderat von Gedanken an den ganz großen Wurf: „Ein Mehrwegsystem mit unserem schönen Ismaning-Logo würde zu großen Aufwand bedeuten.“ Deshalb wurde der Gedanke dann auch wieder verworfen. hinzukommt, dass die Gemeinde den einheimischen Gastronomen nicht ein bestimmtes Mehrwegsystem vorschreiben wolle. Aber einen Anreiz kann man ja immerhin gehen.

„Wir nehmen uns der Aufgaben an und setzen sie auch um“

Genau das könne man mit den 500 Euro Anschubfinanzierung erreichen. Die Verwaltung werde nun die Gastronomen kontaktieren und das Angebot unterbreiten. „Wir nehmen uns der Aufgaben an und setzen sie auch um“, sagte Greulich.

Bei den Grünen herrscht Begeisterung über die Ismaninger Regelung. Die Mehrwegbecher für den Kaffee sind auch Teil der Förderung, die ein gutes Stück über den Antrag hinausgeht. Gemeinderätin Irene Holler hofft nun, dass auch viele mitmachen: „Wir freuen uns, dass auf unsere Initiative hin die Gemeinde einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Plastikmüll unternimmt. Mehrweggeschirr ist praktisch und nachhaltig“, betont sie. Gerade im vergangenen Jahr, bedingt durch die Covid 19-Pandemie und die Mitnahmeangebote, sei der Müll an Einwegverpackungen noch einmal deutlich gestiegen. „Wir hoffen“, sagt Holler, „dass viele Ismaninger Gastronomen bei dieser tollen Aktion mitmachen.“

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