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Hat am Mittwoch seine sensationelle Ausstellung im Kallmann-Museum eröffnet: Markus Heinsdorff.

Markus Heinsdorff zeigt „Elemente und Arten“ im Kallmann-Museum

Tornado unterm Museumsdach

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Die außergewöhnliche Reise durch eine der spektakulärsten Ausstellungen im Kallmann-Museum beginnt schon vor der Tür. Dort steht ein Übersee-Container, in dem ein 1,8 Tonnen schwerer Salzklotz steht. Die Arbeit gehört zur neu eröffneten Ausstellung „Markus Heinsdorff – Arten und Elemente“.

Ismaning – Rasmus Kleine hat in seinem Kallmann Museum schon die fantastischsten Ideen realisiert gesehen, aber diese Woche lernte der Museumsdirektor sein Haus neu kennen. Mit der aktuellen Ausstellung bekommt Ismaning etwas zu sehen, das es so noch nie und nirgends zu sehen gab.

Es hallt im Haus

Die riesigen Wände des Museums sind zum Großteil kahl, in manchen Räumen hallt es wie in einer leeren Wohnung. Und doch gibt es hoch spannende Dinge zu entdecken, mit denen der Münchner Künstler den Reichtum der Natur und die oft widersprüchliche Beziehung des Menschen zur Natur thematisiert. Der 64-Jährige weiß genau, was er erreichen möchte: „Die Leute sollen reingehen und sagen, dass ihnen die Umwelt egal ist. Wenn sie dann rausgehen, sollen sie sagen, dass ihnen die Umwelt nicht mehr egal ist. Das ist kein Ziel, sondern mein Anliegen.“

Der Salzblock stammt aus dem Berchtesgadener Land und wurde von Heinsdorff gepresst. Der gebrauchte Container steht für das verbrauchte Kohlendioxid, um Waren weltweit zu transportieren.

Im ersten Raum des Museums bekommen die Gäste dann gleich eine Moorlandschaft zu sehen, die bei Bad Feilnbach aus der Natur geholt und schon mit mehreren Hundert Litern gewässert wurde. Mit zahlreichen Gefäßen sammelt das Museum im Innenhof Regenwasser, um das Moor während der Ausstellung zu pflegen.

Die Launen der Natur im Windraum

Von Künstler Heinsdorff bis Museumsleiter Kleine lernt hier jeder dazu, dank der Exponaten, die nur für diese Ausstellung entstanden sind. Dafür arbeitet Grenzgänger Heinzdorff mit Partnern, unter anderem mit den Schreinern des Ismaninger Bauhofs. Sie haben den kugelartigen Windraum gezimmert, den der Besucher begehen kann. Die Launen der Natur macht eine Tornadosäule sichtbar, die sich darin aus künstlichem Nebel bildet.

Wenige Meter weiter produzieren Maschinen Algen, die vielleicht in einigen Jahren von der Menschheit zum Überleben benötigt werden. Sie werden während der Ausstellung wachsen und entnommen. Auch hier geht es um den Spagat zwischen den Hoffnungen, die die Menschen in die Pflanzen setzen, aber letztlich auch um die nicht bis ins Detail kontrollierbare Natur.

Abgerundet wird die grandiose Ausstellung durch eine Sammlung von Materialien, mit der Heinsdorff die Neugier an den Erscheinungen weckt. Da gibt es Videos von einer Insekten-Forschungsstation im peruanischen Regenwald, vom Aussterben bedrohte Pflanzen in Blumentöpfen und rote Listen gefährdeter Arten.

Kleine: „Wie unterschiedlich dieses Museum sein kann“

„Über jedes dieser Objekte können wir ein Buch schreiben“, sagt der Münchner Künstler. Und Rasmus Kleine staunt über sein Haus, „denn es ist einfach nur spannend, wie unterschiedlich dieses Museum sein kann.“ Die Besucher der Ausstellung „Arten und Elemente“ sollten auf jeden Fall viel Zeit mitbringen. Die beeindruckende Reise „zwischen Faszination und Ekel“ (Kleine) hat es verdient, dass sich die Menschen mit den Objekten und Naturelementen auseinandersetzen.

Markus Heinsdorff - Arten und Elemente

Die Ausstellung läuft bis zum 15. September. Geöffnet hat das Kallmann-Museum im Schlosspark Ismaning dienstags bis sonntags von 14.30 bis 17 Uhr.

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