„Ich will will mich ja nicht bereichern – nur einen neuen Spiegel“: Stephanie G. vor ihrem Auto mit dem notdürftig geflickten Seitenspiegel.
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„Ich will will mich ja nicht bereichern – nur einen neuen Spiegel“: Stephanie G. vor ihrem Auto mit dem notdürftig geflickten Seitenspiegel.

„Ich will mich ja nicht bereichern“

MVG-Bus fährt Auto den Seitenspiegel ab - Doch dann fängt der Ärger erst richtig an

  • Martin Becker
    VonMartin Becker
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Kurz vor ihrem Urlaub hat ein MVG-Bus Stephanie G. aus Ismaning den Seitenspiegel abgefahren. Doch der richtige Ärger begann erst dann.

Ismaning – Ausgerechnet vor einem Kurzurlaub am Gardasee passierte das Malheur. Ein MVG-Bus streifte das Auto von Stephanie G. aus Ismaning, riss den linken Außenspiegel ab. Ihr Mann, von Beruf Kfz-Meister, flickte den Schaden notdürftig und arretierte die demolierten Spiegelreste mit Klebeband. Die Spritztour in den Süden konnte stattfinden, aber eine Dauerlösung ist der Klebe-Spiegel natürlich nicht. Und die Schadensregulierung entwickelt sich zur Odyssee.

Ismaning: MVG-Bus streift Auto - Schadensregulierung entwickelt sich zur Odyssee

„Der Busfahrer war ein netter Kerl, er hat sich gleich entschuldigt“, schildert die Ismaningerin den Vorfall. In der Schleißheimer Straße in München stand sie an einer roten Ampel, „der Bus rauschte von hinten auf der Linksabbiegerspur heran, ich sah ihn aus dem Augenwinkel noch im Spiegel“. Bis dieser mit einem lauten Krachen zerbarst.

Demoliert: der Seitenspiegel.

Eigentlich ein Routinefall: Die 54-Jährige erlitt einen Schrecken, aber keine Verletzungen, die Schuldfrage war eindeutig. Der Busfahrer informierte das für solche Fälle zuständige Schadensmanagement der Stadtwerke München (SWM), „es kamen auch prompt zwei freundliche Herren, die mir ein Kärtchen mit fünf Telefonnummern überreichten“. Dort sollte Stephanie G. anrufen, um die Übernahme der Reparaturkosten durch die SWM in die Wege zu leiten.

Damit begannen die eigentlichen Probleme – denn unter den angegebenen Telefonnummern ging nie jemand an den Apparat. „Die können doch nicht an der Unfallstelle sagen, sie regulieren den Schaden, und dann sind deren Telefone tot“, ärgert sich die 54-Jährige.

MVG-Bus fährt Seitenspiegel ab: Fünf Nummern, doch niemand zu erreichen - „Man braucht viel Geduld“

Vier Tage lang telefonierte sie vergeblich, dann schrieb sie zwei E-Mails. Auf die zweite Mail erfolgte schließlich eine Reaktion, inzwischen existiert eine offizielle SWM-Schadensnummer, Stephanie G. soll einen Kostenvoranschlag erstellen lassen.

„Man braucht viel Geduld“, findet die Ismaningerin. Und einen Computer: „Über die Hotline? Keine Chance! Und das ist das eigentlich Schlimme: Was macht in solch einem Fall ein älterer Mensch, der vielleicht gar keine E-Mails verschicken kann?“ Der mehrfache Versuch des Münchner Merkur, vom SWM-Schadensmanagement eine Stellungnahme zu erhalten, scheiterte übrigens: permanent besetzt. Diese Art von Service hält die Geschädigte für stark verbesserungswürdig: „Ich will mich ja nicht bereichern – ich will nur einen neuen Spiegel.“

Den bekommt die Familie G. jetzt wohl, wenngleich erst nach mühevollen Anläufen. Fazit der Ismaningerin, mit einem Schuss Galgenhumor: „Man sollte nie einen städtischen Bus küssen.“

Weil Satellitentechnik immer kleiner wird, braucht die Raumfahrtindustrie kleine Trägerraketen. Deutschland will in Europa Nr. 1 Standort werden. Trägerraketen-Epizentrum ist Ottobrunn. Weitere Nachrichten aus Ismaning und dem Landkreis München finden Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Landkreis-München-Newsletter.

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