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Auf den Ismaninger Feldern und Wiesen ist Nikolaus Kraus daheim.

Landtagskandidaten im Porträt

Nikolas Kraus (Freie Wähler): Erst seit der letzten Wahl hat er ein Handy 

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Mit viel politischer Erfahrung will sich der Abgeordnete Nikolaus Kraus (Freie Wähler) aus Ismaning nach der Landtagswahl weiter  für Umwelt und Verbraucher einsetzen.

Ismaning - Die Postbotin stört kurz beim Gespräch mit Nikolaus Kraus. Im Gepäck hat sie eine Wahlwerbekarte seines ärgsten Konkurrenten: Ernst Weidenbusch, CSU. Gegen ihn tritt Nikolaus Kraus für die Freien Wähler bei der Landtagswahl als Direktkandidat im Stimmkreis München Land Nord an. „Ois klar, passt scho“, ruft der Ismaninger Landwirt. Er sitzt auf der Holzbank vor seinem Elternhaus und nimmt’s mit Humor.

Kraus trennt Beruf und politische Arbeit nur unscharf. In der Früh fährt er aufs Feld zum Spritzen. Ein Fungizid für die Kartoffeln wird ausgebracht. Er bewirtschaftet in Ismaning und Umgebung rund 30 Hektar, die Felder sind verstreut. Daneben ist er als Gemeinderat, Kreisvorsitzender, im Kreistag und im Landtag aktiv. Über einen leeren Terminkalender kann sich der Ismaninger nicht beschweren. Lange Zeit kam er ohne Handy aus und war damit wunschlos glücklich. Bis Weihnachten nach der letzten Wahl hat er durchgehalten, musste dann aber klein beigeben. „Ich habe jetzt eines um der Mitarbeiter willen. Es ist für sie deutlich entspannter, wenn sie mich halbwegs gut erreichen können.“

Landtagswahl 2018: Nikolas Kraus ist Naturfreund, aber gegen die Baumschutzverordnung

Nikolaus Kraus ist in seinem Element, wenn er über Ismanings Fluren streift, seine Dinkelähren prüft, den Speichersee zeigt und an Krautfeldern vorbeifährt. Einmal Ismaning, immer Ismaning. Er lebt mit seiner Familie und Eltern im Bauernhaus, wo er geboren wurde. Vor dem Eingang ein herrlicher Krautkopf in Dunkelgrün als Plastik. Er hat viel Geld in die Pflege des Kastanienbaums auf dem heimischen Grundstück gesteckt, den der Großvater gepflanzt hat. Das gehört für ihn zur Kulturpflege. Unbedingt.

Gleichzeitig ist er gegen Baumschutzverordnungen. Er hält sie für kontraproduktiv, weil die Gartenbesitzer vor Inkrafttreten einer solchen Verordnung vorsorglich Hecken oder Bäume entfernen, die ohne Verordnung unter Umständen noch Jahrzehnte am Leben geblieben wären. Er setzt sich dafür ein, von Fall zu Fall zu entscheiden. Er ist Freier Wähler.

Die Landwirtschaftslehre mit Gesellen- und Meisterprüfung absolvierte Nikolaus Kraus, als in Ismaning noch 130 Bauernhöfe standen, jetzt sind es 50 bis 60. Mit der Viehhaltung ist Schluss, im gesamten nordöstlichen Landkreis. „Wir bezeichnen uns als großes Dorf mit rund 17 000 Einwohnern.“ Dabei gibt es wenig Fluktuation. Warum? „Bei uns mögen die, die einmal da sind, auch da bleiben.“ Ismaning hat den Schlosspark, der alte Ortskern ist einmalig, was will man mehr?

Der Kandidat der Freien Wähler für den Stimmkreis München Land Nord legt Wert auf Umweltpolitik

Die Freien Wähler kommen aus der Kommunalpolitik und sind auf dem Land stärker vertreten als in der Großstadt, sagt Kraus. Bürgerliche Mitte. „Mit zwei Füßen im Leben stehen und wissen, von was man redet.“ Vieles habe die Politik in der Vergangenheit verschlafen. Die Energiewende zum Beispiel. Bis Fukushima dachte man, so der Landespolitiker, die Atomenergie sei die günstigste Art der Energieerzeugung. „Aber nur, wenn man die langfristigen Schäden ausblendet.“ Kraus ist gespannt auf 2022, wenn das letzte AKW vom Netz geht. Nach seiner Überzeugung hätte man viel früher beginnen müssen, dezentral und regenerativ zu arbeiten. Er sieht seinen politischen Schwerpunkt in der Umwelt-, Energie und Verbraucherpolitik.

Für ihn drei Äste des gleichen Stammes. Beispiel Nahrungsmittelversorgung: Vor 100 Jahren habe die Landwirtschaft die Aufgabe gehabt, die Bevölkerung mit Eiweiß, Fleisch und Milch zu versorgen. „Leider hat das die Landwirtschaft zu gut gemacht.“ Die Bevölkerung sei mit Wohlstandsproblemen beschäftigt. Sympathie hat Kraus für Leute, die sich der Natur zuwenden. Und sei es nur, dass sie „am Balkon eine Tomatenpflanze pflegen“.

Der Ismaninger schaffte den Spagat zwischen Landwirtschaft und Politik. „Ich bin Bauer aus Berufung, Landwirt aus Leidenschaft.“ Mit dem Geld, das er dort verdient, kann er wieder in den Hof investieren. Die räumliche Nähe zum Maximilianeum ermöglicht es Kraus, bei der Familie zu wohnen. 14 Kilometer Entfernung. Wie man sich fühlt als Einzelkämpfer in der Oppositionspartei? „Ich bin seit über 20 Jahren in der Kommunalpolitik und habe im Gemeinderat viele Niederlagen erlebt. Das hat mich gestärkt. Ich habe ein dickes Fell und bin nicht nachtragend.“

Der Internetauftritt von Nikolas Kraus: www.nikolaus-kraus.de

Zu den Porträts

Bis zur Landtagswahl am 14. Oktober stellen wir alle Kandidaten aus dem Landkreis vor. Die Reihenfolge der Veröffentlichung erfolgt zufällig und ist kein Ausdruck einer Priorisierung oder Gewichtung.

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